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X. Flottille MAS: Unterschied zwischen den Versionen

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! Verband
! '''X. Flottille MAS'''
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! '''X. Flottille MAS (Decima Flottiglia MAS)'''
 
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| colspan="3" | Die Decima Flottiglia MAS (deutsch X. MAS-Flottille; zunächst offiziell 10 Flottiglia MAS, später X Flottiglia MAS, kurz 10 MAS oder X MAS) war eine Spezialeinheit der italienischen Marine im Zweiten Weltkrieg.
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| colspan="3" | Die X. Flottille MAS war das italienische Vorbild für das spätere deutsche Kommando der Kleinkampfmittel und gilt als eine der erfolgreichsten Spezialeinheiten des Seekrieges. Sie spezialisierte sich auf die asymmetrische Seekriegsführung unter Einsatz von Kleinst-U-Booten, bemannten Torpedos und Kampfschwimmern, wobei sie durch spektakuläre Sabotageakte in alliierten Häfen internationale Bekanntheit erlangte.
 
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| colspan="3" | Die Abkürzung MAS stand in der Marine in der Regel für Motoscafo Armato Silurante, einen mit Torpedos ausgerüsteten Motorboottyp, der bei verschiedenen MAS-Flottillen eingesetzt wurde. Bei 10 Flottiglia MAS handelte es sich jedoch um einen Decknamen, da die Einheit in erster Linie mit Sprengbooten und bemannten Torpedos ausgerüstet war. In diesem Fall stand MAS auch für mezzi d’assalto oder Kleinkampfmittel.
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| colspan="3" | In den ersten Kriegsmonaten verzeichnete die Decima MAS im Mittelmeer bei verschiedenen erfolglosen Einsätzen Verluste. Im weiteren Verlauf gelang es ihr bis September 1943, fünf Kriegsschiffe und 20 andere Schiffe außer Gefecht zu setzen. Bedeutend war insbesondere der Angriff auf Alexandria in der Nacht vom 18. auf den 19.12.1941, dem unter anderem zwei britische Schlachtschiffe zum Opfer fielen. Weitere Erfolge erzielte eine kleinere, aus der Decima MAS entstandene Spezialeinheit im Schwarzen Meer.
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| colspan="3" | Nach dem Waffenstillstand von Cassibile und der folgenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen kam es im September 1943 zu einer traumatischen Spaltung der Flottille. In der unter deutschem Schutz stehenden Italienischen Sozialrepublik kämpfte ein als X Flottiglia MAS bezeichneter Großverband unter Junio Valerio Borghese bis Kriegsende an der Seite der Wehrmacht weiter.
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Einsatzsysteme
 
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| Entstehung: || colspan="3" | Hervorgegangen aus der „1. Flottiglia MAS“; am 15.03.1941 erfolgte aufgrund strengster Geheimhaltung die offizielle Umbenennung in X. Flottiglia MAS.
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| Waffensysteme: || colspan="3" | Einsatz von bemannten Torpedos (SLC „Maiale“), Sprengbooten (MT), Kleinst-U-Booten der Klassen CA/CB sowie der hochspezialisierten Kampfschwimmer-Einheit „Gamma“.
 
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| Operation Alexandria: || colspan="3" | Erfolgreichster Einsatz am 19.12.1941; Versenkung der britischen Schlachtschiffe HMS Queen Elizabeth und HMS Valiant im Hafen von Alexandria durch SLC-Einheiten.
 
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| Spaltung 1943: || colspan="3" | Nach dem Waffenstillstand Italiens (08.09.1943) kämpfte ein Teil der Einheit unter Junio Valerio Borghese auf deutscher Seite in der Republik von Salò weiter.
 
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| colspan="3" | Aus Wikipedia/Deutschland [https://de.wikipedia.org/wiki/Decima_Flottiglia_MAS | → X. Flottille MAS]
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| Ende 1945: || colspan="3" | Auflösung der verbliebenen Verbände mit dem Zusammenbruch der italienischen Sozialrepublik und der deutschen Kapitulation in Italien.
 
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Ausbildung
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| Mezzi d’assalto: || colspan="3" | Der Begriff MAS diente als Tarnbezeichnung für Kleinkampfmittel (Sturmmittel) und verschleierte die wahre Natur der technologisch innovativen Angriffswaffen.
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| Stützpunkt La Spezia: || colspan="3" | Zentrales Ausbildungs- und Entwicklungszentrum, an dem deutsche Verbindungsoffiziere die Techniken der Unterwasser-Sabotage und der Kleinst-U-Boote studierten.
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| Taktik: || colspan="3" | Perfektionierung des nächtlichen Eindringens in schwer gesicherte feindliche Kriegshäfen durch den Einsatz von Taucherschleusen auf herkömmlichen U-Booten.
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| Mutterschiffe: || colspan="3" | Engste Zusammenarbeit mit speziell umgebauten italienischen U-Booten (z. B. Scirè), die als Trägerplattformen für bemannte Torpedos bis zum Zielgebiet dienten.
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| Deutsche Blaupause: || colspan="3" | Die Erfolge der X. MAS in Gibraltar und Alexandria dienten der Seekriegsleitung als direkte Vorlage für die Gründung der deutschen Kleinkampfverbände im Jahr 1944.
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| Technologietransfer: || colspan="3" | Direkter Austausch von Know-how bezüglich Atemgeräten, Unterwasser-Sprengladungen und der Konstruktion von Kleinst-U-Booten zwischen Italien und Deutschland.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Enthält detaillierte Berichte deutscher Verbindungsoffiziere über die operativen Einsätze der X. MAS im Mittelmeerraum.
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| BArch RM 111 || colspan="3" | Kleinkampfverbände: Dokumentation des Technologietransfers und der Ausbildung deutscher K-Kämpfer durch italienische Instruktoren.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge deutscher Offiziere, die an Lehrgängen der X. Flottille MAS in Italien teilnahmen.
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| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine.
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| Borghese, Junio Valerio || colspan="3" | "Die Unterwasser-Pioniere. X. Flottiglia MAS" (Erlebnisbericht des Kommandeurs).
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| Paterson, Lawrence || colspan="3" | "Waffen der Verzweiflung" (Kapitel über die italienischen Vorbilder der deutschen K-Verbände).
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| Tarrant, V.E. || colspan="3" | "The Last Year of the Kriegsmarine" (Details zur Zusammenarbeit in der Adria 1944/45).
 
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Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 15:59 Uhr

Verband X. Flottille MAS (Decima Flottiglia MAS)
Die X. Flottille MAS war das italienische Vorbild für das spätere deutsche Kommando der Kleinkampfmittel und gilt als eine der erfolgreichsten Spezialeinheiten des Seekrieges. Sie spezialisierte sich auf die asymmetrische Seekriegsführung unter Einsatz von Kleinst-U-Booten, bemannten Torpedos und Kampfschwimmern, wobei sie durch spektakuläre Sabotageakte in alliierten Häfen internationale Bekanntheit erlangte.
Entstehung, Funktion und Einsatzsysteme
Entstehung: Hervorgegangen aus der „1. Flottiglia MAS“; am 15.03.1941 erfolgte aufgrund strengster Geheimhaltung die offizielle Umbenennung in X. Flottiglia MAS.
Waffensysteme: Einsatz von bemannten Torpedos (SLC „Maiale“), Sprengbooten (MT), Kleinst-U-Booten der Klassen CA/CB sowie der hochspezialisierten Kampfschwimmer-Einheit „Gamma“.
Operation Alexandria: Erfolgreichster Einsatz am 19.12.1941; Versenkung der britischen Schlachtschiffe HMS Queen Elizabeth und HMS Valiant im Hafen von Alexandria durch SLC-Einheiten.
Spaltung 1943: Nach dem Waffenstillstand Italiens (08.09.1943) kämpfte ein Teil der Einheit unter Junio Valerio Borghese auf deutscher Seite in der Republik von Salò weiter.
Ende 1945: Auflösung der verbliebenen Verbände mit dem Zusammenbruch der italienischen Sozialrepublik und der deutschen Kapitulation in Italien.
Spezifische Merkmale & Ausbildung
Mezzi d’assalto: Der Begriff MAS diente als Tarnbezeichnung für Kleinkampfmittel (Sturmmittel) und verschleierte die wahre Natur der technologisch innovativen Angriffswaffen.
Stützpunkt La Spezia: Zentrales Ausbildungs- und Entwicklungszentrum, an dem deutsche Verbindungsoffiziere die Techniken der Unterwasser-Sabotage und der Kleinst-U-Boote studierten.
Taktik: Perfektionierung des nächtlichen Eindringens in schwer gesicherte feindliche Kriegshäfen durch den Einsatz von Taucherschleusen auf herkömmlichen U-Booten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Mutterschiffe: Engste Zusammenarbeit mit speziell umgebauten italienischen U-Booten (z. B. Scirè), die als Trägerplattformen für bemannte Torpedos bis zum Zielgebiet dienten.
Deutsche Blaupause: Die Erfolge der X. MAS in Gibraltar und Alexandria dienten der Seekriegsleitung als direkte Vorlage für die Gründung der deutschen Kleinkampfverbände im Jahr 1944.
Technologietransfer: Direkter Austausch von Know-how bezüglich Atemgeräten, Unterwasser-Sprengladungen und der Konstruktion von Kleinst-U-Booten zwischen Italien und Deutschland.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Enthält detaillierte Berichte deutscher Verbindungsoffiziere über die operativen Einsätze der X. MAS im Mittelmeerraum.
BArch RM 111 Kleinkampfverbände: Dokumentation des Technologietransfers und der Ausbildung deutscher K-Kämpfer durch italienische Instruktoren.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge deutscher Offiziere, die an Lehrgängen der X. Flottille MAS in Italien teilnahmen.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine.
Borghese, Junio Valerio "Die Unterwasser-Pioniere. X. Flottiglia MAS" (Erlebnisbericht des Kommandeurs).
Paterson, Lawrence "Waffen der Verzweiflung" (Kapitel über die italienischen Vorbilder der deutschen K-Verbände).
Tarrant, V.E. "The Last Year of the Kriegsmarine" (Details zur Zusammenarbeit in der Adria 1944/45).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132