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Unteroffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Unteroffizierslehrgang war die entscheidende Hürde für Mannschaftsdienstgrade (wie den Obermatrosen), um in das Unteroffizierskorps der Reichsmarine oder Kriegsmarine aufzusteigen. Er transformierte einen Fachspezialisten in einen militärischen Vorgesetzten und bildete das disziplinarische Fundament für die Führung kleinerer personeller Einheiten an Bord und an Land.
 
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| colspan="3" | Der Lehrgang diente der Ausbildung zum Maat. Die Teilnehmer wurden für die Dauer des Kurses meist an eine Marineunteroffizierslehrabteilung (beispielsweise die II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung in Glückstadt) kommandiert. Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung und die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder an Bord.
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| Funktion: || colspan="3" | Ausbildung zum Maat; Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung sowie die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder im Bordbetrieb.
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung an Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.), u. a. in Glückstadt (II. M.U.L.A.), Kiel-Friedrichsort oder Wesermünde.
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| Methodik: || colspan="3" | Intensive Schulung in der Menschenführung gemäß M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) sowie Ausbildung zum Gruppenführer für den Schützenlehrgang.
 
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| Rechtskunde: || colspan="3" | Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung, im Beschwerdewesen und im militärischen Recht zur Ausübung der Vorgesetztenfunktion.
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| colspan="3" | In der Reichsmarine war der Lehrgang aufgrund der personellen Verknappung durch den Versailler Vertrag extrem selektiv:
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| Psychologie: || colspan="3" | Training der Belastbarkeit unter extremen Bedingungen (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung), um eine Gruppe auch in kritischen Gefechtslagen zusammenzuhalten.
 
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| colspan="3" | Menschenführung: Intensive Schulung in der Erziehung und Führung von Untergebenen gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung).
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| Fachbasis: || colspan="3" | Der Lehrgang war die zwingende Basis für spätere Spezialisierungen wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am Fahrgerät (F-Gerät).
 
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| colspan="3" | Infanteristische Qualifikation: Ausbildung zum Gruppenführer, um Rekruten in der Grundausbildung oder im Schützenlehrgang anleiten zu können.
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| Selektion: || colspan="3" | In der Reichsmarine aufgrund personeller Verknappung extrem selektiv; nur die besten Obermatrosen wurden für den Aufstieg zum Maat zugelassen.
| colspan="3" | Militärisches Recht: Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung und im Beschwerdewesen.
 
 
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| colspan="3" | Mit dem Fokus auf die U-Boote wurde der Lehrgang um psychologische Komponenten ergänzt:
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| Kaderschmiede: || colspan="3" | Fundament für hochqualifizierte Fachvorgesetzte wie Diesel-, Elektro- oder Obermechanikermaate, die für den technischen Betrieb der Boote unverzichtbar waren.
 
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| colspan="3" | Belastbarkeit: Training für das Führen einer Gruppe unter den extremen Bedingungen einer Feindfahrt (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung).
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| Aufstiegspotenzial: || colspan="3" | Besonders bewährte Absolventen konnten über die Schiene der Kriegsoffiziers-Laufbahn (z. B. Hans Buscher oder Johann Buttjer) bis zum Kommandanten aufsteigen.
 
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| colspan="3" | Spezialisierung: Der Lehrgang bildete die Basis, um anschließend fachspezifische Kurse wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am F-Gerät (Fahrgerät) zu besuchen.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den entscheidenden Karriereschritt vom Befehlsempfänger zum militärischen Vorgesetzten.
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| colspan="3" | Für die Seeoffiziere war der Absolvent dieses Lehrgangs der wichtigste Partner in der täglichen Dienstgestaltung. Ein frisch beförderter Maat übernahm die Verantwortung für einen Abschnitt im Boot und entlastete den Wachoffizier in der unmittelbaren Aufsicht über die Personalreserve. In den Stützpunkten (wie dem U-Stützpunkt Bergen) stellten diese Unteroffiziere das Rückgrat der militärischen Ordnung dar.
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.).
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Stammrollen der Marine-Lehrabteilungen (Dokumentation der Lehrgangsteilnehmer und Prüfungsergebnisse).
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Marine-Lehrabteilungen).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 11 || colspan="3" | Schiffsstamm- und Ausbildungseinheiten. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien für Unteroffizieranwärter.
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung der Unteroffiziere für das innere Gefüge der Bordgemeinschaft).
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:54 Uhr

Ausbildung Unteroffizierslehrgang
Der Unteroffizierslehrgang war die entscheidende Hürde für Mannschaftsdienstgrade (wie den Obermatrosen), um in das Unteroffizierskorps der Reichsmarine oder Kriegsmarine aufzusteigen. Er transformierte einen Fachspezialisten in einen militärischen Vorgesetzten und bildete das disziplinarische Fundament für die Führung kleinerer personeller Einheiten an Bord und an Land.
Zielsetzung, Status und Standorte
Funktion: Ausbildung zum Maat; Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung sowie die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder im Bordbetrieb.
Standorte: Durchführung an Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.), u. a. in Glückstadt (II. M.U.L.A.), Kiel-Friedrichsort oder Wesermünde.
Methodik: Intensive Schulung in der Menschenführung gemäß M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) sowie Ausbildung zum Gruppenführer für den Schützenlehrgang.
Rechtskunde: Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung, im Beschwerdewesen und im militärischen Recht zur Ausübung der Vorgesetztenfunktion.
Spezifische Merkmale & Belastbarkeit
Psychologie: Training der Belastbarkeit unter extremen Bedingungen (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung), um eine Gruppe auch in kritischen Gefechtslagen zusammenzuhalten.
Fachbasis: Der Lehrgang war die zwingende Basis für spätere Spezialisierungen wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am Fahrgerät (F-Gerät).
Selektion: In der Reichsmarine aufgrund personeller Verknappung extrem selektiv; nur die besten Obermatrosen wurden für den Aufstieg zum Maat zugelassen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Fundament für hochqualifizierte Fachvorgesetzte wie Diesel-, Elektro- oder Obermechanikermaate, die für den technischen Betrieb der Boote unverzichtbar waren.
Aufstiegspotenzial: Besonders bewährte Absolventen konnten über die Schiene der Kriegsoffiziers-Laufbahn (z. B. Hans Buscher oder Johann Buttjer) bis zum Kommandanten aufsteigen.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den entscheidenden Karriereschritt vom Befehlsempfänger zum militärischen Vorgesetzten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.).
BArch RM 121 / 642 Stammrollen der Marine-Lehrabteilungen (Dokumentation der Lehrgangsteilnehmer und Prüfungsergebnisse).
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Marine-Lehrabteilungen).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung der Unteroffiziere für das innere Gefüge der Bordgemeinschaft).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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