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II. Marine-Artillerieabteilung: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | II. Marine-Artillerieabteilung war eine stationäre Küstenartillerieeinheit der Kriegsmarine, die primär für den Schutz wichtiger Hafenanlagen und Küstenabschnitte im Bereich der Nordsee verantwortlich war.
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| colspan="3" | Die II. Marine-Artillerieabteilung war ein bedeutender Verband der Küstenverteidigung, verantwortlich für den Schutz der strategisch wichtigen Nordseestützpunkte im Raum Wilhelmshaven. Als wesentlicher Teil der ortsfesten Verteidigung stellte sie die schwere artilleristische Abwehr gegen See- und Luftangriffe sicher und sicherte das küstenseitige Vorfeld der deutschen Hauptkriegshäfen.
 
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| colspan="3" | Die Abteilung wurde bereits in der Reichsmarine formiert und hatte ihren traditionsreichen Sitz in Wilhelmshaven. Sie unterstand dem Kommandanten der Seeverteidigung Wilhelmshaven und war Teil der Küstensicherung, die den Hauptkriegshafen gegen See- und Luftangriffe schützen sollte.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Bereits in der Reichsmarine fest etabliert; Stammsitz in Wilhelmshaven. Unterstellung truppendienstlich dem Kommandanten im Abschnitt Wilhelmshaven.
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| Standorte: || colspan="3" | Batterien verteilt über den Küstenverlauf und vorgelagerte Inseln; schwere Stellungen im Raum Schillig und auf der Insel Wangerooge.
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| Aufgabenprofil: || colspan="3" | Küstensicherung und Schutz der Hafeneinfahrten. Im Kriegsverlauf Schwerpunktverlagerung auf die Marine-Flak zum Schutz der Werften und Schiffe vor Bombenangriffen.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Einbindung in die Verteidigung der „Festung Wilhelmshaven“. Schwere Gefechte mit alliierten Bodentruppen bis zur Kapitulation und anschließender Gefangenschaft.
 
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| colspan="3" | Küstenverteidigung: Die Hauptaufgabe lag in der Bedienung der schweren Küstenbatterien. Diese sicherten die Ansteuerungswege für die Flotte, einschließlich der auslaufenden U-Boote.
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Spezialisierung
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| colspan="3" | Flugabwehr (Flak): Ein wesentlicher Teil der Abteilung war in die Luftverteidigung des Raumes Wilhelmshaven eingebunden. Dies war entscheidend, um die Werften und die dortige Baubelehrung vor alliierten Bombenangriffen zu schützen.
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| Feuerleitung: || colspan="3" | Betrieb modernster E-Meß-Anlagen (Entfernungsmesser) und zentraler Feuerleitstände zur Koordinierung des Wirkungsfeuers gegen Seeziele.
 
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| Kaliber-Spektrum: || colspan="3" | Einsatz schwerster Geschütze (bis 30,5 cm) in betonierte Bettungen sowie mobile Flak-Batterien zur Nahbereichsverteidigung.
 
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| colspan="3" | Fachausbildung: Die Abteilung fungierte als Ausbildungsstätte für Artilleriepersonal. Soldaten absolvierten hier Teile ihrer fachspezifischen Ausbildung, bevor sie zu Einheiten wie der 18. Minensuchflottille oder als Artillerie-Spezialisten auf U-Boote versetzt wurden.
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| Inselverteidigung: || colspan="3" | Autarke Organisation der Batterien auf den ostfriesischen Inseln inklusive eigener Nachrichtenverbindungen und Munitionsbevorratung für Belagerungszustände.
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Personal der Marine-Artillerieabteilungen wurde oft für die Flak-Bedienungen auf U-Booten herangezogen. Ein Obermatrose der Artillerielaufbahn erhielt hier sein Fundament, das später im Artillerielehrgang für Unterseeboot-Wachoffiziere für den Dienst auf U-Booten technisch verfeinert wurde.
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| Stützpunktschutz: || colspan="3" | Sicherung der Zufahrtswege für die [[2. U-Flottille SALTZWEDEL]] gegen feindliche Überwassereinheiten und Zerstörer-Vorstöße.
 
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| Werft-Flak: || colspan="3" | Bereitstellung des Luftschutzes für Einheiten, die zu Reparaturzwecken bei der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven lagen.
 
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! colspan="3" | Ende 1945
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| Ausbildung: || colspan="3" | Unterstützung der artilleristischen Grundausbildung für U-Boot-Artilleristen vor deren Spezialisierung an den Fachschulen.
 
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| colspan="3" | Im Jahr 1945 wurde das Personal der Abteilung zunehmend in den infanteristischen Erdkampf zur Verteidigung der "Festung Wilhelmshaven" einbezogen. Nach der Kapitulation im Mai 1945 gerieten die Angehörigen in britische Kriegsgefangenschaft. Die schweren Geschützstellungen wurden gemäß alliierter Befehle demontiert oder gesprengt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 41 || colspan="3" | Akten der Marineartillerie-Abteilungen (Gliederung, Bewaffnung und Kriegstagebücher).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 31 || colspan="3" | Akten der Marinestation der Nordsee (Operative Befehle für die Küstenverteidigung Wilhelmshaven).
 
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen (Berichte über Ausbildungsgänge für Marineartilleristen).
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 45 || colspan="3" | Marineartillerie-Einheiten der Kriegsmarine [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/|Invenio Online-Recherche]. Enthält Kriegstagebücher und Batteriebesetzungspläne der II. Marine-Artillerieabteilung.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/MarineArtAbt/MarineArtAbt2.htm| → II. Marine-Artillerieabteilung]
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Marineartillerie und Landbefestigungen).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | "Die Verteidigung der Küsten" (Taktische Einordnung in das Verteidigungssystem der Nordsee).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 13:30 Uhr

Verband II. Marine-Artillerieabteilung
Die II. Marine-Artillerieabteilung war ein bedeutender Verband der Küstenverteidigung, verantwortlich für den Schutz der strategisch wichtigen Nordseestützpunkte im Raum Wilhelmshaven. Als wesentlicher Teil der ortsfesten Verteidigung stellte sie die schwere artilleristische Abwehr gegen See- und Luftangriffe sicher und sicherte das küstenseitige Vorfeld der deutschen Hauptkriegshäfen.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Bereits in der Reichsmarine fest etabliert; Stammsitz in Wilhelmshaven. Unterstellung truppendienstlich dem Kommandanten im Abschnitt Wilhelmshaven.
Standorte: Batterien verteilt über den Küstenverlauf und vorgelagerte Inseln; schwere Stellungen im Raum Schillig und auf der Insel Wangerooge.
Aufgabenprofil: Küstensicherung und Schutz der Hafeneinfahrten. Im Kriegsverlauf Schwerpunktverlagerung auf die Marine-Flak zum Schutz der Werften und Schiffe vor Bombenangriffen.
Kriegsende: Mai 1945: Einbindung in die Verteidigung der „Festung Wilhelmshaven“. Schwere Gefechte mit alliierten Bodentruppen bis zur Kapitulation und anschließender Gefangenschaft.
Spezifische Merkmale & Spezialisierung
Feuerleitung: Betrieb modernster E-Meß-Anlagen (Entfernungsmesser) und zentraler Feuerleitstände zur Koordinierung des Wirkungsfeuers gegen Seeziele.
Kaliber-Spektrum: Einsatz schwerster Geschütze (bis 30,5 cm) in betonierte Bettungen sowie mobile Flak-Batterien zur Nahbereichsverteidigung.
Inselverteidigung: Autarke Organisation der Batterien auf den ostfriesischen Inseln inklusive eigener Nachrichtenverbindungen und Munitionsbevorratung für Belagerungszustände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktschutz: Sicherung der Zufahrtswege für die 2. U-Flottille SALTZWEDEL gegen feindliche Überwassereinheiten und Zerstörer-Vorstöße.
Werft-Flak: Bereitstellung des Luftschutzes für Einheiten, die zu Reparaturzwecken bei der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven lagen.
Ausbildung: Unterstützung der artilleristischen Grundausbildung für U-Boot-Artilleristen vor deren Spezialisierung an den Fachschulen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 41 Akten der Marineartillerie-Abteilungen (Gliederung, Bewaffnung und Kriegstagebücher).
BArch RM 31 Akten der Marinestation der Nordsee (Operative Befehle für die Küstenverteidigung Wilhelmshaven).
BArch RM 123 Akten der Marineschulen (Berichte über Ausbildungsgänge für Marineartilleristen).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Marineartillerie und Landbefestigungen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Harnack, Wolfgang "Die Verteidigung der Küsten" (Taktische Einordnung in das Verteidigungssystem der Nordsee).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132