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Führer der U-Boote Mitte: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Im Mai 1944 wurde in Kiel die Dienststelle des Führers der Unterseeboote Mitte aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte in Vorbereitung auf die alliierte Invasion. Die neu aus der Heimat kommenden Boote wurden im Mai 1944 zunächst im südwestnorwegischen Raum gesammelt und zurückgehalten. Die Boote bildeten die Gruppe Mitte. Nach Beginn der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944 wurden die Schnorchelboote der Gruppe Mitte zum Kanal in Marsch gesetzt. Die Boote ohne Schnorchel sicherten die norwegische Küste bzw. kehrten in die Ostsee zurück. Die Dienststelle des F.d.U. Mitte wurde am 20.08.1944 wieder aufgelöst. Dem F.d.U. Mitte unterstanden 30 Boote vom Typ VII C und 15 Boote vom Typ VII C/41 direkt.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formierung im Mai 1944 zur Bildung einer operativen Reserve gegen die drohende Landung der Alliierten an den Westküsten.
 
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| Kommandeure: || colspan="3" | Mai 1944 – Juni 1944: Fregattenkapitän Karl-Friedrich Merten; Juni 1944 – August 1944: Korvettenkapitän Victor Oehrn.
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| Bootsbestand: || colspan="3" | Dem F.d.U. Mitte unterstanden insgesamt 45 Einheiten, davon 30 Boote vom Typ VII C und 15 Boote vom Typ VII C/41.
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| Ende: || colspan="3" | Auflösung der Dienststelle am 20.08.1944 nach dem Abfluss der einsatzfähigen Schnorchelboote in den Westraum und der Umgliederung der Sicherungskräfte.
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| Invasionsreserve: || colspan="3" | Strategische Zurückhaltung der wertvollsten Neubauten (Schnorchel-Nachrüstungen), um am "Tag X" eine geballte Schlagkraft gegen die Landungsflotte zu besitzen.
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| Taktische Teilung: || colspan="3" | Konsequente Selektion des Materials; nur Boote mit Unterwasser-Lüftungsanlage (Schnorchel) wurden für den extrem gefährdeten Einsatz im Kanal als tauglich eingestuft.
 
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| colspan="3" | Lexikon der Wehrmacht [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/FdU/FdUMitte.htm | → Führer der U-Boote Mitte]
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Invenio-Nachweis für Offiziere und Besatzungen, die im Zeitraum Mai-August 1944 der Gruppe Mitte in Norwegen unterstellt waren.
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| Busch / Röll || colspan="3" | „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau; Details zur Ausrüstung der Gruppe Mitte mit Schnorchelanlagen).
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| Tarrant, V. E. || colspan="3" | „Das letzte Jahr der deutschen U-Boot-Waffe“ (Analyse der verlustreichen Einsätze der Gruppe Mitte im Ärmelkanal ab Juni 1944).
 
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 10:37 Uhr

Dienststelle Führer der U-Boote Mitte (F.d.U. Mitte)
Die Dienststelle des Führers der Unterseeboote Mitte wurde im Mai 1944 in Kiel in direkter Erwartung der alliierten Invasion aufgestellt. Sie fungierte als operative Sammelinstanz für neu aus der Heimat kommende Boote, die zunächst im südwestnorwegischen Raum als „Gruppe Mitte“ zurückgehalten wurden. Nach Beginn der Invasion in der Normandie (06.06.1944) erfolgte die Aufteilung des Verbandes: Während die modernen Schnorchelboote zur Invasionsabwehr in den Ärmelkanal in Marsch gesetzt wurden, verblieben Boote ohne Schnorchel zur Küstensicherung in Norwegen oder kehrten in die Ostsee zurück.
Historischer Kontext & Führung
Aufstellung: Formierung im Mai 1944 zur Bildung einer operativen Reserve gegen die drohende Landung der Alliierten an den Westküsten.
Kommandeure: Mai 1944 – Juni 1944: Fregattenkapitän Karl-Friedrich Merten; Juni 1944 – August 1944: Korvettenkapitän Victor Oehrn.
Bootsbestand: Dem F.d.U. Mitte unterstanden insgesamt 45 Einheiten, davon 30 Boote vom Typ VII C und 15 Boote vom Typ VII C/41.
Ende: Auflösung der Dienststelle am 20.08.1944 nach dem Abfluss der einsatzfähigen Schnorchelboote in den Westraum und der Umgliederung der Sicherungskräfte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Invasionsreserve: Strategische Zurückhaltung der wertvollsten Neubauten (Schnorchel-Nachrüstungen), um am "Tag X" eine geballte Schlagkraft gegen die Landungsflotte zu besitzen.
Taktische Teilung: Konsequente Selektion des Materials; nur Boote mit Unterwasser-Lüftungsanlage (Schnorchel) wurden für den extrem gefährdeten Einsatz im Kanal als tauglich eingestuft.
Küstenschutz: Einsatz der technisch unterlegenen Nicht-Schnorchelboote zur Absicherung der norwegischen Flanke gegen britische Vorstöße und zur Rückführung in die Ausbildungsflottillen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Kernbestand für die operativen Weisungen an den F.d.U. Mitte und die Zuweisungslisten der Schnorchelboote.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Dokumentiert die strategische Lagebeurteilung und den Einsatzbefehl der Gruppe Mitte zur Invasionsfront im Juni 1944.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Offiziere und Besatzungen, die im Zeitraum Mai-August 1944 der Gruppe Mitte in Norwegen unterstellt waren.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Führung der U-Boot-Waffe: Regionale F.d.U.-Bereiche).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau; Details zur Ausrüstung der Gruppe Mitte mit Schnorchelanlagen).
Tarrant, V. E. „Das letzte Jahr der deutschen U-Boot-Waffe“ (Analyse der verlustreichen Einsätze der Gruppe Mitte im Ärmelkanal ab Juni 1944).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132