KTB U 37 - 08.11.1939

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AUS DEM KRIEGSTAGEBUCH - 2. UNTERNEHMUNG VOM 05.10.1939 - 08.11.1939

MITTWOCH - 08.11.1939

Einlaufen Wilhelmshaven

00.00 - Qu AN 9543 - SzO 4, 2, o (r), Sehr dunkle Nacht.

02.30 - Norderney - Leuchtfeuer voraus in Sicht.

03.34 - E.S.-Austausch mit abgeblendeten Fahrzeug.

04.00 - Qu AN 9588 - S 3-4, 2, c 9.

08.00 - Qu AN 9677 - S 3-4, 2, c 6

09.13 - 09.34 - III. Einfahrt Wilhelmshaven festgemacht. B.d.U. kommt zur Begrüßung an Bord, anschließend von der Schleuse abgelegt.

09.58 - Im U-Stützpunkt festgemacht

Allgemeine Erfahrungen und Vorschläge.

Führungsfragen:

1. Der Flottillenchef Atlantik muß von der Heimat laufend unterrichtet werden, welche Boote ausgefallen sind, andernfalls kann ein erfolgsversprechender Ansatz der Boote auf einen gemeldeten Geleitzug nicht durchgeführt werden (17.10.)

2. Es ist anzustreben, B-Meldungen über Bewegungen feindl. Kräfte schneller an die U-Boote zu geben. Das Auslaufen des Gibraltar-Geleitzuges am 22.10. wurde den U-Booten est in der Nacht vom 23. zum 24.10. bekannt.

Nachrichtenwesen:

1. Es ist notwendig, daß alle während der Unternehmung zu schaltenden Wellen durch U-Boote empfangs- und sendeseitig besetzt werden können, anderefalls treten Versager auf beim Abgeben von Aufklärungssignalen (U 46 am 17. u. 19.10.)

2. Es ist zu prüfen, ob im Interesse des Funkpersonals die Fünksprüche auf Längstwelle und Kurzwelle auch die gleichen Leitnummern erhalten können.

3. Nach den ersten Wasserbomben war ausgefallen bezw. nur noch beschränkt brauchbar: G.H.G. und Echolot.

4. Wegen der großen Eigengeräusche ist das K.D.B. nicht voll verwendungsfähig, der Drehmotor ist durch eine Handdreheinrichtung zu ersetzen, andernfalls sollte das Gerät ausgebaut werden.

5. Die Stromquellen für das G.H.G. (1,5 bezw. 6 KVA) sind so laut, daß sie bei Schleichfahrt nicht benutzt werden können. Abhilfe durch einen kleineren Sonderumformer für diese Anlage, der ohne Eigengeräusche läuft, erscheint durchführbar.

6. Die Funkpeilanlage arbeitet trotz genauer Abstimmung und sorfältiger Pflege so ungenau, daß sie nicht als voll Verwendungsfähig bezeichnet werden kann, sie gestattet nicht das Einlaufen in die Deutsche Bucht allein auf Grund von Funkpeilungen.

Navigation:

1. Das Einlaufen durch das Warngebiet ist bei unsichtigen Wetter so unsicher, daß ein Sperrlotsendienst erforderlich erscheint.

2. Die Doppelgläser müssen auf ein Soll von 12 Gläsern vermehrt werden, da die Gläser durch Nässe zeitweise ausfallen. Die Wasserdichten Leitz - Gläser sind für die Nacht nicht brauchbar.

Schiffbau:

1. Die Turmkrempe hat sich voll bewährt, es ist zweckmäßig, das auch die obere Krempe stärker ausgeführt und bis nach achtern durchgeführt wird.

2. Die Oberdecksklappen und ihre Verschlüsse sien nach wie vor den Beanspruchungen im Seegang des Atlantik nicht gewachsen.

3. Das Dingi ist in seiner jetzigen Ausführung und Stauung unbrauchbar, ein stabiles Schlauchboot ist zweckmäßiger, es müßte in einem Sonderbehälter auf Oberdeck (vorder Taulast) untergebracht werden.

Torpedowaffe:

1. Der von der Werft überholte und als nunmehr voll brauchbar bezeichnete T Rw-Umformer hat wiederum versagt, auch nach kleinsten Belastungsänderungen fiel er aus, der Einbau eines neuen Umformers ist notwendig.

2. Die Sicherungen der T-Feueranlage sind allgemein unbrauchbar, sie müssen dauernd erneuert werden, da sie einseitig durchbrennen.

3. Auf Fernunternehmungen müssen mehr Ersatzteile for die Rohre mitgegeben werden. Sonderantrag wird gestellt.

Artillerie:

1. Der Bodenpfropfen für das 10,5 cm. Geschütz muß wiederstandfähiger ausgeführt werden.

2. Folgende ständige Störung am M.G. C/30 muß beseitigt werden:

Nach dem Rücklauf laufen die beweglichen Teile nicht mehr vor, da sich bereits nach einmaligen Eintreten von Seewasser soviel salz absetzt, daß das Gleiten gehemmt wird.

3. Die Zurrung des M.G. C/30 muß verstärkt werden.

Maschine:

Siehe Beitrag des L.I.

Fahrtmaße und Wegstrecken:

Marschfahrt mit 10 sm : 6 d 15 h 36 min = 1596

Marschfahrt mit 9 sm : 21 d 14 h 58 min = 4670,7

Jagdfahrt mit 12 sm : 2 d 5 h 33 min = 642,6

Jagdfahrt mit 14 sm : 4 h 35 min = 64,35

Jagdfahrt mit 15 sm : 2 h 32 min = 38,0

Unterwasserfahrt ca 2,5 pro Std. = 3 d 1 h 46 min = 64,4


ANMERKUNGEN

Kriegstagebuch von U 37, für diese Unternehmung, im Original vorhanden.

Die Einträge im KTB wurden so abgeschrieben wie sie dort verzeichnet sind. Die tabellarische Form habe ich leider nicht beibehalten können, da mir dazu die Vorlage nicht zur Verfügung steht.

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