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Ausbildungskompanie/Sperrkommando Kiel: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Ausbildungskompanie des Sperrkommandos Kiel eine elementare technische Vorschaltinstanz. Während das Sperrkommando Kiel eine ortsfeste Dienststelle war, diente seine Ausbildungskompanie der Grund- und Fachschulung des Personals für den Minendienst in der Ostsee.
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| colspan="3" | Die Ausbildungskompanie des Sperrkommandos Kiel war eine hochspezialisierte Einheit zur fachlichen Unterweisung im Umgang mit Seeminen und Sperrwaffen. Sie bildete das personelle Fundament für die Minensuch- und Sperrverbände der Ostseestation und sicherte die technische Qualifikation im Umgang mit hochempfindlichen Zündmechanismen und komplexen Verankerungssystemen.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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| colspan="3" | Entstehung: Die Ausbildungskompanie entstand im Zuge der Mobilmachung 1939 innerhalb des bestehenden Sperrkommandos Kiel. Das Sperrkommando selbst war eine Traditionsdienststelle, die für die Verteidigung der Kieler Förde durch Minen- und Netzsperren verantwortlich war.
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| Standort: || colspan="3" | Kiel-Friedrichsort; Nutzung der dortigen technischen Werkstätten und des direkten Zugangs zur Kieler Förde für Realübungen an schweren Sperrwaffen.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Fachlich der Inspektion der Sperrwaffen; truppendienstlich dem Kommandanten im Abschnitt Kiel zugeordnet.
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| Ausbildungsprofil: || colspan="3" | Handhabung von Ankertaumminen, Magnetminen und akustischen Sperrwaffen. Schulung in Sprengtechnik zur Vernichtung von Blindgängern sowie Wartung von Räumgeräten (z. B. Ottern).
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Einbindung in die Verteidigung der „Festung Kiel“. Nach der Kapitulation Übernahme des Personals in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) zur Säuberung der Belte.
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| colspan="3" | Funktion: Fachliche Basisausbildung: Schulung von Rekruten und Umsteiger-Personal zu Sperrgasten.
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| colspan="3" | U-Boot-Schnittstelle: Hier wurde das Personal der U-Stammkompanien im Umgang mit Sperrwaffen (insbes. Ankertauminen und Netzsperren) unterwiesen, bevor es auf Minen-U-Boote oder zu den Fachlehrgängen an die Sperrwaffenschule (Sperrschule) versetzt wurde.
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| Zünder-Justierung: || colspan="3" | Intensiver Drill an den hochempfindlichen mechanischen und elektrischen Zündern der Einheitsminen (EM). Präzision war hier Voraussetzung für die eigene Sicherheit.
 
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| Kampfschwimmer-Abwehr: || colspan="3" | In der Spätphase 1944/45 Ausbildung spezifischer Wachkontingente zur Abwehr feindlicher Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Kieler Hafengebiet.
 
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| colspan="3" | Infrastruktur: Die Kompanie nutzte die Depots und Übungsanlagen im Raum Kiel-Wik und Kiel-Friedrichsort.
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| M.E.S.-Schulung: || colspan="3" | Unterweisung im Betrieb von Marine-Eigen-Schutzanlagen (Entmagnetisierung), um die Gefährdung eigener Schiffe durch Magnetminen zu minimieren.
 
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| colspan="3" | Ende: Die Ausbildungskompanie wurde gegen Kriegsende 1945 teilweise aufgelöst, um das Personal in Marine-Schützen-Bataillone zur Verteidigung Schleswig-Holsteins einzugliedern. Die Dienststelle des Sperrkommandos selbst bestand bis zur Kapitulation im Mai 1945.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | In den Biografien von U-Bootfahrern ist diese Kompanie oft der Ort der ersten fachspezifischen Berührung mit Minen:
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| Spezialisten-Pool: || colspan="3" | Ausbildung der Sperrwaffenmaate für U-Boote der Typen [[VII D]] und [[X B]] zur Wartung und zum korrekten Ausstoß der Minenfracht aus den Schächten.
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| Auslaufwege: || colspan="3" | Bereitstellung des Personals für die systematische Minenüberwachung der Kieler Förde, um die sichere Passage der 5. U-Flottille und der Werft-Neubauten zu garantieren.
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| Minenabwehr-Lehre: || colspan="3" | Einweisung angehender Wachoffiziere in die Wirkungsweise alliierter Minentypen zur korrekten Risikoeinschätzung bei Durchquerung gefährdeter dänischer Gewässer.
 
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| colspan="3" | Vorausbildung: Bevor ein Soldat auf ein Minen-U-Boot (Typ VII D oder XB) kam, absolvierte er hier oft seine „nasse“ Grundausbildung im Sperrwesen.
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| colspan="3" | Stützpunktsicherung: Das Sperrkommando Kiel war verantwortlich für die Netzsperren, die die U-Boot-Liegeplätze in Kiel vor britischen Kleinst-U-Booten schützten. Das dort ausgebildete Personal bediente diese Sperren.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 20 / 1066 || colspan="3" | Akten der Inspektion der Sperrwaffen (Ausbildungsgänge und Richtlinien für das Sperrkommando Kiel).
 
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die fachliche Unterweisung des Sperrpersonals).
 
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| BArch RM 41 || colspan="3" | Unterlagen des Kommandanten im Abschnitt Kiel (Einbindung des Sperrkommandos in die Küstenverteidigung).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Sperrwaffen. Zentraler Bestand für die Richtlinien der Sperrausbildung. Hier finden sich Berichte über die Auslastung der Ausbildungskompanien.
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| Bundesarchiv Bestand RM 47 || colspan="3" | Dienststellen der Marinestation der Ostsee. Enthält die Akten des Kommandanten im Abschnitt Kiel, dem das Sperrkommando unterstand. Dokumentiert die Standorte und die personelle Stärke der Ausbildungskompanie.
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Sperrwaffenverbände).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Ruge, Friedrich || colspan="3" | "Im Küstenvorfeld: Minensuchen, Geleitleiten, Vorpostenbootdienst" (Technische Bedeutung der Sperrwaffenausbildung).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 12:55 Uhr

Ausbildung Ausbildungskompanie / Sperrkommando Kiel
Die Ausbildungskompanie des Sperrkommandos Kiel war eine hochspezialisierte Einheit zur fachlichen Unterweisung im Umgang mit Seeminen und Sperrwaffen. Sie bildete das personelle Fundament für die Minensuch- und Sperrverbände der Ostseestation und sicherte die technische Qualifikation im Umgang mit hochempfindlichen Zündmechanismen und komplexen Verankerungssystemen.
Historischer Kontext & Organisation
Standort: Kiel-Friedrichsort; Nutzung der dortigen technischen Werkstätten und des direkten Zugangs zur Kieler Förde für Realübungen an schweren Sperrwaffen.
Unterstellung: Fachlich der Inspektion der Sperrwaffen; truppendienstlich dem Kommandanten im Abschnitt Kiel zugeordnet.
Ausbildungsprofil: Handhabung von Ankertaumminen, Magnetminen und akustischen Sperrwaffen. Schulung in Sprengtechnik zur Vernichtung von Blindgängern sowie Wartung von Räumgeräten (z. B. Ottern).
Kriegsende: Mai 1945: Einbindung in die Verteidigung der „Festung Kiel“. Nach der Kapitulation Übernahme des Personals in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) zur Säuberung der Belte.
Spezifische Merkmale & Spezialisierung
Zünder-Justierung: Intensiver Drill an den hochempfindlichen mechanischen und elektrischen Zündern der Einheitsminen (EM). Präzision war hier Voraussetzung für die eigene Sicherheit.
Kampfschwimmer-Abwehr: In der Spätphase 1944/45 Ausbildung spezifischer Wachkontingente zur Abwehr feindlicher Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Kieler Hafengebiet.
M.E.S.-Schulung: Unterweisung im Betrieb von Marine-Eigen-Schutzanlagen (Entmagnetisierung), um die Gefährdung eigener Schiffe durch Magnetminen zu minimieren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Spezialisten-Pool: Ausbildung der Sperrwaffenmaate für U-Boote der Typen VII D und X B zur Wartung und zum korrekten Ausstoß der Minenfracht aus den Schächten.
Auslaufwege: Bereitstellung des Personals für die systematische Minenüberwachung der Kieler Förde, um die sichere Passage der 5. U-Flottille und der Werft-Neubauten zu garantieren.
Minenabwehr-Lehre: Einweisung angehender Wachoffiziere in die Wirkungsweise alliierter Minentypen zur korrekten Risikoeinschätzung bei Durchquerung gefährdeter dänischer Gewässer.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1066 Akten der Inspektion der Sperrwaffen (Ausbildungsgänge und Richtlinien für das Sperrkommando Kiel).
BArch RM 123 Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die fachliche Unterweisung des Sperrpersonals).
BArch RM 41 Unterlagen des Kommandanten im Abschnitt Kiel (Einbindung des Sperrkommandos in die Küstenverteidigung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Sperrwaffenverbände).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Ruge, Friedrich "Im Küstenvorfeld: Minensuchen, Geleitleiten, Vorpostenbootdienst" (Technische Bedeutung der Sperrwaffenausbildung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132