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Flaklehrgang für Fähnriche: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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! Datenblatt
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! Ausbildung
 
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! '''Flaklehrgang für Fähnriche'''
 
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| colspan="3" | Der Flaklehrgang für Fähnriche zur See war eine spezialisierte Ausbildung an der Marineflakschule, die angesichts der wachsenden alliierten Luftüberlegenheit ab dem Jahr 1942 massiv an Bedeutung gewann.
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| colspan="3" | Der Flaklehrgang für Fähnriche diente der Vorbereitung des Offiziersnachwuchses auf die Führung von Flak-Batterien an Bord oder bei Marine-Flak-Abteilungen an Land. Er vermittelte die technischen Grundlagen der Flugabwehrwaffen, die Zielansprache sowie die taktische Feuerleitung gegen bewegliche Luftziele.
 
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! colspan="3" | Ausbildungsziel und Standorte
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Das Ziel des Lehrgangs war die Befähigung der künftigen Offiziere zur Leitung der Flugabwehr an Bord eines U-Bootes.
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| Standorte: || colspan="3" | Die Ausbildung fand vornehmlich an den Küstenartillerieschulen (z. B. in Kappeln oder Swinemünde) sowie an speziellen Marine-Flakschulen statt.
 
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| colspan="3" | Hauptstandorte: Die Ausbildung fand vorrangig an der Marineflakschule I in Swinemünde oder der Marineflakschule II in Dax (Südfrankreich) statt.
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| Lehrgangsinhalt: || colspan="3" | Waffen- und Munitionskunde (2-cm, 3,7-cm und 10,5-cm Flak), Bedienung von Entfernungsmessgeräten und praktisches Schießen auf Schleppziele. Ein Fokus lag auf der "Lageerkennung" zur sofortigen Entscheidung über die Feuereröffnung.
 
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| colspan="3" | Praxis: Ein wesentlicher Teil des Lehrgangs bestand aus Schießübungen auf fliegende Ziele (Schleppziele) an den Küstenartillerie-Schießplätzen der Ostsee.
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| Laufbahn: || colspan="3" | Der Lehrgang erfolgte im Anschluss an die M.S.M. Mürwik. Während des Krieges wurde er zeitlich gestrafft und auf die Abwehr von Tieffliegerangriffen fokussiert.
 
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| Besonderheiten: || colspan="3" | Drillschwerpunkt war das „Voraushalten“ ohne Rechengeräte bei Ausfall der Optik. Die Fähnriche lernten, das Feuer nach Leuchtspur-Beobachtung manuell ins Ziel zu dirigieren, was besonders auf schwankenden U-Boot-Plattformen überlebenswichtig war.
 
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! colspan="3" | Lehrinhalte und Waffenkunde
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| Kriegsende: || colspan="3" | Im Mai 1945 wurden Lehrgangsteilnehmer oft geschlossen zur Hafenverteidigung oder in Marine-Schützen-Regimentern im Erdkampf eingesetzt.
 
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| colspan="3" | Die Fähnriche wurden an den spezifischen Flugabwehr-Waffen geschult, die auf Booten vom Typ VII C und Typ XXI zum Einsatz kamen:
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| colspan="3" | Waffensysteme: Intensive Ausbildung an der 2 cm Flak 38 (Einzel und Vierling) sowie der 3,7 cm Flak.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Technik: Handhabung der Visiereinrichtungen, Behebung von Ladehemmungen unter Stress und die Koordination des Munitionsnachschubs aus dem Bootsinneren.
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| colspan="3" | Flugzeugerkennung: Ein entscheidender Teil des Lehrgangs war das blitzschnelle Identifizieren von alliierten Flugzeugtypen (beispielsweise Liberator oder Short Sunderland), um die effektive Eröffnung des Feuers und die Wahl der richtigen Munition sicherzustellen.
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| Brückendienst: || colspan="3" | Für U-Boot-Wachoffiziere (W.O.) war dieser Lehrgang lebenswichtig, da sie auf der Brücke die Flak-Bedienung führten. Besonders ab 1943 entschied die Qualität der Feuerleitung über das Überleben bei Fliegerangriffen (z. B. in der Biskaya).
 
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| Führung der Flak-Gasten: || colspan="3" | Der Offizier war für die Wartung der Waffen durch die Mannschaften und deren disziplinierten Einsatz unter Beschuss verantwortlich. Er bildete die fachliche Autorität am Geschütz (dem sogenannten „Wintergarten“).
 
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! colspan="3" | Taktik der Flugabwehr auf U-Booten
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| Taktik der U-Flak: || colspan="3" | Bei speziell umgerüsteten Booten (U-Flak) wurden Absolventen gezielt eingesetzt, um das Feuer gegen angreifende Flugzeuge der Alliierten nicht nur defensiv, sondern offensiv zu führen, um den Gegner zum Abdrehen zu zwingen.
 
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| colspan="3" | Der Lehrgang vermittelte spezielle taktische Verhaltensweisen für den „Überwasserkampf gegen Flieger“:
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Feuerleitung: Der Fähnrich lernte, als Flak-Offizier auf der Brücke die gesamte Flak-Bedienung zu dirigieren.
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| colspan="3" | Zusammenspiel mit dem Kommandanten: Koordination zwischen Ausweichmanövern des Bootes (Zick-Zack-Kurs) und der Abwehrfeuerkraft.
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marine-Flakschulen und Küstenartillerieschulen. Beinhaltet Lehrgangspläne und Schießberichte.
 
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| colspan="3" | Besonderheit Typ XXI: Bei den modernen Booten vom Typ XXI lag der Fokus auf der Bedienung der in den Türmen integrierten 3 cm Flak-Zwillinge, was eine völlig neue Form der computergestützten Feuerleitung erforderte.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Seeoffiziere (Nachweise über die fachspezifische Flak-Qualifikation).
 
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! colspan="3" | Bedeutung für den Dienstgrad
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt Marineartillerie/Flak).
 
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| colspan="3" | Nach Abschluss des Lehrgangs fungierte der Offizier an Bord meist als Zweiter Wachoffizier oder Dritter Wachoffizier. Er war für den Zustand der Flak-Waffen und die ständige Einsatzbereitschaft der Flak-Gasten (Mannschaften) verantwortlich.
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zur Flak-Verteidigung der Boote).
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| Bredow, Armin || colspan="3" | "Die Marineflak" (Standardwerk zur Organisation und Ausbildung).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 371 || colspan="3" | (Flakvorschrift für die Kriegsmarine) enthielt die verbindlichen Schießlehren und Ausbildungsvorschriften.
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 14:45 Uhr

Ausbildung Flaklehrgang für Fähnriche
Der Flaklehrgang für Fähnriche diente der Vorbereitung des Offiziersnachwuchses auf die Führung von Flak-Batterien an Bord oder bei Marine-Flak-Abteilungen an Land. Er vermittelte die technischen Grundlagen der Flugabwehrwaffen, die Zielansprache sowie die taktische Feuerleitung gegen bewegliche Luftziele.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Die Ausbildung fand vornehmlich an den Küstenartillerieschulen (z. B. in Kappeln oder Swinemünde) sowie an speziellen Marine-Flakschulen statt.
Lehrgangsinhalt: Waffen- und Munitionskunde (2-cm, 3,7-cm und 10,5-cm Flak), Bedienung von Entfernungsmessgeräten und praktisches Schießen auf Schleppziele. Ein Fokus lag auf der "Lageerkennung" zur sofortigen Entscheidung über die Feuereröffnung.
Laufbahn: Der Lehrgang erfolgte im Anschluss an die M.S.M. Mürwik. Während des Krieges wurde er zeitlich gestrafft und auf die Abwehr von Tieffliegerangriffen fokussiert.
Besonderheiten: Drillschwerpunkt war das „Voraushalten“ ohne Rechengeräte bei Ausfall der Optik. Die Fähnriche lernten, das Feuer nach Leuchtspur-Beobachtung manuell ins Ziel zu dirigieren, was besonders auf schwankenden U-Boot-Plattformen überlebenswichtig war.
Kriegsende: Im Mai 1945 wurden Lehrgangsteilnehmer oft geschlossen zur Hafenverteidigung oder in Marine-Schützen-Regimentern im Erdkampf eingesetzt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brückendienst: Für U-Boot-Wachoffiziere (W.O.) war dieser Lehrgang lebenswichtig, da sie auf der Brücke die Flak-Bedienung führten. Besonders ab 1943 entschied die Qualität der Feuerleitung über das Überleben bei Fliegerangriffen (z. B. in der Biskaya).
Führung der Flak-Gasten: Der Offizier war für die Wartung der Waffen durch die Mannschaften und deren disziplinierten Einsatz unter Beschuss verantwortlich. Er bildete die fachliche Autorität am Geschütz (dem sogenannten „Wintergarten“).
Taktik der U-Flak: Bei speziell umgerüsteten Booten (U-Flak) wurden Absolventen gezielt eingesetzt, um das Feuer gegen angreifende Flugzeuge der Alliierten nicht nur defensiv, sondern offensiv zu führen, um den Gegner zum Abdrehen zu zwingen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marine-Flakschulen und Küstenartillerieschulen. Beinhaltet Lehrgangspläne und Schießberichte.
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Nachweise über die fachspezifische Flak-Qualifikation).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt Marineartillerie/Flak).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zur Flak-Verteidigung der Boote).
Bredow, Armin "Die Marineflak" (Standardwerk zur Organisation und Ausbildung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132