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Flottenkommando: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! Flottenkommando
 
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| colspan="3" | Am 01.04.1925 wurden die Seestreitkräfte umgegliedert. Aus dem Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte wurde der Flottenchef unter Beibehaltung als Chef der Linienschiffsdivision. Ihm unterstellt waren nun der Befehlshaber der Seestreitkräfte der Nordsee (BSN), der zugleich 2. Admiral der Linienschiffsdivision wurde, und der Befehlshaber der Seestreitkräfte der Ostsee (B.S.O.), der zugleich auch Führer des Verbandes der Aufklärungskräfte war.  
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| colspan="3" | Das Flottenkommando unter Leitung des Flottenchefs war das operative Hauptquartier für die Führung der deutschen Seestreitkräfte auf hoher See. Es bildete das entscheidende Bindeglied zwischen der Seekriegsleitung (Skl) und den ausführenden Verbänden (Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer, U-Boote). Es trug die Gesamtverantwortung für die strategische Planung und taktische Durchführung von Operationen im Atlantik, Nordmeer und in der Nordsee.
 
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| colspan="3" | Während das Flottenkommando bis Kriegsausbruch in allen Angelegenheiten unmittelbar dem Oberbefehlshaber der Marine unterstand, übernahmen mit Ausbruch des Krieges die Marinegruppenkommandos die operative Führung in ihrem jeweiligen Bereich. Im November 1939 wurde der bisherige Befehlshaber der Panzerschiffe zum neuen Flottenchef, er blieb aber gleichzeitig B.d.P. Der Flottenchef war bis Oktober 1940 zugleich Seebefehlshaber West.  
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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| Standorte: || colspan="3" | Kiel, später Wilhelmshaven. Während des Krieges auch mobil an Bord von Flaggschiffen (z. B. Gneisenau). In der Endphase 1945 Verlegung nach Glücksburg.
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| Befehlsstruktur: || colspan="3" | Führung durch den Flottenchef (u. a. Admirale Boehm, Marschall, Lütjens). Dem Kommando unterstanden fachlich und zeitweise operativ die Befehlshaber der einzelnen Schiffsklassen.
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| Aufgaben: || colspan="3" | Koordination der Aufklärung, Planung von Vorstößen gegen den alliierten Handelsverkehr (z. B. Unternehmen „Rheinübung“) und Überwachung der Gefechtsbereitschaft der Flotte.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Organisation der Evakuierungsoperationen in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Koordination der Entwaffnung unter alliierter Aufsicht in Glücksburg.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Operative Kooperation: || colspan="3" | In der frühen Kriegsphase unterstand der B.d.U. fachlich dem Flottenchef; Koordination von U-Booten und Überwasserschiffen bei kombinierten Aufklärungs- und Angriffsunternehmungen.
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| Geleitschutz: || colspan="3" | Bereitstellung von Zerstörern oder schweren Einheiten zur Sicherung von U-Boot-Überführungsmärschen durch das gefährdete Küstenvorfeld in den Atlantik.
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| Taktikschulung: || colspan="3" | Festlegung der Richtlinien für gemeinsame Manöver in der Ostsee zur Perfektionierung des taktischen Verhaltens (z. B. Sicherung von Schlachtschiffen durch U-Boote).
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| colspan="3" | Um den Flottenchef zu entlasten, wurde im Dezember 1940 die Dienststelle des 2. Admirals der Flotte gebildet. Der Flottenchef ging am 27. Mai 1941 mit seinem gesamten Stab mit der Bismarck unter. Zur Bildung eines neuen Flottenkommandos wurde die Dienststelle des 2. Admirals aufgelöst. Im Sommer 1942 wurde die truppendienstliche Unterstellung des B.d.U. unter das Flottenkommando aufgehoben. Im März 1943 wurde das Flottenkommando mit dem Marinegruppenkommando Nord zusammengelegt, zunächst aber noch mit getrennten Stäben. Diese wurden im Laufe der Zeit verschmolzen.
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| colspan="3" | Nach der schrittweisen Rückverlegung aus Wilhelmshaven über Kiel nach Swinemünde und zuletzt in den Raum Flensburg/Glücksburg, wurde das Flottenkommando nach der Teilkapitulation im Nordwesten am 23.05.1945 durch die Alliierten (im Rahmen der Verhaftung der Regierung Dönitz) aufgelöst.
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| Stabswesen: || colspan="3" | Einsatz eines hochspezialisierten Stabes von Admiralstabsoffizieren für Operationen (A I), Nachrichtenwesen (A Setz/A IV) und Logistik.
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| Strategiewechsel: || colspan="3" | Wandel von der offensiven Hochseeführung schwerer Einheiten (1939-1941) hin zur defensiven Küstensicherung und Invasionsabwehr in den norwegischen Fjorden (ab 1942).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 6 || colspan="3" | Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) - Dokumentiert die Gründungs- und Auflösungsbefehle der Dienststellen auf höchster Ebene.
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| BArch RM 51 || colspan="3" | Akten des Flottenkommandos (Zentrale Kriegstagebücher, Operationsbefehle und Berichte der Flottenchefs).
 
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| Lexikon der Wehrmacht  || colspan="3" | → [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Oberkommando/Flottenkommando.htm| Flottenkommando]
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Weisungen des O.K.M. an das Flottenkommando).
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| BArch RM 87 || colspan="3" | Akten der Befehlshaber der Zerstörer und Schlachtschiffe (Nachweise der Unterstellung).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Flottenkommando).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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| Koop / Schmolke || colspan="3" | "Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse" (Führung von Bord der Flaggschiffe).
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 17:22 Uhr

Dienststelle Flottenkommando
Das Flottenkommando unter Leitung des Flottenchefs war das operative Hauptquartier für die Führung der deutschen Seestreitkräfte auf hoher See. Es bildete das entscheidende Bindeglied zwischen der Seekriegsleitung (Skl) und den ausführenden Verbänden (Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer, U-Boote). Es trug die Gesamtverantwortung für die strategische Planung und taktische Durchführung von Operationen im Atlantik, Nordmeer und in der Nordsee.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Kiel, später Wilhelmshaven. Während des Krieges auch mobil an Bord von Flaggschiffen (z. B. Gneisenau). In der Endphase 1945 Verlegung nach Glücksburg.
Befehlsstruktur: Führung durch den Flottenchef (u. a. Admirale Boehm, Marschall, Lütjens). Dem Kommando unterstanden fachlich und zeitweise operativ die Befehlshaber der einzelnen Schiffsklassen.
Aufgaben: Koordination der Aufklärung, Planung von Vorstößen gegen den alliierten Handelsverkehr (z. B. Unternehmen „Rheinübung“) und Überwachung der Gefechtsbereitschaft der Flotte.
Kriegsende: Organisation der Evakuierungsoperationen in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Koordination der Entwaffnung unter alliierter Aufsicht in Glücksburg.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operative Kooperation: In der frühen Kriegsphase unterstand der B.d.U. fachlich dem Flottenchef; Koordination von U-Booten und Überwasserschiffen bei kombinierten Aufklärungs- und Angriffsunternehmungen.
Geleitschutz: Bereitstellung von Zerstörern oder schweren Einheiten zur Sicherung von U-Boot-Überführungsmärschen durch das gefährdete Küstenvorfeld in den Atlantik.
Taktikschulung: Festlegung der Richtlinien für gemeinsame Manöver in der Ostsee zur Perfektionierung des taktischen Verhaltens (z. B. Sicherung von Schlachtschiffen durch U-Boote).
Spezifische Besonderheiten
Stabswesen: Einsatz eines hochspezialisierten Stabes von Admiralstabsoffizieren für Operationen (A I), Nachrichtenwesen (A Setz/A IV) und Logistik.
Strategiewechsel: Wandel von der offensiven Hochseeführung schwerer Einheiten (1939-1941) hin zur defensiven Küstensicherung und Invasionsabwehr in den norwegischen Fjorden (ab 1942).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 51 Akten des Flottenkommandos (Zentrale Kriegstagebücher, Operationsbefehle und Berichte der Flottenchefs).
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Weisungen des O.K.M. an das Flottenkommando).
BArch RM 87 Akten der Befehlshaber der Zerstörer und Schlachtschiffe (Nachweise der Unterstellung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Flottenkommando).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Koop / Schmolke "Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse" (Führung von Bord der Flaggschiffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132