KTB U 37 - 18.10.1939

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AUS DEM KRIEGSTAGEBUCH - 2. UNTERNEHMUNG VOM 05.10.1939 - 08.11.1939

MITTWOCH - 18.10.1939

Nördlich Kap Finisterre

00.00 - Qu BE 9332 - ONO 4, 3, c 9.

03.15 - "U 48" hat Fühlung aufgenommen, zur Sicherheit alle Boote auf diesen Gegner angesetzt. FT-Signal 04.30: An U 45, U 48, U 42, U 46. Auf die von U 48 gemeldeten Streitkräfte operieren. Flottillenchef. U 37 operiert gem. den laufenden guten Meldungen. Leider ergiebt das Morgenbesteck eine unerklärliche Versetzung von 28 sm in 240°, damit steht U 37 statt vor dem Gegner BB. acheteraus von ihm.

07.00 - Qu BE 6839 - NO 4-5, 4, c 2. Mit zunehmender Helligkeit kommen jedoch an BB. voraus Rauchwolken mehrere Dampfer in Sicht. Wie sich bald zeigt, handel es sich um versprengte Dampfer des Geleitzuges, die wieder Anschluß suchen. Es wird daher mit großer Fahrt aufgelaufen.

Gegen 07.30 - geben die Dampfer SOS - Signale auf 600 m, wegen des Seegangs kann das eigene, leider so tief stehende Geschütz noch nicht Gebraucht werden. Das Boot muß erst näher heran, um dann bei geriger Fahrt die Artillerie wirkungsvoll einsetzen zu können, dass wird etwa um 07.50 erreicht sein, es wird daher befohlen: "Geschützbedingung sich karl halten, unter Deck auf Tauchstationen"!

07.45 - Im noch dunklen Westhorizont erscheinen Zerstörer, die sehr bald auf große Entfernungen etwa 120 hm - aus etwa 12 cm - Geschützen Feuer eröffnen.

07.47 - Die Aufschläge liegen zunächst kurz, als sie jedoch bald näher am Boot liegen, wird getaucht und auf 30 m gegangen, Schleichfahrt.

08.05 - Ein Zerstörer passiert über dem Boot und stoppt in der Nähe, die erwarteten Wasserbomben bleiben aus, erst einige Zeit später werden in Zwischenräumen etwa 12 Bomben in größerer Entferung vom Boot geworfen. Die Zerstörer bleiben jedoch in der Nähe und halten, später zusammen mit Fliegern, das Boot unter Wasser.

10.54 - 11.05 - Qu BE 6839 - Aufgetaucht, es erschienen sofort Flieger und zwingen zum Tauchen.

13.00 - Aufgetaucht, im NO verschwinden die letzten Zerstörer und Flieger. Die Erkenntnis, daß wir uns nunmehr in der sehr stark überwachten Zone des Kanaleingangs - 300 sm Abstand von Brest - befinden und ein Anschluß suchen an den Geleitzug nach weiteren Zeitverlust von 5 Std. nicht mehr zum Erfolg führen kann, veranlaßt mich, Kurs auf die Position "Schwarz" zu nehmen. Dieser erste, eigentliche gefechtstag hat mich folgendes gelehrt: 1. Tiefensteuerung ist doch noch nicht allen Lagen des gefechtsmäßigen Einsatzes der Torpedowaffe gewachsen. Folgerung: In Zukunft muß der Geleitzug von außen Angegriffen werden. Diese Angriffsart wird sehr nachteilig, wenn nur noch G 7a-Torpedos zur Verfügung stehen, mit ihnen sollte man besser eine Schußstelle mitten im Geleitzug wählen, wo Schraubenwasser und allgemeines Durchdrehen der Dampfer das Verschwinden des Boote unterstützen. 2. Ungeklärt ist bisher der schwere navigatorische Versager. Kontrollen des atronomischen Bestecks durch eigene Beobachtungenund die bisherigen Erfahrungen ließen mich dem Steuermann volles Vertrauen schenken. 3. Nachdem der Geleitzug 3 Dampfer verloren hat, erscheint eine Verlegung des Operationsgebietes zweckmäßig zu sein. 4. Die Ortungsanlagen der Engländer scheinen noch nit frontklar zu sein. 5. Der gestrige Geleitzug machte Kursänderungen durch kolonnenweise Schwenkungen, die Dampfer fuhren sehr schlechte Kiellinie, mindestens einer war immer in Lage 0°, die Zerstörer befanden sich zu größten Teil am Schluß, es besteht die Möglichkeit, daß der Geleitzug im "Kehrt" marschierte, den statt nördl. Kurs zu steuern, lag er beim Angriff auf westl. Kurs. 6. Die seltsamen schurrenden Geräusche am Boot lassen den Schluß zu, daß die einzelnen Dampfer U-Drachen oder Minenräumgeräte ausgebracht hatten.


ANMERKUNGEN

Kriegstagebuch von U 37, für diese Unternehmung, im Original vorhanden.

Die Einträge im KTB wurden so abgeschrieben wie sie dort verzeichnet sind. Die tabellarische Form habe ich leider nicht beibehalten können, da mir dazu die Vorlage nicht zur Verfügung steht.

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