Aktionen

6. Sperrbrecherflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
+
|
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
  
{| class="wikitable"
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Verband
 
! '''6. Sperrbrecherflottille'''
 
! '''6. Sperrbrecherflottille'''
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die 6. Sperrbrecherflottille entstand direkt aus der Teilung der [[2. Sperrbrecherflottille]]. Sie war besonders wichtig, da sie den Schutz der U-Boot-Stützpunkte in der Bretagne übernahm.
+
 
 +
| colspan="3" | Die 6. Sperrbrecherflottille war ein essentieller Sicherungsverband der Kriegsmarine im Westraum. Sie entstand direkt aus der Teilung der 2. Sperrbrecherflottille und übernahm die strategisch kritische Aufgabe, die Ansteuerungen der großen U-Boot-Stützpunkte in der Bretagne gegen alliierte Minenoperationen und Luftangriffe zu sichern.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
+
! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Einsatzgebiet
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Entstehung: Aufgestellt am 01.07.1941 durch die Teilung der 2. Sperrbrecherflottille.
+
 
 +
| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert am 01.07.1941 durch die Teilung der 2. Sperrbrecherflottille zur Spezialisierung auf den bretonischen Küstenraum.
 +
|-
 +
 
 +
| Standorte: || colspan="3" | Hauptliegehäfen waren Concarneau und Brest. Sicherung der Operationsgebiete der [[1. U-Flottille]] und [[9. U-Flottille]].
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Standort: Hauptliegehäfen waren Concarneau und Brest. Damit sicherte die Flottille die Ansteuerungen für die dort stationierte 1. U-Flottille und 9. U-Flottille.
+
 
 +
| Funktion: || colspan="3" | Durchführung des magnetischen und akustischen Minenräumdienstes (Sperrbrecher-Verfahren) sowie schwerer Flakschutz für ein- und auslaufende Einheiten.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Funktion: Magnetischer und akustischer Minenräumdienst sowie Flakschutz für ein- und auslaufende U-Boote in der Bretagne. Besonders die schweren britischen Minenoperationen vor Brest machten den Einsatz der 6. Flottille lebensnotwendig.
+
 
 +
| Einheiten: || colspan="3" | Einsatz von umgerüsteten, großtonnagigen Handelsschiffen (Sperrbrechern), die mit MES-Anlagen (Magnetischer Eigenschutz) und verstärktem Auftrieb durch Kork- oder Fassfüllungen ausgestattet waren.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Ende: Nach der Invasion und der Einschließung der bretonischen Häfen wurde die Flottille im September 1944 aufgelöst. Ein Großteil der Schiffe ging bei den Kämpfen um die „Festung Brest“ verloren oder wurde selbst versenkt.  
+
 
 +
| Ende 1944: || colspan="3" | Auflösung im September 1944 nach der alliierten Invasion und der Einschließung der bretonischen Häfen. Viele Schiffe gingen bei den Kämpfen um die "Festung Brest" verloren oder wurden selbstversenkt.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
+
! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Technik
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Geleitdienst: Fast jeder U-Boot-Kommandant, der in Brest stationiert war, wurde von Einheiten der 6. Sperrbrecherflottille durch die gefährlichen Küstengewässer geleitet.
+
 
 +
| Minenabwehr: || colspan="3" | Besonders die massiven britischen Minenoperationen (Operation Maple) vor Brest machten den Einsatz der Flottille zur Freihaltung der Zwangswege lebensnotwendig.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Personalwechsel: In den Personalakten findet man häufig Offiziere, die nach dem Verlust ihres Sperrbrechers in der Bretagne zur U-Boot-Ausbildung kommandiert wurden, da sie über exzellente Kenntnisse der dortigen Küsten- und Minenlage verfügten.
+
 
 +
| Bewaffnung: || colspan="3" | Sperrbrecher der 6. Flottille fungierten als schwimmende Flak-Batterien mit schwerer Bewaffnung (bis zu 10,5-cm) zur Abwehr von Tieffliegerangriffen auf die Geleitzüge.
 
|-
 
|-
 +
 +
| Magnetik-Schutz: || colspan="3" | Einsatz des sogenannten "Voraus-Geräts" (Magnetspulen im Bug), um Magnetminen in sicherem Abstand vor dem eigenen Rumpf zur Detonation zu bringen.
 +
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| ||
+
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
 
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenangabe
+
| ||
 
|-
 
|-
| ||  
+
 
 +
| Geleitdienst: || colspan="3" | Fast jeder Kommandant, der in Brest stationiert war, wurde von Einheiten der 6. Sperrbrecherflottille durch die gefährlichen, minenverseuchten Küstengewässer geleitet.
 
|-
 
|-
| Bundesarchiv Signatur RM 106 || colspan="3" | Flottillen der Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält die Kriegstagebücher der 6. Sperrbrecherflottille.
+
 
 +
| Verlustprävention: || colspan="3" | Ohne die Räumtätigkeit der Sperrbrecher wäre die Einsatzbereitschaft der bretonischen Frontflottillen aufgrund der hohen Minendichte in den Ansteuerungswegen zum Erliegen gekommen.
 
|-
 
|-
| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sperrbrecher/6SperrFlott.htm| → 6. Sperrbrecherflottille]
+
 
 +
| Personaltransfer: || colspan="3" | Häufiger Wechsel von Offizieren der Sperrbrecher-Verbände zur U-Boot-Ausbildung, da diese über exzellente Detailkenntnisse der Küsten- und Minenlage in der Bretagne verfügten.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Literaturverweise
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Arndt, Peter || colspan="3" | Sperrbrecher. Die vorderste Front. (Details zu den verlustreichen Einsätzen vor Brest).
+
 
 +
| BArch RM 65 || colspan="3" | Akten der Sperrbrecherflottillen (Kriegstagebücher und Einsatzberichte der 6. Sperrbrecherflottille).
 
|-
 
|-
| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 3. (Technische Daten der in der Bretagne eingesetzten Schiffe).
+
 
 +
| BArch RM 54 || colspan="3" | Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Operative Führung der Sicherungsstreitkräfte in Frankreich).
 
|-
 
|-
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Stellenbesetzungen der 6. Flottille)
+
 
 +
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über Versetzungen von Sperrbrecher-Personal zur U-Boot-Waffe.
 
|-
 
|-
| ||  
+
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" |
+
 
 +
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Sperrbrecherverbände).
 +
|-
 +
 
 +
| Arndt, Peter || colspan="3" | "Deutsche Sperrbrecher 1914–1945" (Konstruktion, Ausrüstung und Einsatz der Schiffe).
 +
|-
 +
 
 +
| Jung, Dieter || colspan="3" | "Die Schiffe über und unter Wasser 1939-1945" (Technische Details zur Sperrbrecher-Ausrüstung).
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
 
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
+
 
|-
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
|-
 
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 20. Februar 2026, 16:14 Uhr

Verband 6. Sperrbrecherflottille
Die 6. Sperrbrecherflottille war ein essentieller Sicherungsverband der Kriegsmarine im Westraum. Sie entstand direkt aus der Teilung der 2. Sperrbrecherflottille und übernahm die strategisch kritische Aufgabe, die Ansteuerungen der großen U-Boot-Stützpunkte in der Bretagne gegen alliierte Minenoperationen und Luftangriffe zu sichern.
Entstehung, Funktion und Einsatzgebiet
Aufstellung: Formiert am 01.07.1941 durch die Teilung der 2. Sperrbrecherflottille zur Spezialisierung auf den bretonischen Küstenraum.
Standorte: Hauptliegehäfen waren Concarneau und Brest. Sicherung der Operationsgebiete der 1. U-Flottille und 9. U-Flottille.
Funktion: Durchführung des magnetischen und akustischen Minenräumdienstes (Sperrbrecher-Verfahren) sowie schwerer Flakschutz für ein- und auslaufende Einheiten.
Einheiten: Einsatz von umgerüsteten, großtonnagigen Handelsschiffen (Sperrbrechern), die mit MES-Anlagen (Magnetischer Eigenschutz) und verstärktem Auftrieb durch Kork- oder Fassfüllungen ausgestattet waren.
Ende 1944: Auflösung im September 1944 nach der alliierten Invasion und der Einschließung der bretonischen Häfen. Viele Schiffe gingen bei den Kämpfen um die "Festung Brest" verloren oder wurden selbstversenkt.
Spezifische Merkmale & Technik
Minenabwehr: Besonders die massiven britischen Minenoperationen (Operation Maple) vor Brest machten den Einsatz der Flottille zur Freihaltung der Zwangswege lebensnotwendig.
Bewaffnung: Sperrbrecher der 6. Flottille fungierten als schwimmende Flak-Batterien mit schwerer Bewaffnung (bis zu 10,5-cm) zur Abwehr von Tieffliegerangriffen auf die Geleitzüge.
Magnetik-Schutz: Einsatz des sogenannten "Voraus-Geräts" (Magnetspulen im Bug), um Magnetminen in sicherem Abstand vor dem eigenen Rumpf zur Detonation zu bringen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Geleitdienst: Fast jeder Kommandant, der in Brest stationiert war, wurde von Einheiten der 6. Sperrbrecherflottille durch die gefährlichen, minenverseuchten Küstengewässer geleitet.
Verlustprävention: Ohne die Räumtätigkeit der Sperrbrecher wäre die Einsatzbereitschaft der bretonischen Frontflottillen aufgrund der hohen Minendichte in den Ansteuerungswegen zum Erliegen gekommen.
Personaltransfer: Häufiger Wechsel von Offizieren der Sperrbrecher-Verbände zur U-Boot-Ausbildung, da diese über exzellente Detailkenntnisse der Küsten- und Minenlage in der Bretagne verfügten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 Akten der Sperrbrecherflottillen (Kriegstagebücher und Einsatzberichte der 6. Sperrbrecherflottille).
BArch RM 54 Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Operative Führung der Sicherungsstreitkräfte in Frankreich).
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Versetzungen von Sperrbrecher-Personal zur U-Boot-Waffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Sperrbrecherverbände).
Arndt, Peter "Deutsche Sperrbrecher 1914–1945" (Konstruktion, Ausrüstung und Einsatz der Schiffe).
Jung, Dieter "Die Schiffe über und unter Wasser 1939-1945" (Technische Details zur Sperrbrecher-Ausrüstung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132