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16. Vorpostenflottille: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die 16. Vorpostenflottille war ein wichtiger Sicherungsverband, der primär im Westraum (Biskaya) operierte. Sie war direkt für den Schutz der U-Boot-Ein- und Auslaufwege an der französischen Atlantikküste verantwortlich war. Später wurde sie im Kattegat und Skagerrak eingesetzt.
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| colspan="3" | Die 16. Vorpostenflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vorwiegend an der dänischen Westküste und in der Deutschen Bucht operierte. Als Teil der Küstensicherung schützte sie die Schifffahrtswege gegen alliierte Luftangriffe, Minenleger und Unterseeboote. Die Flottille stützte sich auf hochseetaugliche, umgerüstete Fischdampfer, die für ihre Robustheit und Seeausdauer bekannt waren.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende (1940)
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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| colspan="3" | Entstehung: Die Flottille wurde im Oktober 1940 (kurz nach der Besetzung Frankreichs) in den Niederlanden aufgestellt, aber fast umgehend an die französische Westküste verlegt.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Mobilmachung im Oktober 1939; Hauptoperationsgebiet vor der dänischen Küste und im Skagerrak.
 
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| Standorte: || colspan="3" | Zentraler Stützpunkt in Frederikshavn, später auch in Esbjerg (Jütland).
 
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| colspan="3" | Funktion: Hauptaufgabe war die Vorposten-Sicherung und der Geleitschutz in der Biskaya.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Operativ dem Führer der Vorpostenboote Nord (später B.S.N.) unterstellt.
 
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| Ausrüstung: || colspan="3" | Umgebaute Fischerei-Großfahrzeuge (ca. 450–650 BRT), bewaffnet mit 3,7-cm- und 2-cm-Flak, Wasserbomben sowie frühen Funkmessbeobachtungsgeräten (FuMB).
 
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| colspan="3" | Stützpunkte: Die Einheiten waren in Lorient, Concarneau und La Pallice stationiert – allesamt Kernstützpunkte der U-Boot-Waffe (z.B. Sitz der 2., 10. und 3. U-Flottille).
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Beteiligung an massiven Evakuierungen in der Ostsee. Nach der Kapitulation Überführung in den Deutschen Minenräumdienst zur Säuberung der Routen vor Jütland.
 
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| colspan="3" | U-Boot-Sicherung: Die Flottille stellte die „Escorte“ für die Atlantik-Boote. Sie sicherte die Zwangswege durch die Biskaya gegen alliierte U-Boote und Jagdbomber, bis die Boote die tiefen Gewässer erreicht hatten (oder umgekehrt bei der Heimkehr).
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! colspan="3" | Aufgabenprofil & Spezifische Merkmale
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| colspan="3" | Fahrzeuge: Die Flottille bestand aus schwer bewaffneten umgebauten Fischdampfern und Walfängern mit den Kennungen V 1601 bis V 1615.
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| Flugsicherung: || colspan="3" | Einsatz als Vorwarnposten zur Meldung einfliegender alliierter Bomberverbände in Richtung Norddeutschland.
 
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| Erztank-Schutz: || colspan="3" | Lückenlose Sicherung der strategisch wichtigen Erzdampfer auf ihrem Weg von Norwegen in die deutschen Nordseehäfen.
 
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| colspan="3" | Ende: Die Flottille wurde im August 1944 nach der Invasion der Alliierten in der Normandie und dem Vorrücken auf die Bretagne aufgelöst. Viele Schiffe wurden als Sperren versenkt oder gingen bei den Kämpfen um die „Festungen“ Lorient und La Rochelle verloren.
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| Technische Daten: || colspan="3" | Geschwindigkeit ca. 10–12 kn; Besatzungsstärke ca. 30 Mann. Ausrüstung mit S-Gerät (Sonar) zur aktiven U-Jagd im Küstenvorfeld.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Kommandanten
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Auslaufwege: || colspan="3" | Sicherung der Passage von Front-U-Booten aus Nordseehäfen oder Ostseewerften über das Skagerrak in den Nordatlantik; Vorhut gegen britische U-Boot-Lauerstellungen.
 
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| colspan="3" | Geleitpartner: Im Kriegstagebuch (KTB) vieler Boote steht oft: „Aufgenommen durch V 1605 vor Lorient“. Dies war die Lebensversicherung der Kommandanten gegen alliierte Luftangriffe in Küstennähe.
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| Ausbildungsschutz: || colspan="3" | Flak-Schutz für Boote der Unterseeboot-Lehrdivisionen während ihrer Überwasser-Übungsabschnitte in den nördlichen Gewässern des Kattegats.
 
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| Horchdienst: || colspan="3" | Lieferung wichtiger Daten über feindliche Bewegungen mittels installierter Horchgeräte an den B.d.U., was die taktische Routenplanung der U-Boote maßgeblich beeinflusste.
| colspan="3" | Landkommandos: In den „Lücken“ zwischen zwei Bordkommandos wurden U-Boot-Offiziere gelegentlich als Artillerie-Berater oder Verbindungsoffiziere zur 16. Flottille kommandiert, um die Flak-Abwehr der Sicherungsboote zu verbessern.
 
 
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| colspan="3" | Nach der Räumung der Atlantikstützpunkte oder durch Umgliederungen wurde die 16. Vorpostenflottille (in ihrer zweiten Form bzw. durch Verlegung der Reste) zum entscheidenden Schutzschild in den dänischen Gewässern.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Einsatz im Kattegat (1941/44–1945)
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| BArch RM 65 / 19 || colspan="3" | Kriegstagebuch (KTB) der 16. Vorpostenflottille (Sicherungseinsätze vor Dänemark und Skagerrak).
 
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| BArch RM 61 / 11 || colspan="3" | Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Materielle Ausstattung und Personalbesetzung).
 
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| colspan="3" | Obwohl Teile der Flottille im Westen waren, lag der Schwerpunkt der 16. Vorpostenflottille ab 1944 (nach der Rückverlegung/Neuaufstellung) in der Sicherung der Ostsee-Ausgänge.
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Strategische Bedeutung für U-Boot-Durchbruchswege).
 
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| colspan="3" | Stützpunkte: Hauptsächlich Frederikshavn (Dänemark) und zeitweise Skagen.
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| colspan="3" | Funktion: Die Flottille sicherte die Transitwege der U-Boote durch das Kattegat und Skagerrak.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Vorpostenflottillen im Nordraum).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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| colspan="3" | U-Boot-Schutz: Da die britische Royal Air Force (RAF) ab 1944 massiv Minen im Kattegat legte und Jagdbomber (Mosquitos/Beaufighters) Jagd auf U-Boote im Transit machte, lieferte die 16. Vp.-Flottille den lebensnotwendigen Flakschutz und Minensuchdienst.
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| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, technische Daten der Fischdampfer).
 
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| colspan="3" | Ausbildungssicherung: Sie sicherte auch die Erprobungsgebiete der neuen Typ XXI Boote, die in der Ostsee ihre taktische Ausbildung absolvierten.
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| colspan="3" | Ende: Die Flottille blieb bis zur Kapitulation im Mai 1945 in dänischen Gewässern aktiv. Viele Boote wurden danach für den [[Deutschen Minenräumdienst]] (GMSA) unter britischer Aufsicht eingesetzt.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Kommandanten
 
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| colspan="3" | 1944/45 war die Flottille für die U-Boote, die von den norwegischen Stützpunkten (Bergen/Drontheim) nach Deutschland verlegten oder umgekehrt, die Einheit, die den „Gefahrenpunkt Kattegat“ absicherte.
 
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| colspan="3" | Geleitsicherung: Wenn ein Kommandant im KTB vermerkt: „Aufgenommen durch Sicherung Gruppe Frederikshavn“, war dies fast immer die 16. Flottille.
 
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| colspan="3" | Landkommandos: In den letzten Kriegsmonaten wurden U-Boot-Offiziere ohne Boot oft als Verbindungsoffiziere auf die Vorpostenboote der 16. Flottille kommandiert, um die Zusammenarbeit bei der Fliegerabwehr zu koordinieren.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 106 || colspan="3" | Flottillen der Sicherungsstreitkräfte. Die Kriegstagebücher für den Zeitraum 1944/45 (RM 106/133 ff.) enthalten detaillierte Berichte über Luftkämpfe im Kattegat und die Geleitzüge der U-Boote.
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 47 || colspan="3" | Befehlshaber der Sicherung der Ostsee (B.S.O.). Da die Flottille im Kattegat dem B.S.O. unterstellt war, finden sich hier die strategischen Befehle zur Offenhaltung der U-Boot-Transitwege.
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/VFlottillen/16VFlott.htm| → 16. Vorpostenflottille]
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 12:58 Uhr

Verband 16. Vorpostenflottille
Die 16. Vorpostenflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vorwiegend an der dänischen Westküste und in der Deutschen Bucht operierte. Als Teil der Küstensicherung schützte sie die Schifffahrtswege gegen alliierte Luftangriffe, Minenleger und Unterseeboote. Die Flottille stützte sich auf hochseetaugliche, umgerüstete Fischdampfer, die für ihre Robustheit und Seeausdauer bekannt waren.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Mobilmachung im Oktober 1939; Hauptoperationsgebiet vor der dänischen Küste und im Skagerrak.
Standorte: Zentraler Stützpunkt in Frederikshavn, später auch in Esbjerg (Jütland).
Unterstellung: Operativ dem Führer der Vorpostenboote Nord (später B.S.N.) unterstellt.
Ausrüstung: Umgebaute Fischerei-Großfahrzeuge (ca. 450–650 BRT), bewaffnet mit 3,7-cm- und 2-cm-Flak, Wasserbomben sowie frühen Funkmessbeobachtungsgeräten (FuMB).
Kriegsende: Mai 1945: Beteiligung an massiven Evakuierungen in der Ostsee. Nach der Kapitulation Überführung in den Deutschen Minenräumdienst zur Säuberung der Routen vor Jütland.
Aufgabenprofil & Spezifische Merkmale
Flugsicherung: Einsatz als Vorwarnposten zur Meldung einfliegender alliierter Bomberverbände in Richtung Norddeutschland.
Erztank-Schutz: Lückenlose Sicherung der strategisch wichtigen Erzdampfer auf ihrem Weg von Norwegen in die deutschen Nordseehäfen.
Technische Daten: Geschwindigkeit ca. 10–12 kn; Besatzungsstärke ca. 30 Mann. Ausrüstung mit S-Gerät (Sonar) zur aktiven U-Jagd im Küstenvorfeld.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Auslaufwege: Sicherung der Passage von Front-U-Booten aus Nordseehäfen oder Ostseewerften über das Skagerrak in den Nordatlantik; Vorhut gegen britische U-Boot-Lauerstellungen.
Ausbildungsschutz: Flak-Schutz für Boote der Unterseeboot-Lehrdivisionen während ihrer Überwasser-Übungsabschnitte in den nördlichen Gewässern des Kattegats.
Horchdienst: Lieferung wichtiger Daten über feindliche Bewegungen mittels installierter Horchgeräte an den B.d.U., was die taktische Routenplanung der U-Boote maßgeblich beeinflusste.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 / 19 Kriegstagebuch (KTB) der 16. Vorpostenflottille (Sicherungseinsätze vor Dänemark und Skagerrak).
BArch RM 61 / 11 Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Materielle Ausstattung und Personalbesetzung).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Strategische Bedeutung für U-Boot-Durchbruchswege).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Vorpostenflottillen im Nordraum).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, technische Daten der Fischdampfer).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132