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9. Vorpostenflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Für die U-Boot-Waffe war die 9. Vorpostenflottille (9. Vp.-Flottille) als „Türsteher“ zwischen der Ostsee und der Nordsee von unschätzbarem Wert.
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| colspan="3" | Die 9. Vorpostenflottille war als „Türsteher“ zwischen der Ostsee und der Nordsee von unschätzbarem Wert für die U-Boot-Waffe. Mit Hauptstützpunkt in Aalborg kontrollierte sie das Skagerrak und das Kattegat – die engste Verbindung zwischen den Ausbildungsgebieten der Ostsee und den Frontstützpunkten in Norwegen. Sie sicherte den Transit der Frontboote gegen britische Luftangriffe und lauernde U-Boote und bildete einen permanenten Flakschirm gegen die alliierte Verminung der lebenswichtigen Durchbruchswege.
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Am 27.09.1939 in Lübeck mit neun bewaffneten Fischdampfern.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formierung am 27.09.1939 in Lübeck mit neun bewaffneten Fischdampfern zur Sicherung der westlichen Ostsee und der dänischen Gewässer.
 
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| colspan="3" | Einsatzgebiete: Westliche Ostsee, das Kattegat und das Skagerrak. Damit kontrollierte die Flottille die engste Verbindung zwischen den Ausbildungsgebieten der Ostsee und den Frontstützpunkten. Zeitweise erfolgten Einsätze in der östlichen Ostsee (Sicherung der U-Boot-Erprobungen bei Gotenhafen).
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| Einsatzgebiete: || colspan="3" | Kontrolle von Kattegat und Skagerrak; zeitweise Verlegung in die östliche Ostsee zur direkten Absicherung der U-Boot-Erprobungen im Raum Gotenhafen.
 
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| colspan="3" | Hauptstützpunkt: Aalborg (Dänemark). Dieser Ort war strategisch ideal, um das Skagerrak zu überwachen.
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| Operation Safari: || colspan="3" | August 1943: Aktive Beteiligung an der Entwaffnung der dänischen Flotte und Sicherung strategischer Häfen zur Aufrechterhaltung der deutschen Seekontrolle.
 
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| colspan="3" | Ende: Die Flottille wurde erst kurz vor Kriegsende am 23.04.1945 aufgelöst.  
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| Ende 1945: || colspan="3" | Die Flottille blieb bis kurz vor Kriegsende im aktiven Dienst und wurde erst am 23.04.1945 im Zuge der allgemeinen Zusammenbruchsbewegungen aufgelöst.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Transitwege: Jedes U-Boot, das von den Werften in Kiel oder Hamburg zur Frontverlegung nach Norwegen auslief, passierte das Einsatzgebiet der 9. Vp.-Flottille. Sie schützte diese wertvollen Einheiten vor britischen Luftangriffen und lauernden U-Booten im Kattegat.
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| Transit-Schutz: || colspan="3" | Jedes U-Boot auf dem Weg von Kiel oder Hamburg zur Frontverlegung nach Norwegen passierte ihren Sektor; Schutz vor britischen Luftangriffen und lauernden U-Booten.
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| Minenabwehr: || colspan="3" | Die oft mit verstärkter Flak ausgerüsteten Fischdampfer bekämpften aktiv alliierte Minenleger, um die Zwangswege der U-Boot-Waffe im Kattegat offen zu halten.
 
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| colspan="3" | Luftabwehr: Die Fischdampfer waren oft mit zusätzlicher Flak ausgerüstet und bildeten einen Vorpostenschirm gegen alliierte Flugzeuge, die Minen in den Transitwegen der U-Boot-Waffe abwarfen.
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| Typ XXI Sicherung: || colspan="3" | In der Endphase 1944/45 primäre Aufgabe im Schutz der neuen Elektroboote während ihrer Überführungsfahrten durch das tiefere Wasser des Skagerraks.
 
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| colspan="3" | Personalpool: Da die Flottille in Aalborg stationiert war, gab es engen Kontakt zu den dortigen Marineausrüstungsstellen. Viele Kommandanten der Crews 37 bis 39 nutzten die Berichte der 9. Vp.-Flottille für ihre eigene Lagebeurteilung vor dem Durchbruch in das Nordmeer.
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| Lagebeurteilung: || colspan="3" | Enge Kooperation mit den Marineausrüstungsstellen in Aalborg; Taktik-Transfer von Lageberichten an die Kommandanten der Crews 37 bis 39 vor dem Nordmeer-Durchbruch.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 106 || colspan="3" | Sicherungsstreitkräfte: Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der 9. Vp.-Flottille mit Berichten über Geleitschutzaufgaben und die Operation Safari in Dänemark.
 
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| BArch RM 106/193-201 || colspan="3" | Flottillen der Sicherungsstreitkräfte. Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der 9. Vp.-Flottille inklusive Berichten über Gefechte im Kattegat.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge von Reserveoffizieren und Kommandanten, die den strategischen Brückenkopf Aalborg mit der Flottille sicherten.
 
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| BArch RM 45-III || colspan="3" | Dienststellen in Dänemark/Norwegen. Belegt die Unterstellung unter den Admiral Skagerrak bzw. den Kommandanten der Seeverteidigung Nordjütland.
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| BArch RM 45-II || colspan="3" | Marinedienststellen Ostsee: Dokumentiert die taktische Unterstellung unter den Befehlshaber der Sicherung der Ostsee (B.S.O.).
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Werdegänge von Reserveoffizieren, die auf den „V-Booten“ (Kennung V 901 bis V 925) dienten.
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/VFlottillen/9VFlott.htm| → 9. Vorpostenflottille]
 
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt 160).  
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Sicherungsstreitkräfte Ostsee: Vorpostenflottillen Dänemark).
 
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| Erich Gröner || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8: Hilfsschiffe).
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Sicherungsverbände im Bereich Kattegat/Skagerrak).
| Georg Tessin || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS. (Band 14, S. 248).
 
 
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| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8: Vorpostenboote und deren technische Umrüstung für den Nordraum).
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 14:48 Uhr

Verband 9. Vorpostenflottille (9. Vp.-Flottille)
Die 9. Vorpostenflottille war als „Türsteher“ zwischen der Ostsee und der Nordsee von unschätzbarem Wert für die U-Boot-Waffe. Mit Hauptstützpunkt in Aalborg kontrollierte sie das Skagerrak und das Kattegat – die engste Verbindung zwischen den Ausbildungsgebieten der Ostsee und den Frontstützpunkten in Norwegen. Sie sicherte den Transit der Frontboote gegen britische Luftangriffe und lauernde U-Boote und bildete einen permanenten Flakschirm gegen die alliierte Verminung der lebenswichtigen Durchbruchswege.
Operativer Werdegang (1939–1945)
Aufstellung: Formierung am 27.09.1939 in Lübeck mit neun bewaffneten Fischdampfern zur Sicherung der westlichen Ostsee und der dänischen Gewässer.
Einsatzgebiete: Kontrolle von Kattegat und Skagerrak; zeitweise Verlegung in die östliche Ostsee zur direkten Absicherung der U-Boot-Erprobungen im Raum Gotenhafen.
Operation Safari: August 1943: Aktive Beteiligung an der Entwaffnung der dänischen Flotte und Sicherung strategischer Häfen zur Aufrechterhaltung der deutschen Seekontrolle.
Ende 1945: Die Flottille blieb bis kurz vor Kriegsende im aktiven Dienst und wurde erst am 23.04.1945 im Zuge der allgemeinen Zusammenbruchsbewegungen aufgelöst.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Transit-Schutz: Jedes U-Boot auf dem Weg von Kiel oder Hamburg zur Frontverlegung nach Norwegen passierte ihren Sektor; Schutz vor britischen Luftangriffen und lauernden U-Booten.
Minenabwehr: Die oft mit verstärkter Flak ausgerüsteten Fischdampfer bekämpften aktiv alliierte Minenleger, um die Zwangswege der U-Boot-Waffe im Kattegat offen zu halten.
Typ XXI Sicherung: In der Endphase 1944/45 primäre Aufgabe im Schutz der neuen Elektroboote während ihrer Überführungsfahrten durch das tiefere Wasser des Skagerraks.
Lagebeurteilung: Enge Kooperation mit den Marineausrüstungsstellen in Aalborg; Taktik-Transfer von Lageberichten an die Kommandanten der Crews 37 bis 39 vor dem Nordmeer-Durchbruch.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 106 Sicherungsstreitkräfte: Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der 9. Vp.-Flottille mit Berichten über Geleitschutzaufgaben und die Operation Safari in Dänemark.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Reserveoffizieren und Kommandanten, die den strategischen Brückenkopf Aalborg mit der Flottille sicherten.
BArch RM 45-II Marinedienststellen Ostsee: Dokumentiert die taktische Unterstellung unter den Befehlshaber der Sicherung der Ostsee (B.S.O.).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Sicherungsstreitkräfte Ostsee: Vorpostenflottillen Dänemark).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Sicherungsverbände im Bereich Kattegat/Skagerrak).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8: Vorpostenboote und deren technische Umrüstung für den Nordraum).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132