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Gruppenoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ein Gruppenoffizier war eine Schlüsselposition innerhalb der militärischen Erziehung und Ausbildung an den Marineschulen (wie der Marineschule Mürwik) oder den Unterseeboots-Lehr-Divisionen.
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| colspan="3" | Ein Gruppenoffizier war der primäre Erzieher und Vorgesetzte in der Offiziersausbildung. Er leitete eine Gruppe von Offizieranwärtern (einer Crew) unmittelbar und war maßgeblich für deren charakterliche Formung, militärische Ausbildung und die finale Beurteilung der Offizierseignung verantwortlich.
 
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! colspan="3" | Definition und Stellung
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| colspan="3" | Der Gruppenoffizier (meist im Dienstgrad eines Oberleutnants zur See oder Kapitänleutnants) war der direkte Disziplinarvorgesetzte und Mentor einer Ausbildungsgruppe von Offiziersanwärtern (Seekadetten, Fähnriche zur See). Er begleitete seine Gruppe oft über die gesamte Dauer eines Lehrgangs.
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| Aufgabengebiet: || colspan="3" | Leitung von ca. 30 bis 40 Fähnrichen oder Seekadetten an Marineschulen (z. B. Mürwik). Überwachung des Tagesablaufs, Leitung des militärischen Unterrichts, des Exerzierdienstes und der sportlichen Ausbildung zur Festigung des Korpsgeistes.
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| Beurteilungswesen: || colspan="3" | Erstellung der charakterlichen Eignungsberichte. Diese Gutachten entschieden über die Beförderung zum Leutnant zur See oder das Ausscheiden aus der Laufbahn.
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| Kriegsende 1945: || colspan="3" | Versetzung mit den Lehrgruppen in den aktiven Frontdienst oder zur infanteristischen Verteidigung (z. B. Raum Schleswig-Holstein). Nach dem 08.05.1945 verantwortlich für die geordnete Entlassung der Anwärter.
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! colspan="3" | Zentrale Aufgaben
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| colspan="3" | Militärische Erziehung: Er war verantwortlich für die Formung des Charakters und der soldatischen Haltung der Anwärter. Dazu gehörten die Überwachung von Disziplin, Ordnung und dem korrekten Auftreten in Uniform.
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| Mentor & Vorbild: || colspan="3" | Der Gruppenoffizier lebte oft in unmittelbarer Nähe seiner Gruppe. Er fungierte als „Auge und Ohr“ der Schulleitung und musste durch persönliche Integrität und Härte als unangefochtenes Vorbild dienen.
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| Selektion durch Stress: || colspan="3" | Er baute bewusst psychischen Druck auf, um die Belastbarkeit der Anwärter unter Schlafentzug und physischer Erschöpfung zu testen – eine Simulation der späteren Verhältnisse auf See.
 
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| colspan="3" | Fachliche Aufsicht: Er koordinierte den Lehrplan der Gruppe und stellte sicher, dass die Teilnehmer die Anforderungen in Lehrgängen wie dem Torpedolehrgang oder dem Nachrichtenlehrgang erfüllten.
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| "Crew-Kohäsion": || colspan="3" | Er förderte die unbedingte Solidarität innerhalb der Crew. Ein Versagen des Einzelnen wurde oft als Versagen der Gruppe gewertet, um das Prinzip der Schicksalsgemeinschaft einzuschärfen.
 
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| colspan="3" | Beurteilungswesen: Eine seiner wichtigsten Aufgaben war das Erstellen von Eignungsberichten. Sein Urteil entschied maßgeblich darüber, ob ein Anwärter zum Fähnrich zur See befördert wurde oder für die U-Boot-Waffe (beispielsweise auf einem Typ VII C) geeignet war.
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Da viele Kommandanten zuvor als Gruppenoffiziere an Schulen tätig waren, prägten sie die nächste Generation:
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| Psychologisches Profil: || colspan="3" | Der Gruppenoffizier leistete die entscheidende Vorarbeit für den BdU, indem er gezielt auf Kaltblütigkeit und schnelle Auffassungsgabe achtete und Empfehlungen für die Verwendung auf U-Booten aussprach.
 
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| colspan="3" | Erfahrungstransfer: Offiziere mit Fronterfahrung wurden gezielt als Gruppenoffiziere eingesetzt, um den Schülern praxisnahes Wissen über den Dienst an Bord eines Typ XXI zu vermitteln.
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| Bordgemeinschaft: || colspan="3" | Er legte den Grundstein für das Verständnis der engen Sozialstruktur an Bord, die auf U-Booten aufgrund des Mangels an Privatsphäre und der permanenten Gefahr von existenzieller Bedeutung war.
 
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| colspan="3" | Vorbildfunktion: Er lebte die Werte vor, die an Bord eines U-Bootes – wo Enge und Stress herrschten – für den Zusammenhalt der Besatzung unerlässlich waren.
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| Vorbild für Kommandanten: || colspan="3" | Die Führungsgrundsätze des Gruppenoffiziers prägten den späteren Führungsstil der U-Boot-Kommandanten gegenüber ihren eigenen Besatzungen auf Feindfahrt.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine. Enthält die durch Gruppenoffiziere erstellten Beurteilungen und Crew-Listen.
 
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen. Beinhaltet Richtlinien für die Erziehungsarbeit und Dienstanweisungen für das Ausbildungspersonal.
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 416 || colspan="3" | Bestimmungen für die Ausbildung und die Befugnisse der Ausbildungsoffiziere.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Offiziersausbildung und Erziehung).
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zur sozialen Prägung der U-Boot-Offiziere).
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| Güth, Rolf || colspan="3" | "Die Marineausbildung im Wandel" (Analyse der Rolle der Gruppenoffiziere in Mürwik).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 15:01 Uhr

Dienststellung Gruppenoffizier
Ein Gruppenoffizier war der primäre Erzieher und Vorgesetzte in der Offiziersausbildung. Er leitete eine Gruppe von Offizieranwärtern (einer Crew) unmittelbar und war maßgeblich für deren charakterliche Formung, militärische Ausbildung und die finale Beurteilung der Offizierseignung verantwortlich.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet: Leitung von ca. 30 bis 40 Fähnrichen oder Seekadetten an Marineschulen (z. B. Mürwik). Überwachung des Tagesablaufs, Leitung des militärischen Unterrichts, des Exerzierdienstes und der sportlichen Ausbildung zur Festigung des Korpsgeistes.
Beurteilungswesen: Erstellung der charakterlichen Eignungsberichte. Diese Gutachten entschieden über die Beförderung zum Leutnant zur See oder das Ausscheiden aus der Laufbahn.
Kriegsende 1945: Versetzung mit den Lehrgruppen in den aktiven Frontdienst oder zur infanteristischen Verteidigung (z. B. Raum Schleswig-Holstein). Nach dem 08.05.1945 verantwortlich für die geordnete Entlassung der Anwärter.
Besonderheiten der Dienststellung
Mentor & Vorbild: Der Gruppenoffizier lebte oft in unmittelbarer Nähe seiner Gruppe. Er fungierte als „Auge und Ohr“ der Schulleitung und musste durch persönliche Integrität und Härte als unangefochtenes Vorbild dienen.
Selektion durch Stress: Er baute bewusst psychischen Druck auf, um die Belastbarkeit der Anwärter unter Schlafentzug und physischer Erschöpfung zu testen – eine Simulation der späteren Verhältnisse auf See.
"Crew-Kohäsion": Er förderte die unbedingte Solidarität innerhalb der Crew. Ein Versagen des Einzelnen wurde oft als Versagen der Gruppe gewertet, um das Prinzip der Schicksalsgemeinschaft einzuschärfen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Psychologisches Profil: Der Gruppenoffizier leistete die entscheidende Vorarbeit für den BdU, indem er gezielt auf Kaltblütigkeit und schnelle Auffassungsgabe achtete und Empfehlungen für die Verwendung auf U-Booten aussprach.
Bordgemeinschaft: Er legte den Grundstein für das Verständnis der engen Sozialstruktur an Bord, die auf U-Booten aufgrund des Mangels an Privatsphäre und der permanenten Gefahr von existenzieller Bedeutung war.
Vorbild für Kommandanten: Die Führungsgrundsätze des Gruppenoffiziers prägten den späteren Führungsstil der U-Boot-Kommandanten gegenüber ihren eigenen Besatzungen auf Feindfahrt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Enthält die durch Gruppenoffiziere erstellten Beurteilungen und Crew-Listen.
BArch RM 123 Akten der Marineschulen. Beinhaltet Richtlinien für die Erziehungsarbeit und Dienstanweisungen für das Ausbildungspersonal.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Offiziersausbildung und Erziehung).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zur sozialen Prägung der U-Boot-Offiziere).
Güth, Rolf "Die Marineausbildung im Wandel" (Analyse der Rolle der Gruppenoffiziere in Mürwik).
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