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Infanterielehrgang für Fähnriche: Unterschied zwischen den Versionen

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! '''Infanterielehrgang für Fähnriche'''
 
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| colspan="3" | Der Infanterielehrgang für Fähnriche war ein obligatorischer Teil der Offiziersausbildung der Kriegsmarine. Er diente dazu, angehenden Seeoffizieren die Grundlagen des Erdkampfes, der Personalführung im Felde und der Disziplin beizubringen.
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| colspan="3" | Der Infanterielehrgang für Fähnriche vermittelte über die Grundausbildung hinausgehende Kenntnisse in der Gruppen- und Zugführung im Erdkampf sowie im Einsatz schwerer Infanteriewaffen. Ziel war die Befähigung der Seeoffizieranwärter zur Führung von Landungseinheiten und zur artilleristischen sowie infanteristischen Verteidigung strategischer Stützpunkte gegen feindliche Kommandounternehmen.
 
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| colspan="3" | Der Lehrgang entstand aus der Tradition, dass jeder Seeoffizier auch zur Führung von Landungseinheiten oder zur Verteidigung von Stützpunkten befähigt sein musste. In der Kriegsmarine war er fest in den Lehrplan integriert.
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| Zeitpunkt: || colspan="3" | Durchführung meist unmittelbar nach der Grundausbildung in den Marine-Stammabteilungen, oft vor der Kommandierung an die Marineschule Mürwik (M.S.M.).
 
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| colspan="3" | Zeitpunkt: Er fand meist unmittelbar nach der Grundausbildung in den Marine-Stammabteilungen statt, oft bevor die Fähnriche auf die Schulschiffe oder an die Marineschule Mürwik (M.S.M.) kommandiert wurden.
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| Ausbildungsinhalte: || colspan="3" | Intensivschulung an Handfeuerwaffen (Karabiner 98k, Pistole 08/38, MG 34), Geländeausbildung, Kartenkunde, Tarnung und Kleinkriegstaktik.
 
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| colspan="3" | Inhalt: Ausbildung an Handfeuerwaffen (Gewehr 98k, Pistole 08/38, MG 34), Geländeausbildung, Exerzieren, Kartenkunde und Kleinkriegstaktik.
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| Standorte: || colspan="3" | Zentrale Ausbildung im Marine-Lehr-Regiment in Beverloo (Belgien) oder in spezialisierten Marine-Ersatzabteilungen (z. B. Stralsund oder Glückstadt).
 
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| colspan="3" | Ziel: Die Fähnriche sollten die Härte des infanteristischen Dienstes kennenlernen („Soldatische Erziehung“) und Führungsaufgaben auf Gruppenebene übernehmen.
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| Soldatenbriefe: || colspan="3" | Erstellung von Gefechtsberichten und Skizzen zur Schulung der taktischen Beobachtungsgabe und der präzisen Meldung von Feindbewegungen an Land.
 
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| colspan="3" | Ort: Ein zentraler Ort für diesen Lehrgang war das Marine-Regiment (später Marine-Lehr-Regiment) in Beverloo (Belgien) oder spezialisierte Marine-Ersatzabteilungen im Reichsgebiet (z. B. in Stralsund oder Glückstadt).
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| Schwere Waffen: || colspan="3" | Einweisung in die Bedienung von Granatwerfern und Panzerabwehrkanonen (PaK) zur Sicherung von Hafenanlagen gegen mechanisierte Verbände.
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| Hindernisbau: || colspan="3" | Praktischer Drill im Anlegen von Drahtsperren, Schützengräben und behelfsmäßigen Feldstellungen unter Zeitdruck.
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| Nachtmarsch: || colspan="3" | Durchführung komplexer Orientierungsmärsche bei Dunkelheit zur Festigung der navigatorischen Sicherheit auch in unbekanntem Gelände.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Dieser Lehrgang ist der Grund, warum U-Boot-Besatzungen bei Kriegsende oder bei Schiffsverlusten (z. B. in Narvik) sofort als geschlossene Infanterieeinheiten eingesetzt werden konnten. Fast jeder spätere U-Boot-Kommandant absolvierte diesen Lehrgang in seiner Fähnrichszeit. Er bildete die Basis für die Verteidigung der U-Boot-Stützpunkte in Frankreich gegen Partisanen und Kommandounternehmen.
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| Stützpunktschutz: || colspan="3" | Essenzielles Wissen für künftige Kommandanten zur Abwehr von „Raids“ gegen die Bunkerstützpunkte in Frankreich oder isolierte Funkstationen in Norwegen.
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| Führungserfahrung: || colspan="3" | Festigung der Menschenführung unter physischen Belastungen; die hier erlernte Disziplin bildete das Fundament für die Ordnung an Bord der Boote.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang die soldatische Vielseitigkeit vor der finalen Spezialisierung auf die Seeschifffahrt.
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung für Offiziersanwärter der Kriegsmarine.
 
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| BArch RM 121 / 142 || colspan="3" | Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien für die Marine-Infanterie-Schulung (1939–1945).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 20 || colspan="3" | Schulen und Bildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Enthält die Lehrgangspläne und Curricula für die Offiziersausbildung, einschließlich der Infanterie-Ausbildungsabschnitte.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Berichte des OKM über die Intensivierung der Erdkampfausbildung für das schwimmende Personal.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur infanteristischen Ausbildung).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Marine-Lehrabteilungen).
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | "Die Verteidigung der Küsten" (Rolle der Marine-Infanterie beim Schutz von Hafenanlagen).
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:20 Uhr

Ausbildung Infanterielehrgang für Fähnriche
Der Infanterielehrgang für Fähnriche vermittelte über die Grundausbildung hinausgehende Kenntnisse in der Gruppen- und Zugführung im Erdkampf sowie im Einsatz schwerer Infanteriewaffen. Ziel war die Befähigung der Seeoffizieranwärter zur Führung von Landungseinheiten und zur artilleristischen sowie infanteristischen Verteidigung strategischer Stützpunkte gegen feindliche Kommandounternehmen.
Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalt
Zeitpunkt: Durchführung meist unmittelbar nach der Grundausbildung in den Marine-Stammabteilungen, oft vor der Kommandierung an die Marineschule Mürwik (M.S.M.).
Ausbildungsinhalte: Intensivschulung an Handfeuerwaffen (Karabiner 98k, Pistole 08/38, MG 34), Geländeausbildung, Kartenkunde, Tarnung und Kleinkriegstaktik.
Standorte: Zentrale Ausbildung im Marine-Lehr-Regiment in Beverloo (Belgien) oder in spezialisierten Marine-Ersatzabteilungen (z. B. Stralsund oder Glückstadt).
Soldatenbriefe: Erstellung von Gefechtsberichten und Skizzen zur Schulung der taktischen Beobachtungsgabe und der präzisen Meldung von Feindbewegungen an Land.
Spezifische Merkmale & Erdkampf
Schwere Waffen: Einweisung in die Bedienung von Granatwerfern und Panzerabwehrkanonen (PaK) zur Sicherung von Hafenanlagen gegen mechanisierte Verbände.
Hindernisbau: Praktischer Drill im Anlegen von Drahtsperren, Schützengräben und behelfsmäßigen Feldstellungen unter Zeitdruck.
Nachtmarsch: Durchführung komplexer Orientierungsmärsche bei Dunkelheit zur Festigung der navigatorischen Sicherheit auch in unbekanntem Gelände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktschutz: Essenzielles Wissen für künftige Kommandanten zur Abwehr von „Raids“ gegen die Bunkerstützpunkte in Frankreich oder isolierte Funkstationen in Norwegen.
Führungserfahrung: Festigung der Menschenführung unter physischen Belastungen; die hier erlernte Disziplin bildete das Fundament für die Ordnung an Bord der Boote.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang die soldatische Vielseitigkeit vor der finalen Spezialisierung auf die Seeschifffahrt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung für Offiziersanwärter der Kriegsmarine.
BArch RM 121 / 142 Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien für die Marine-Infanterie-Schulung (1939–1945).
BArch RM 3 / 1024 Berichte des OKM über die Intensivierung der Erdkampfausbildung für das schwimmende Personal.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur infanteristischen Ausbildung).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Marine-Lehrabteilungen).
Harnack, Wolfgang "Die Verteidigung der Küsten" (Rolle der Marine-Infanterie beim Schutz von Hafenanlagen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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