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8. Minensuchflottille: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die 8. Minensuchflottille war ein operativer Sicherungsverband der Kriegsmarine, der primär für den Schutz der strategisch bedeutsamen Biskaya-Häfen und der dort stationierten U-Boote verantwortlich war.
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| colspan="3" | Die 8. Minensuchflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in der Nordsee, vor der norwegischen Küste und im Nordmeer operierte. Ausgerüstet mit leistungsstarken Minensuchbooten vom Typ 1935, sicherte sie die strategisch wichtigen Erzwege und unterstützte große Flottenoperationen im arktischen Raum gegen alliierte und sowjetische See- und Luftstreitkräfte.
 
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| colspan="3" | Die Flottille wurde am 14.03.1941 neu formiert. Ihr Hauptoperationsgebiet lag in Westfrankreich und der Biskaya. Der Stab der Flottille war in den großen U-Boot-Stützpunkten (beispielsweise Lorient oder St. Nazaire) stationiert. Die Führung bestand aus erfahrenen Offizieren, die ihre seemännische Härte oft bereits in der Reichsmarine oder auf den Einheiten der 1. Minensuchhalbflottille erworben hatten.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Mobilmachung am 01.03.1940; im April 1940 aktive Teilnahme am [[Unternehmen Weserübung]] als Teil der Kriegsschiffgruppe 2 (Drontheim).
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| Standorte: || colspan="3" | Operative Basis in norwegischen Gewässern; Hauptstützpunkte in Drontheim, Tromsø und Kirkenes.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Truppendienstlich dem Führer der Minensuchboote Nord unterstellt.
 
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| Aufgabenprofil: || colspan="3" | Räumen britischer und sowjetischer Minensperren in den Eismeerfjorden sowie Geleitschutz für kriegswichtige Versorgungs- und Erztruppentransporte.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945 Beteiligung an Rückzugsbewegungen aus Nordnorwegen. Nach der Kapitulation teilweise Eingliederung in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.).
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! colspan="3" | Aufgaben und Sicherungsdienst
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Technik
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| colspan="3" | Wegesicherung: Die zentrale Aufgabe war die Offenhaltung der „Zwangswege“. Da die Royal Air Force die Hafeneinfahrten permanent verminte, waren die Boote der Flottille im Dauereinsatz, um den Weg für aus- und einlaufende U-Boote freizuhalten.
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| Bootstyp 1935: || colspan="3" | Einsatz der Boote M 171 bis M 176. Diese Einheiten galten aufgrund ihrer Hochdruck-Heißdampfanlage (ca. 3.500 PS) und 18 kn Fahrt als besonders leistungsstark.
 
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| colspan="3" | Zusammenarbeit: Die Flottille arbeitete eng mit der 1. Marine-Nachrichtenabteilung und den Fernaufklärern der Gruppe 123 zusammen. Die Kommunikation erfolgte strikt über den optischen Signaldienst, um keine Funkpeilung durch den Gegner zu ermöglichen.
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| Bewaffnung: || colspan="3" | Ausrüstung mit 2 x 10,5 cm Geschützen sowie verstärkter Flak-Bewaffnung zur Abwehr sowjetischer Tiefflieger an der Eismeerfront.
 
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| colspan="3" | Geleitschutz: Neben der Minenabwehr sicherten die Einheiten Küstentransporte und Marschgruppen gegen Angriffe britischer Schnellboote und Jagdbomber.
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| Arktis-Ausrüstung: || colspan="3" | Besondere technische Vorkehrungen gegen Vereisung der Räumgeräte und Waffenplattformen für den dauerhaften Einsatz nördlich des Polarkreises.
 
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! colspan="3" | Verbleib in den Atlantik-Festungen (nach 1944)
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Nach der alliierten Invasion in der Normandie (Juni 1944) und dem Vormarsch der Landstreitkräfte wurde die Flottille von den rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten.
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| Basissicherung: || colspan="3" | Sicherung der Ansteuerungswege für die in Nordnorwegen stationierten Boote der [[11. U-Flottille]] und [[13. U-Flottille]] als Voraussetzung für Angriffe auf PQ-Konvois.
 
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| colspan="3" | Stationierung: Die Flottille verblieb in Frankreich und wurde in den sogenannten Atlantik-Festungen (Lorient, St. Nazaire, La Rochelle) stationiert.
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| Geleitschutz: || colspan="3" | Verstärkter Flak- und U-Jagd-Schutz bei Überführungen von Frontbooten zwischen den norwegischen Stützpunkten zum Schutz vor sowjetischen Angriffen.
 
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| colspan="3" | Einsatz bis Kriegsende: In diesen eingekesselten Stützpunkten dienten die verbliebenen Boote als schwimmende Batterien zur Verteidigung gegen Seeangriffe oder zur lokalen Sicherung der Festungsgebiete. Die Besatzungen, darunter viele Angehörige der Personalreserve, wurden teilweise im infanteristischen Erdkampf eingesetzt, bis die Festungen im Mai 1945 kapitulierten.
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| Bergeeinsätze: || colspan="3" | Aufgrund hoher Seetüchtigkeit mehrfache Heranziehung zur Bergung havarierter Boote (z. B. vom Typ [[VII C]]) unter den extremen Bedingungen des Nordmeeres.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 69 / 21 || colspan="3" | Kriegstagebuch (KTB) der 8. Minensuchflottille (Einsätze bei Weserübung und im Nordmeer).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 69/9 || colspan="3" | Kriegstagebücher der 8. Minensuchflottille. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält die Einsatzberichte aus der Biskaya und die Meldungen aus den Festungsbereichen 1944/45.
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| BArch RM 61 || colspan="3" | Akten des Führers der Minensuchboote Nord (Materielle Ausstattung und Personalstruktur).
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Minensucher/8MinSuch.htm| → 8. Minensuchflottille]
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| BArch RM 45-II || colspan="3" | Unterlagen des Admirals norwegische Polarküste (Operative Zusammenarbeit im Eismeer).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Minensuchverbände in Norwegen).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1935).
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 14:24 Uhr

Verband 8. Minensuchflottille
Die 8. Minensuchflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in der Nordsee, vor der norwegischen Küste und im Nordmeer operierte. Ausgerüstet mit leistungsstarken Minensuchbooten vom Typ 1935, sicherte sie die strategisch wichtigen Erzwege und unterstützte große Flottenoperationen im arktischen Raum gegen alliierte und sowjetische See- und Luftstreitkräfte.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Mobilmachung am 01.03.1940; im April 1940 aktive Teilnahme am Unternehmen Weserübung als Teil der Kriegsschiffgruppe 2 (Drontheim).
Standorte: Operative Basis in norwegischen Gewässern; Hauptstützpunkte in Drontheim, Tromsø und Kirkenes.
Unterstellung: Truppendienstlich dem Führer der Minensuchboote Nord unterstellt.
Aufgabenprofil: Räumen britischer und sowjetischer Minensperren in den Eismeerfjorden sowie Geleitschutz für kriegswichtige Versorgungs- und Erztruppentransporte.
Kriegsende: Mai 1945 Beteiligung an Rückzugsbewegungen aus Nordnorwegen. Nach der Kapitulation teilweise Eingliederung in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.).
Spezifische Merkmale & Technik
Bootstyp 1935: Einsatz der Boote M 171 bis M 176. Diese Einheiten galten aufgrund ihrer Hochdruck-Heißdampfanlage (ca. 3.500 PS) und 18 kn Fahrt als besonders leistungsstark.
Bewaffnung: Ausrüstung mit 2 x 10,5 cm Geschützen sowie verstärkter Flak-Bewaffnung zur Abwehr sowjetischer Tiefflieger an der Eismeerfront.
Arktis-Ausrüstung: Besondere technische Vorkehrungen gegen Vereisung der Räumgeräte und Waffenplattformen für den dauerhaften Einsatz nördlich des Polarkreises.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Basissicherung: Sicherung der Ansteuerungswege für die in Nordnorwegen stationierten Boote der 11. U-Flottille und 13. U-Flottille als Voraussetzung für Angriffe auf PQ-Konvois.
Geleitschutz: Verstärkter Flak- und U-Jagd-Schutz bei Überführungen von Frontbooten zwischen den norwegischen Stützpunkten zum Schutz vor sowjetischen Angriffen.
Bergeeinsätze: Aufgrund hoher Seetüchtigkeit mehrfache Heranziehung zur Bergung havarierter Boote (z. B. vom Typ VII C) unter den extremen Bedingungen des Nordmeeres.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 69 / 21 Kriegstagebuch (KTB) der 8. Minensuchflottille (Einsätze bei Weserübung und im Nordmeer).
BArch RM 61 Akten des Führers der Minensuchboote Nord (Materielle Ausstattung und Personalstruktur).
BArch RM 45-II Unterlagen des Admirals norwegische Polarküste (Operative Zusammenarbeit im Eismeer).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Minensuchverbände in Norwegen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1935).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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