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Obersteuermann beim Stab: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ein Obersteuermann beim Stab war ein erfahrener Portepee-Unteroffizier der navigatorischen Laufbahn, der nicht auf einem einzelnen Schiff, sondern in der nautischen Abteilung eines Stabes (beispielsweise einer Flottille oder einer Sicherungs-Division) eingesetzt war. In der Reichsmarine und Kriegsmarine besetzten Obersteuermänner (Dienstgrad: Oberfeldwebel) diese Dienststellung, wenn sie aufgrund ihrer herausragenden Expertise im Navigationslehrgang und ihrer langjährigen Bord-Erfahrung für administrative und koordinierende Aufgaben unentbehrlich waren.
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| colspan="3" | Ein Obersteuermann beim Stab war ein erfahrener Portepee-Unteroffizier der navigatorischen Laufbahn (Dienstgrad: Oberfeldwebel), der in der nautischen Abteilung eines Stabes, etwa einer Flottille oder Sicherungs-Division, eingesetzt war. Aufgrund herausragender Expertise im Navigationslehrgang und langjähriger Bord-Erfahrung war er für administrative und koordinierende navigatorische Aufgaben unentbehrlich.
 
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! colspan="3" | Aufgaben und Verantwortlichkeiten
 
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| colspan="3" | Seekarten- und Nachrichtenwesen: Er war verantwortlich für die Berichtigung und Ausgabe von Seekarten sowie der amtlichen nautischen Literatur (beispielsweise Leuchtfeuerverzeichnisse) für alle Einheiten des Stabes. Er pflegte engen Kontakt zur 1. Marine-Nachrichtenabteilung, um aktuelle Minenwarnungen und Kursänderungen in die Karten der Flottille einzupflegen.
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| Nachrichtenwesen: || colspan="3" | Verantwortung für Berichtigung und Ausgabe von Seekarten sowie amtlicher nautischer Literatur (z. B. Leuchtfeuerverzeichnisse). Enger Kontakt zur 1. Marine-Nachrichtenabteilung bezüglich Minenwarnungen.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Überwachung der fachlichen Fortbildung der Steuermannsmaatschüler innerhalb des Verbandes; Beisitzer bei navigatorischen Prüfungen und Einweisung in neue technische Geräte wie das Fahrgerät (F-Gerät).
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| Nautische Beratung: || colspan="3" | Unterstützung des Adjutanten und des nautischen Offiziers (z. B. beim Führer der Minensuchboote Nord) bei der Planung von Schiffsverlegungen oder komplexen Geleitzügen.
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| Revierexpertise: || colspan="3" | Erstellung von speziellen Hafenansteuerungsskizzen und Gezeitenkalendern für die operativen Einheiten des Stabes zur Minimierung navigatorischer Risiken in schwierigen Gewässern.
 
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| colspan="3" | Ausbildung und Prüfung: Er überwachte die fachliche Fortbildung der Steuermannsmaatschüler und Steuermannsschüler innerhalb des Verbandes. Oft fungierte er als Beisitzer bei navigatorischen Prüfungen oder leitete die Einweisung des Personals in neue technische Geräte wie das Fahrgerät (F-Gerät).
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| colspan="3" | Nautische Beratung: Er unterstützte den Adjutanten und den nautischen Offizier des Stabes (beispielsweise beim Führer der Minensuchboote Nord) bei der Planung von Verlegungen oder Geleitzügen.
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Qualifikation
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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| Portepee-Status: || colspan="3" | Als ranghöchster Navigator im Stab verfügte er über eine disziplinarische Sonderstellung gegenüber dem übrigen Navigationspersonal der Flottille.
 
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| Instrumentenprüfung: || colspan="3" | Durchführung von Präzisionskontrollen an Libellensextanten und Marinechronometern; Sicherstellung der absoluten Zeitgenauigkeit für die astronomische Navigation.
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| Geheimhaltung: || colspan="3" | Verwaltung der geheimen Gitterkarten und Verschlüsselungsunterlagen für Positionsmeldungen innerhalb der nautischen Kammer des Stabes.
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| colspan="3" | Innerhalb einer U-Boot-Flottille oder in einem Stützpunkt wie dem U-Stützpunkt Bergen war der Obersteuermann beim Stab die zentrale fachliche Instanz für alle Navigationsfragen:
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Besteckkontrolle: Er war verantwortlich für die Ausgabe der geheimen Quadratkarten, die für die Standortmeldung der U-Boote auf hoher See zwingend erforderlich waren.
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| Quadratausgabe: || colspan="3" | Zentrale fachliche Instanz in Stützpunkten wie dem [[U-Stützpunkt Bergen]] für die Ausgabe der geheimen Quadratkarten zur Standortmeldung auf hoher See.
 
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| colspan="3" | Instrumentenverwaltung: Er koordinierte die Instandsetzung und Überprüfung der Chronometer und Sextanten der einlaufenden Boote, bevor diese wieder zur nächsten Feindfahrt ausliefen.
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| Werftkoordination: || colspan="3" | Koordination der Instandsetzung von Kreiselkompassanlagen und Sextanten der einlaufenden Boote vor deren nächster Feindfahrt.
 
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| colspan="3" | Personalsteuerung: Er beriet den Stab bei der Verteilung des erfahrenen Navigationspersonals der Personalreserve auf die Frontboote, um eine gleichmäßig hohe navigatorische Qualität sicherzustellen.
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| Personalsteuerung: || colspan="3" | Beratung des Stabes bei der Verteilung des erfahrenen Navigationspersonals aus der Personalreserve auf die Frontboote zur Sicherung der navigatorischen Qualität.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Aufgaben der Navigations-Unteroffiziere in Stäben und Flottillen.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält Stellenbesetzungspläne für navigatorisches Stabspersonal.
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen: Bestimmungen über die fachliche Aufsicht durch Obersteuermänner beim Stab.
 
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| Bundesarchiv, Signatur Pers 6 || colspan="3" | Personalakten. Dokumentiert die Kommandierungen erfahrener Obersteuermänner in Stabsabteilungen.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die Verwendung als Obersteuermann beim Stab in U-Flottillen oder Sicherungs-Verbänden.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Personalorganisation der Unteroffiziere).
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| Giessler, Helmuth || colspan="3" | "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Kontext zur nautischen Stabsarbeit und Kartenwesen).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 16:07 Uhr

Dienststellung Obersteuermann beim Stab
Ein Obersteuermann beim Stab war ein erfahrener Portepee-Unteroffizier der navigatorischen Laufbahn (Dienstgrad: Oberfeldwebel), der in der nautischen Abteilung eines Stabes, etwa einer Flottille oder Sicherungs-Division, eingesetzt war. Aufgrund herausragender Expertise im Navigationslehrgang und langjähriger Bord-Erfahrung war er für administrative und koordinierende navigatorische Aufgaben unentbehrlich.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Nachrichtenwesen: Verantwortung für Berichtigung und Ausgabe von Seekarten sowie amtlicher nautischer Literatur (z. B. Leuchtfeuerverzeichnisse). Enger Kontakt zur 1. Marine-Nachrichtenabteilung bezüglich Minenwarnungen.
Ausbildung: Überwachung der fachlichen Fortbildung der Steuermannsmaatschüler innerhalb des Verbandes; Beisitzer bei navigatorischen Prüfungen und Einweisung in neue technische Geräte wie das Fahrgerät (F-Gerät).
Nautische Beratung: Unterstützung des Adjutanten und des nautischen Offiziers (z. B. beim Führer der Minensuchboote Nord) bei der Planung von Schiffsverlegungen oder komplexen Geleitzügen.
Revierexpertise: Erstellung von speziellen Hafenansteuerungsskizzen und Gezeitenkalendern für die operativen Einheiten des Stabes zur Minimierung navigatorischer Risiken in schwierigen Gewässern.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Portepee-Status: Als ranghöchster Navigator im Stab verfügte er über eine disziplinarische Sonderstellung gegenüber dem übrigen Navigationspersonal der Flottille.
Instrumentenprüfung: Durchführung von Präzisionskontrollen an Libellensextanten und Marinechronometern; Sicherstellung der absoluten Zeitgenauigkeit für die astronomische Navigation.
Geheimhaltung: Verwaltung der geheimen Gitterkarten und Verschlüsselungsunterlagen für Positionsmeldungen innerhalb der nautischen Kammer des Stabes.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Quadratausgabe: Zentrale fachliche Instanz in Stützpunkten wie dem U-Stützpunkt Bergen für die Ausgabe der geheimen Quadratkarten zur Standortmeldung auf hoher See.
Werftkoordination: Koordination der Instandsetzung von Kreiselkompassanlagen und Sextanten der einlaufenden Boote vor deren nächster Feindfahrt.
Personalsteuerung: Beratung des Stabes bei der Verteilung des erfahrenen Navigationspersonals aus der Personalreserve auf die Frontboote zur Sicherung der navigatorischen Qualität.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Aufgaben der Navigations-Unteroffiziere in Stäben und Flottillen.
BArch RM 123 Akten der Marineschulen: Bestimmungen über die fachliche Aufsicht durch Obersteuermänner beim Stab.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Verwendung als Obersteuermann beim Stab in U-Flottillen oder Sicherungs-Verbänden.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Personalorganisation der Unteroffiziere).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Kontext zur nautischen Stabsarbeit und Kartenwesen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132