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Artillerielehrgang für Fähnriche: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Artillerielehrgang für Fähnriche stellte die erste fachspezifische Berührung der Offiziersanwärter mit der schweren Bordbewaffnung und der Flugabwehr dar. Er war grundlegend, um die spätere Rolle als Geschütz- oder Flak-Offizier ausfüllen zu können.
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| colspan="3" | Der Artillerielehrgang für Fähnriche stellte die erste fachspezifische Berührung der Offiziersanwärter mit der schweren Bordbewaffnung und der Flugabwehr dar. Er war grundlegend für die spätere Rolle als Geschütz- oder Flak-Offizier und bildete die Basis für jede waffentechnische Verwendung an Bord von Überwasserschiffen und U-Booten.
 
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! colspan="3" | Zielsetzung und Ausbildungsorte
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! colspan="3" | Zielsetzung & Ausbildungsorte
 
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| colspan="3" | Der Lehrgang diente der theoretischen und praktischen Einweisung in die Waffenbedienung und die Grundlagen der Ballistik.
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung an der Schiffsartillerieschule (SAS) in Kiel-Wik, später verlegt nach Saßnitz auf Rügen (Marineartillerieschule I). Weitere Ausbildungsteile in Kiel-Ellerbek.
 
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| colspan="3" | Hauptstandorte: Die Ausbildung fand an den Marineartillerieschulen statt, insbesondere in Kiel-Ellerbek oder an der Marineartillerieschule I in Saßnitz auf Rügen.
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| Zeitliche Einordnung: || colspan="3" | Der Lehrgang schloss sich unmittelbar an die theoretische Ausbildung an der Marineschule Mürwik (M.S.M.) an.
 
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| colspan="3" | Abgrenzung: Im Vergleich zum späteren Artillerielehrgang für Unterseeboot-Wachoffiziere lag der Schwerpunkt hier noch stärker auf der allgemeinen Waffenkunde und weniger auf der spezifischen U-Boot-Taktik.  
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| Abgrenzung: || colspan="3" | Im Fokus stand die allgemeine Waffenkunde und Ballistik, im Gegensatz zum späteren, taktisch orientierten Speziallehrgang für U-Wachoffiziere.
 
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! colspan="3" | Ausbildungsinhalte
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| colspan="3" | Die Fähnriche wurden an einer breiten Palette von Geschützen ausgebildet, die auf verschiedenen Schiffstypen (vom Minensuchboot M 1503 bis zum Typ VII C) eingesetzt wurden:
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| Schiffsartillerie: || colspan="3" | Einweisung in Kaliber wie 8,8-cm und 10,5-cm SK. Vermittlung mechanischer Funktionen, Laden, Richten und Grundlagen der Feuerleitung (Entfernungsmessung).
 
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| colspan="3" | Schiffsartillerie: Grundausbildung an Kalibern wie der 8,8 cm und 10,5 cm Kanone. Die Fähnriche lernten die mechanischen Funktionen, das Laden und das Richten der Geschütze.
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| Flugabwehr (Flak): || colspan="3" | Intensive Schulung an 2-cm und 3,7-cm Flak inklusive Munitionskunde und Zerlegen der Waffen.
 
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| colspan="3" | Flugabwehr (Flak): Intensive Schulung an der 2 cm und 3,7 cm Flak. Hierzu gehörten das Zerlegen der Waffen, die Munitionskunde und das Schießen auf bewegliche Ziele (Schleppscheiben).
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| Schießdienst: || colspan="3" | „Scharfschießen“ von Küstenständen auf Seeziele sowie Übungen auf Artillerieschulbooten zum Training bei Seegang. Erbringung von Treffernachweisen als Prüfungskriterium.
 
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| colspan="3" | Feuerleitung: Einführung in die Entfernungsmessung mittels optischer Geräte (Entfernungsmesser) und die Berechnung von Vorhaltewerten.
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! colspan="3" | Praktisches Schießen
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Ein wesentlicher Teil des Lehrgangs war das „Scharfschießen“:
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| Deckgeschütz: || colspan="3" | Fundament für den Einsatz der U-Boot-Artillerie gegen Handelsschiffe (bis 1942 Primärwaffe). Wichtig für Kommandanten wie Uwe Christiansen.
 
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| colspan="3" | Küstenstände: Übungen von festen Batterien an der Küste auf Seeziele.
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| Luftabwehr: || colspan="3" | Basiswissen für die spätere Spezialisierung zum Flakleiter, eine in der zweiten Kriegshälfte überlebenswichtige Funktion auf jedem U-Boot.
 
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| colspan="3" | Schulboote: Praktische Einsätze auf Artillerieschulbooten, um das Schießen bei schwankender Plattform (Seegang) zu trainieren.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen BArch RM 121/642 dokumentiert dieser Lehrgang den Erwerb der ersten waffentechnischen Spezialqualifikation innerhalb der Crew-Laufbahn.
 
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| colspan="3" | Leistungskontrolle: Jeder Fähnrich musste eine Mindestanzahl an Treffern nachweisen, um den Lehrgang erfolgreich abzuschließen.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die weitere Laufbahn
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineartillerieschulen. Enthält Lehrgangspläne und Richtlinien für die Fähnrichsausbildung an der SAS.
 
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| colspan="3" | Der erfolgreiche Abschluss war Voraussetzung für die Beförderung zum Oberfähnrich zur See. Das hier erlernte Wissen war die Basis für den Dienst als Zweiter Wachoffizier, der an Bord eines U-Bootes oft für die gesamte Artillerie und Flak verantwortlich war. Auf dem Typ XXI wurde dieses Wissen später für die Bedienung der automatisierten Flaktürme benötigt.
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| BArch RM 121/642 || colspan="3" | Stammrollen der Kriegsmarine. Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme am Artillerielehrgang für Offiziersanwärter.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 311 || colspan="3" | (Schießvorschrift für die Schiffsartillerie) war das verbindliche Lehrbuch.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Artillerieausbildung und den Schulen der Marine).
 
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | "Die Zerstörerflottillen der deutschen Kriegsmarine" (Details zur artilleristischen Grundausbildung des Offiziersnachwuchses).
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 15:18 Uhr

Ausbildung Artillerielehrgang für Fähnriche
Der Artillerielehrgang für Fähnriche stellte die erste fachspezifische Berührung der Offiziersanwärter mit der schweren Bordbewaffnung und der Flugabwehr dar. Er war grundlegend für die spätere Rolle als Geschütz- oder Flak-Offizier und bildete die Basis für jede waffentechnische Verwendung an Bord von Überwasserschiffen und U-Booten.
Zielsetzung & Ausbildungsorte
Standorte: Durchführung an der Schiffsartillerieschule (SAS) in Kiel-Wik, später verlegt nach Saßnitz auf Rügen (Marineartillerieschule I). Weitere Ausbildungsteile in Kiel-Ellerbek.
Zeitliche Einordnung: Der Lehrgang schloss sich unmittelbar an die theoretische Ausbildung an der Marineschule Mürwik (M.S.M.) an.
Abgrenzung: Im Fokus stand die allgemeine Waffenkunde und Ballistik, im Gegensatz zum späteren, taktisch orientierten Speziallehrgang für U-Wachoffiziere.
Ausbildungsinhalte & Praktisches Schießen
Schiffsartillerie: Einweisung in Kaliber wie 8,8-cm und 10,5-cm SK. Vermittlung mechanischer Funktionen, Laden, Richten und Grundlagen der Feuerleitung (Entfernungsmessung).
Flugabwehr (Flak): Intensive Schulung an 2-cm und 3,7-cm Flak inklusive Munitionskunde und Zerlegen der Waffen.
Schießdienst: „Scharfschießen“ von Küstenständen auf Seeziele sowie Übungen auf Artillerieschulbooten zum Training bei Seegang. Erbringung von Treffernachweisen als Prüfungskriterium.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Deckgeschütz: Fundament für den Einsatz der U-Boot-Artillerie gegen Handelsschiffe (bis 1942 Primärwaffe). Wichtig für Kommandanten wie Uwe Christiansen.
Luftabwehr: Basiswissen für die spätere Spezialisierung zum Flakleiter, eine in der zweiten Kriegshälfte überlebenswichtige Funktion auf jedem U-Boot.
Personalhistorie: In den Stammrollen BArch RM 121/642 dokumentiert dieser Lehrgang den Erwerb der ersten waffentechnischen Spezialqualifikation innerhalb der Crew-Laufbahn.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marineartillerieschulen. Enthält Lehrgangspläne und Richtlinien für die Fähnrichsausbildung an der SAS.
BArch RM 121/642 Stammrollen der Kriegsmarine. Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme am Artillerielehrgang für Offiziersanwärter.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Artillerieausbildung und den Schulen der Marine).
Harnack, Wolfgang "Die Zerstörerflottillen der deutschen Kriegsmarine" (Details zur artilleristischen Grundausbildung des Offiziersnachwuchses).
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