KTB U 37 - 09.10.1939

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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AUS DEM KRIEGSTAGEBUCH - 2. UNTERNEHMUNG VOM 05.10.1939 - 08.11.1939

MONTAG - 09.10.1939

Westlich Shetlands.

00.00 - Qu AF 7794 - SO 4-5, 3-4, c 2. Keine.

04.00 - Qu AM 1138 - SO 4-5, c 3-4, (r) wechselnde Sicht, Schauerwetter. Keine.

07.47 - Qu AM 1173 - SO 6-7, o, 5-6, leicht diesig. Getaucht vor in Sicht kommendem, größerem Fahrzeug und aus entegengesetzter Richtung kommenden Flugzeuge. Schiff wird als Linienschiff, wahrscheinlich ("Royal Sovereign"-Klasse) erkannt und Angriff angesetzt.

etwa 08.35 - diesig. 60°17' N - 4°23' W. Wegen hohen Seegangs läßt sich das Boot nicht auf Sehrohrtiefe halten, es taumelt zwischen 12 - 18 m Tiefe, nur für kurze Augenblicke ist der Gegner auszumachen, minutenlang ist dann das Sehrohr wieder überspült, obwohl mit großer Fahrt gefahren wird und das Boot nur auf den günstigsten Kurs qzer zur See gesteuert wird, auf jedem anderem Kurse waren die Tiefenschwankungen noch stärker. Alle Rohre I - VI werden klar gemacht zum Unterwasserschuß. Der Gegner schien nichts zu bemerken, er näherte sich leicht zickzackend mit etwa 12 - 15 sm. Bei einer E= 25 hm und gamma = etwa 20° die bei einem kurzen Höherkommen geschätz wurden, befahl ich alle Rohre fertig, "Dem RW. folgen". Nach etwa 2 Minuten kam das Boot wieder auf Sehrohrtiefe, jedoch nicht so hoch, daß der ganze Hotizont übersehen werden konnte, vielmehr schlugen immer wieder die Seen über den Ausblick; ich befahl "Höher" ! Als der Ausblick frei wurde, war vom Gegner nichts zu sehen, erst beim 2. Rundblick erkannte ich ihn in Lage = 180°, E = 40 hm, vermutlich hatte er das Boot, etwas auf 20 hm, gehorcht und dann abgedreht. Bei der Anlage des Angriffs war ich mir bewußt, daß die hohe Fahrt höchstnachteilig war. Mehrere Versuche ergaben aber die Unmöglichkeit, mit geringerer Fahrt auszukommen; selbst bei der hohen Fahrt mußten die Tiefenruder dauernd von hart zu hart gelegt werden. Die einzige Hoffnung war, daß die Horchanlage des gegners nicht klar wäre, die Hoffnung war trügerich. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen wurde zunächst noch auf dem bisher beobachteten Generalkurs des Gegners (115°) mitgelaufen. Die batterie war inzwischen jedoch so weit leergefahren, daß nur noch etwa 1/2 Stunde mit großer fahrt gelaufen werden konnte.

09.21 - Es wurde daher um 09.21 aufgetaucht. Der Gegner war an der Kimm noch in Sicht, er lief mit höherer Fahrt auf dem Kurse 60° ab. Das Wetter hatte uns eine günstige Erfolgsgelegenheit verdorben. Wann wird wieder einmal ein einzeln fahrendes Linienschiff so in unsere Nähe kommen, oder rechnete der Gegner der Wetterlage auch mit der Unmöglichkeit von Unterwasserangriffen.

12.00 - Qu AM 3295 - SSO 8, 6-7, (r), o, Schauerwetter. Inzwischen hat es weiter aufgebrist. Auf dem Turm ist es sehr naß, sodaß die Gläser nur schlecht zu benutzen sind.

16.00 - Qu AM 3272 - westl. Shetlands, SSO 8, 8, c, Schauerwetter.

15.55 - Qu AM 3271 - 59°58' N - 6°22' W. Alarm; Fahrzeug voraus, anscheinend Zerstörer. später erkannt als Kreuzer de C-Klasse. Das Tiefensteuern ist gegenüber dem Vormittag noch mehr erschwert. Einmal wird das Boot vollkommen herausgekommen, und liegt etwa 1 1/2 Minuten trotz beide "Maschinen A.K. voraus"! an der Oberfläche, während der Kreuzer etwa 55 hm ab in Lage 60° peilt. Unter diesen Umständen mußte auch dieser Angriff ausfallen. Ich ging auf größere Tiefe und geräuschlose Fahrt, soweit möglich, da vielleicht Horchverfolgung einsetzen würde, sie blieb aus.

19.19 - Aufgetaucht. Es ist dunkele Nacht. Marsch fortgesetzt. Es hat inzwischen so ausfgebrist, daß ganze Seen über den Turm schlagen und durch die Luftmasten viel Wasser ins Boot dringt, die Hauptlenzpumpe ist dauernd angestellt. - 2 mal gefunkt an B.d.U.: "Lebhafter Kriegsschiffsverkehr auf ONO - Kursen nordwestlich Orkneys. Wegen hoher See Angriffe auf "Royal Sovereign"-Schiff vormittags und C-Kreuzer nachmittags ausgefallen."

20.00 - Qu AM 3333 - nordwestl. Hebriden. SSO 8-9, c, 7, mittlere Sicht, sehr dunkel. Kleine Ausweichbewegungen vor aufgeblendeten Fahrzeugen. Das Wetter gestattet keinen Waffeneinsatz. Es war ein Tag mit großen Entäuschungen.


ANMERKUNGEN

Kriegstagebuch von U 37, für diese Unternehmung, im Original vorhanden.

Die Einträge im KTB wurden so abgeschrieben wie sie dort verzeichnet sind. Die tabellarische Form habe ich leider nicht beibehalten können, da mir dazu die Vorlage nicht zur Verfügung steht.

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