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Marine-Luftsperrschule: Unterschied zwischen den Versionen

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Marine-Luftsperrschule (M.L.Spr.S.)
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Aufgestellt 1.7.42 in Brunsbüttel. Verlegt 17.11.44 nach Duhnen bei Cuxhaven.
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'''Kommandeure'''
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! Datenblatt
01.07.1942 - 20.01.1944 Kapitänleutnant Dr. Otto Heyder
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! '''Marine-Luftsperrschule (M.L.Spr.S.)'''
 
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20.01.1944 - ??.05.1945 Korvettenkapitän (M.A.) Dipl.-Ing. Hermann Gevke
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| colspan="3" | Die Marine-Luftsperrschule (auch als Luftsperrschule der Kriegsmarine bezeichnet) war eine spezialisierte Ausbildungseinrichtung für den passiven und aktiven Schutz von Häfen und Stützpunkten gegen Luftangriffe durch Sperrballone und Luftsperrnetze. Für die U-Boot-Waffe war diese Schule die „Lebensversicherung“ für die Boote in den Häfen, da sie das Eindringen von feindlichen Tieffliegern und Torpedobombern in die Bunkerbereiche verhinderte.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Werdegänge von Spezialisten der Luftsperrwaffenlaufbahn.
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| Karl-Heinz Völker || colspan="3" | Die deutsche Luftwaffe 1933–1939. Aufbau, Struktur und Staatsökonomische Grundlagen. (Details zur Zusammenarbeit Marine/Luftwaffe).
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 14:02 Uhr

Datenblatt Marine-Luftsperrschule (M.L.Spr.S.)
Die Marine-Luftsperrschule (auch als Luftsperrschule der Kriegsmarine bezeichnet) war eine spezialisierte Ausbildungseinrichtung für den passiven und aktiven Schutz von Häfen und Stützpunkten gegen Luftangriffe durch Sperrballone und Luftsperrnetze. Für die U-Boot-Waffe war diese Schule die „Lebensversicherung“ für die Boote in den Häfen, da sie das Eindringen von feindlichen Tieffliegern und Torpedobombern in die Bunkerbereiche verhinderte.
Historische Entwicklung und Einordnung
Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Ein systematisches Luftsperrwesen existierte noch nicht, da die Luftbedrohung für Häfen primär durch Höhenbomber erfolgte, gegen die Ballone kaum wirksam waren.
Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags war der Aufbau von Luftsperreinheiten untersagt. Die Forschung wurde jedoch im Rahmen der allgemeinen Flak-Entwicklung getarnt fortgeführt.
Kriegsmarine (16.03.1935 – 23.05.1945):
Aufstellung: Die Schule wurde im April 1940 in Altenwalde (bei Cuxhaven) eingerichtet.
Verlegung: Im Mai 1941 verlegte die Schule nach Pillau (Ostsee), um näher an den Übungsgebieten und fern der alliierten Bomberreichweite zu sein.
Ende: Die Schule stellte den Betrieb im Februar 1945 ein, als Pillau zum Frontgebiet wurde. Das Personal wurde in Marine-Schützen-Bataillone überführt.
Aufgaben und Ausbildungsinhalt
Ballon-Technik: Handhabung, Füllung (Wasserstoff/Helium) und Verankerung von Sperrballonen auf Schiffen und an Land.
Windenführung: Ausbildung der Bedienungen für die mobilen und stationären Windenwagen, die die Ballone in Höhen von bis zu 3.000 Metern hielten.
Taktik: Aufbau von Sperrgürteln um strategische Ziele (z. B. U-Boot-Bunker).
Sperrwaffeneinsatz: Schulung am „Paravane“-System (Schneidvorrichtungen an den Haltekabeln, um Flugzeugtragflächen zu kappen).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Bunkerschutz: In den Atlantikstützpunkten wie Lorient oder Brest sorgten Absolventen dieser Schule für die dichten Ballonsperren über den Liegeplätzen. Dies zwang alliierte Flieger in größere Höhen, was die Zielgenauigkeit massiv verschlechterte.
Sicherung der Ausbildungsgebiete: In der Ostsee schützten Luftsperreinheiten die Ankerplätze der U-Boots-Lehrdivisionen.
Begleitschutz: Die Schule bildete Personal für Luftsperrschiffe aus, die Geleitzüge (oft mit U-Boot-Nachschub) durch engmaschige Ballonsperren gegen Torpedoflieger schützten.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 Schulen der Kriegsmarine. Enthält die Lehrgangspläne und Stellenbesetzungspläne der Schule in Altenwalde und Pillau.
BArch RM 45-I Marinedienststellen in der Ostsee. Dokumentiert die Stationierung in Pillau.
BArch PERS 6 Personalakten. Werdegänge von Spezialisten der Luftsperrwaffenlaufbahn.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt 170: Marine-Luftwaffe/Sperrwesen).
Karl-Heinz Völker Die deutsche Luftwaffe 1933–1939. Aufbau, Struktur und Staatsökonomische Grundlagen. (Details zur Zusammenarbeit Marine/Luftwaffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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