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Marine Regiment Berger: Unterschied zwischen den Versionen

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! Datenblatt
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! Verband
! '''Marine Regiment Berger'''
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! Marine-Regiment Berger (Narvik)
 
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| colspan="3" | Das Marine-Regiment Berger (auch bekannt als Gruppe Berger), wurde während der Schlacht um Narvik im Frühjahr 1940, aus den Besatzungen der zehn versenkten deutschen Zerstörer, gebildet. Dieser Verband von höchster Bedeutung, da die Zusammenarbeit zwischen den "Gebirgsmarine"-Soldaten Bergers und der U-Boot-Waffe den Erfolg in Nordnorwegen sicherte. Viele Zerstörerfahrer der Gruppe Berger, die in Narvik Infanterie-Erfahrung sammelten, meldeten sich nach ihrer Rückkehr zur U-Boot-Waffe.  
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| colspan="3" | Das Marine-Regiment Berger war ein aus der Not geborener Infanterieverband der Kriegsmarine, der während der Schlacht um Narvik 1940 formiert wurde. Er bestand primär aus den ca. 2.100 überlebenden Besatzungsmitgliedern der zehn versenkten deutschen Zerstörer. Als „Gebirgsmarine“ kämpften diese schiffslosen Seeleute unter härtesten arktischen Bedingungen an der Seite der 3. Gebirgs-Division gegen die alliierten Landungskräfte.
 
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! colspan="3" | Struktur
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Aufstellung: April 1940 nach der Versenkung der Zerstörer-Flottille in Narvik.
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| Aufstellung: || colspan="3" | 13.04.1940, unmittelbar nach der Vernichtung der Zerstörergruppe in den Fjorden vor Narvik.
 
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| colspan="3" | Kommandeur: Fregattenkapitän Hans-Joachim Berger (zuvor Chef der 1. Zerstörer-Flottille).
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| Kommandeur: || colspan="3" | Fregattenkapitän Hans-Joachim Berger (vormaliger Chef der 1. Zerstörerflottille).
 
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| colspan="3" | Personal: Ca. 2.000–2.600 Marinesoldaten (ehemalige Zerstörer-Besatzungen), die mangels Schiffen als Infanteristen (die sogenannten „Gebirgsmarine“) an der Seite von General Dietls Gebirgsjägern kämpften.
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| Struktur: || colspan="3" | Gliederung in Bataillone, die meist nach den ursprünglichen Zerstörern (z. B. Bataillon „Georg Thiele“) oder deren Kommandanten benannt waren.
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| Ausrüstung: || colspan="3" | Massive Improvisation; Nutzung erbeuteter norwegischer Krag-Jørgensen-Gewehre, Uniformteile und Heeres-Gebirgsausrüstung.
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| Auflösung: || colspan="3" | Juli 1940; Rückführung des Personals zur Neuaufstellung der Zerstörerwaffe nach Deutschland.
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! colspan="3" | Einsatz in der Schlacht um Narvik
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| Frontabschnitt: || colspan="3" | Verteidigung wichtiger Stellungen entlang der Erzbahn (Ofotbahn) und in den unwegsamen Gebirgsregionen rund um den Beisfjord.
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| Kampfbedingungen: || colspan="3" | Abwehr französischer Alpenjäger, polnischer Podhale-Schützen und britischer Truppen unter extremen klimatischen Bedingungen (Schnee/Kälte).
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| Strategischer Erfolg: || colspan="3" | Maßgeblicher Anteil am Halten der „Festung Narvik“ unter General Dietl bis zum Abzug der Alliierten im Juni 1940.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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! colspan="3" | Direkter Bezug zu den U-Booten
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| Stützpunkterhalt: || colspan="3" | Die Verteidigung sicherte den strategisch wichtigen Hafen Narvik, der später als Basis für die 13. Unterseebootsflottille diente.
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| Infrastrukturschutz: || colspan="3" | Sicherung der Hafenanlagen und Werkstätten, die später für die Instandsetzung der im Nordmeer operierenden U-Boote (PQ-Konvoi-Schlacht) genutzt wurden.
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| Personelle Prägung: || colspan="3" | Die in Narvik bewiesene Härte und Improvisationsgabe qualifizierte viele Angehörige des Regiments für den späteren Dienst in der U-Boot-Waffe in arktischen Gewässern.
 
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| colspan="3" | Die Gruppe Berger war während der Belagerung von Narvik für die Sicherung der Stützpunkte und die Logistik verantwortlich, die auch für die dort operierenden U-Boote (wie [[U 64]], [[U 25]], [[U 46]] etc.) lebenswichtig waren:
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Besonderheiten
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| colspan="3" | Stützpunktsicherung: Schutz der Instandsetzungs- und Versorgungseinrichtungen im Hafen von Narvik gegen britische Landungsversuche.
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| Ritterkreuz: || colspan="3" | Hans-Joachim Berger erhielt für die Führung des Regiments und die erfolgreiche Verteidigung des Landabschnitts das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
 
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| colspan="3" | U-Boot-Versorgung: Personal der Gruppe Berger unterstützte die provisorische Versorgung der U-Boote in den Fjorden, als die reguläre Logistik zusammengebrochen war.
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| "Gebirgsmarine": || colspan="3" | Einzigartige Truppengattung, die das Edelweiß der Gebirgsjäger ehrenhalber an der Marine-Mütze tragen durfte (Traditionsabzeichen).
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung (Gliederung der Marineeinheiten in Narvik und Berichte zum Unternehmen Weserübung).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 35-II || colspan="3" | Marinebefehlshaber Norwegen. Dies ist der zentrale Bestand für die Operationen in Narvik. Er enthält die Berichte über die Landkämpfe der Marineeinheiten und die Kooperation mit den U-Booten vor Ort.
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| BArch RM 119 || colspan="3" | Akten der Zerstörerverbände (Berichte über den Verlust der Schiffe und die Bildung des Regiments).
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/MarineInfanterie/RgtBerger.htm| → Marine Regiment Berger]
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| BArch RH 28-3 || colspan="3" | Kriegstagebuch der 3. Gebirgs-Division (Taktische Zusammenarbeit mit dem Marine-Regiment Berger).
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| Hubatsch, Walther || colspan="3" | "Weserübung: Die deutsche Besetzung von Dänemark und Norwegen 1940".
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Marine-Infanterieverbände).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext Hans-Joachim Berger).
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 17:16 Uhr

Verband Marine-Regiment Berger (Narvik)
Das Marine-Regiment Berger war ein aus der Not geborener Infanterieverband der Kriegsmarine, der während der Schlacht um Narvik 1940 formiert wurde. Er bestand primär aus den ca. 2.100 überlebenden Besatzungsmitgliedern der zehn versenkten deutschen Zerstörer. Als „Gebirgsmarine“ kämpften diese schiffslosen Seeleute unter härtesten arktischen Bedingungen an der Seite der 3. Gebirgs-Division gegen die alliierten Landungskräfte.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: 13.04.1940, unmittelbar nach der Vernichtung der Zerstörergruppe in den Fjorden vor Narvik.
Kommandeur: Fregattenkapitän Hans-Joachim Berger (vormaliger Chef der 1. Zerstörerflottille).
Struktur: Gliederung in Bataillone, die meist nach den ursprünglichen Zerstörern (z. B. Bataillon „Georg Thiele“) oder deren Kommandanten benannt waren.
Ausrüstung: Massive Improvisation; Nutzung erbeuteter norwegischer Krag-Jørgensen-Gewehre, Uniformteile und Heeres-Gebirgsausrüstung.
Auflösung: Juli 1940; Rückführung des Personals zur Neuaufstellung der Zerstörerwaffe nach Deutschland.
Einsatz in der Schlacht um Narvik
Frontabschnitt: Verteidigung wichtiger Stellungen entlang der Erzbahn (Ofotbahn) und in den unwegsamen Gebirgsregionen rund um den Beisfjord.
Kampfbedingungen: Abwehr französischer Alpenjäger, polnischer Podhale-Schützen und britischer Truppen unter extremen klimatischen Bedingungen (Schnee/Kälte).
Strategischer Erfolg: Maßgeblicher Anteil am Halten der „Festung Narvik“ unter General Dietl bis zum Abzug der Alliierten im Juni 1940.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunkterhalt: Die Verteidigung sicherte den strategisch wichtigen Hafen Narvik, der später als Basis für die 13. Unterseebootsflottille diente.
Infrastrukturschutz: Sicherung der Hafenanlagen und Werkstätten, die später für die Instandsetzung der im Nordmeer operierenden U-Boote (PQ-Konvoi-Schlacht) genutzt wurden.
Personelle Prägung: Die in Narvik bewiesene Härte und Improvisationsgabe qualifizierte viele Angehörige des Regiments für den späteren Dienst in der U-Boot-Waffe in arktischen Gewässern.
Spezifische Merkmale & Besonderheiten
Ritterkreuz: Hans-Joachim Berger erhielt für die Führung des Regiments und die erfolgreiche Verteidigung des Landabschnitts das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
"Gebirgsmarine": Einzigartige Truppengattung, die das Edelweiß der Gebirgsjäger ehrenhalber an der Marine-Mütze tragen durfte (Traditionsabzeichen).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung (Gliederung der Marineeinheiten in Narvik und Berichte zum Unternehmen Weserübung).
BArch RM 119 Akten der Zerstörerverbände (Berichte über den Verlust der Schiffe und die Bildung des Regiments).
BArch RH 28-3 Kriegstagebuch der 3. Gebirgs-Division (Taktische Zusammenarbeit mit dem Marine-Regiment Berger).
Literaturverweise
Hubatsch, Walther "Weserübung: Die deutsche Besetzung von Dänemark und Norwegen 1940".
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Marine-Infanterieverbände).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext Hans-Joachim Berger).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132