Aktionen

Signaldienst: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |  
+
|
 
+
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
{| class="wikitable"
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Fachdienst
! '''Signaldienst'''
+
! Signaldienst
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 15: Zeile 14:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Der Signaldienst war der spezialisierte Zweig der Kriegsmarine, der für die gesamte optische und akustische Kommunikation zwischen Schiffen sowie zwischen Landdienststellen und schwimmenden Einheiten zuständig war. Er bildete neben dem Funkdienst die zweite zentrale Säule des Nachrichtenwesens. Der Signaldienst stellte die unmittelbare Verständigung im Sichtbereich sicher. Seine Bedeutung lag vor allem in der Wahrung der Funkstille, da optische Signale vom Gegner nicht über große Distanzen eingemessen oder geortet werden konnten.
+
| colspan="3" | Der Signaldienst war der spezialisierte Zweig der Kriegsmarine für die optische und akustische Kommunikation. Als zweite Säule des Nachrichtenwesens neben dem Funkdienst sicherte er die unmittelbare Verständigung im Sichtbereich. Seine taktische Hauptbedeutung lag in der Wahrung der Funkstille, da optische Signale nicht über große Distanzen geortet werden konnten.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 25: Zeile 24:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufgaben und Signalmittel: Der Signaldienst umfasste die Übermittlung von Nachrichten mittels Flaggenalphabet (Signalflaggen), Winkersignalen (mit Handflaggen), Lichtmorsen (Signalscheinwerfer) und bei schlechter Sicht akustische Signale (Nebelhoerner, Sirenen). Die Organisation unterstand fachlich der Inspektion des Bildungswesens der Marine und operativ den jeweiligen Signaloffizieren der Stäbe oder Schiffe. Jede größere Einheit verfügte über eine Signalstation, die meist auf der Brücke oder dem Signaldeck angesiedelt war.
+
| Signalmittel: || colspan="3" | Übermittlung mittels Flaggenalphabet (Signalflaggen), Winkersignalen, Lichtmorsen (Signalscheinwerfer) sowie akustischen Signalen (Nebelhörner, Sirenen).
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Ausbildung und Personal: Das Personal des Signaldienstes, die sogenannten Signalgasten, durchlief eine intensive Ausbildung an den Marinenachrichtenschulen. Zentrales Element war das „Mitlesen“ von Lichtsignalen mit hoher Geschwindigkeit und das fehlerfreie Setzen von Flaggenhissen. Die Ausbildung legte großen Wert auf Disziplin und Schnelligkeit, da Signalfehler im Verband zu Kollisionen oder taktischen Missverständnissen führen konnten.
+
| Ausbildung: || colspan="3" | Intensive Schulung der Signalgasten an Marinenachrichtenschulen. Fokus auf schnelles „Mitlesen“ von Lichtsignalen und fehlerfreies Setzen von Flaggenhissen unter Zeitdruck.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Bis zum Kriegsende am 08.05.1945 blieb der Signaldienst das primäre Mittel zur Koordination in den Häfen und bei Geleitzügen. In den letzten Kriegswochen war er entscheidend für die Einweisung der Flüchtlingsschiffe in die sicheren Fahrwasser der westlichen Ostsee. Nach der Kapitulation wurde der Dienst teilweise aufrechterhalten, um die Kommunikation zwischen den internierten deutschen Einheiten und den alliierten Kontrollbehörden sowie dem Deutschen Minenräumdienst sicherzustellen.
+
| Dienstbetrieb: || colspan="3" | Unterstellung fachlich der Inspektion des Bildungswesens, operativ den Signaloffizieren der Stäbe. Signalstationen befanden sich meist auf der Brücke oder dem Signaldeck.
 +
|-
 +
| Kriegsende: || colspan="3" | Einsatz bei der Flüchtlingsevakuierung in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Weiterführung zur Koordination mit alliierten Behörden und dem Deutschen Minenräumdienst.
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 37: Zeile 40:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Wahrung der Funkstille: Für U-Boote war der Signaldienst bei der Zusammenarbeit mit Sicherungsflottillen oder anderen U-Booten essentiell. Durch Lichtmorsen konnten wichtige Informationen ausgetauscht werden, ohne durch Funkstrahlen die eigene Position an die feindliche Funkpeilung zu verraten.
+
| Funkstille: || colspan="3" | Essentiell für die Zusammenarbeit mit Sicherungsflottillen; Informationsaustausch per Lichtmorsen verhinderte die Einmessung der Position durch feindliche Funkpeilung.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Erkennung und Identifikation: Beim Anlaufen der Stützpunkte in der Biskaya oder in Norwegen war der Signaldienst für den Austausch der täglichen Erkennungssignale verantwortlich. Diese optische Identifikation war zwingend erforderlich, um den Beschuss durch die eigene Küstenartillerie oder Vorpostenboote zu verhindern.
+
| Identifikation: || colspan="3" | Austausch täglicher Erkennungssignale beim Anlaufen der Stützpunkte (Biskaya/Norwegen), um Beschuss durch eigene Küstenartillerie oder Vorpostenboote zu vermeiden.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Ausbildung der Wachoffiziere: Jeder angehende U-Boot-Offizier musste im Rahmen seiner Ausbildung fundierte Kenntnisse im Signaldienst nachweisen. Besonders das Erkennen von Flaggensignalen der Sicherungsfahrzeuge war für die Navigation in zwangsgeführten Minenwegen von lebenswichtiger Bedeutung.
+
| Offiziersausbildung: || colspan="3" | Fundierte Signalkenntnisse waren Pflicht für U-Boot-Offiziere, insbesondere zur Navigation in zwangsgeführten Minenwegen durch Flaggensignale der Jäger.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
+
| ||
 
|-
 
|-
| ||
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 20 / 895 || colspan="3" | Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Enthält die vollständige Übersicht der Flaggensignale und Kommunikationsverfahren).
+
| ||
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 123 || colspan="3" | Akten der Marinenachrichtenschulen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für das Signalpersonal).
+
| BArch RM 20 / 895 || colspan="3" | Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Übersicht der Flaggensignale und Kommunikationsverfahren).
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichtenwesen (Belegt die taktische Bedeutung der optischen Signalgebung für die operative Sicherheit).
+
| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marinenachrichtenschulen (Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für das Signalpersonal).
 +
|-
 +
| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichtenwesen (Taktische Bedeutung der optischen Signalgebung).
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 61: Zeile 66:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Nachrichten- und Signalwesen).
+
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über das Nachrichten- und Signalwesen).
 
|-
 
|-
| Giessler, Helmuth || colspan="3" | Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Detaillierte Darstellung der technischen Entwicklung der optischen Signalmittel).
+
| Giessler, Helmuth || colspan="3" | "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische Entwicklung der optischen Signalmittel).
 +
|-
 +
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
|-  
 
|-  
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Fachabteilungen für das Signalwesen in den Admiralstäben).
+
| ||
 
|-
 
|-
| ||
+
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" |
 
! colspan="3" |
Zeile 73: Zeile 80:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|-
 
| ||
 
|-
 
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
|-
 
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
|-
 
|-
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 16:04 Uhr

Fachdienst Signaldienst
Der Signaldienst war der spezialisierte Zweig der Kriegsmarine für die optische und akustische Kommunikation. Als zweite Säule des Nachrichtenwesens neben dem Funkdienst sicherte er die unmittelbare Verständigung im Sichtbereich. Seine taktische Hauptbedeutung lag in der Wahrung der Funkstille, da optische Signale nicht über große Distanzen geortet werden konnten.
Historischer Kontext & Organisation
Signalmittel: Übermittlung mittels Flaggenalphabet (Signalflaggen), Winkersignalen, Lichtmorsen (Signalscheinwerfer) sowie akustischen Signalen (Nebelhörner, Sirenen).
Ausbildung: Intensive Schulung der Signalgasten an Marinenachrichtenschulen. Fokus auf schnelles „Mitlesen“ von Lichtsignalen und fehlerfreies Setzen von Flaggenhissen unter Zeitdruck.
Dienstbetrieb: Unterstellung fachlich der Inspektion des Bildungswesens, operativ den Signaloffizieren der Stäbe. Signalstationen befanden sich meist auf der Brücke oder dem Signaldeck.
Kriegsende: Einsatz bei der Flüchtlingsevakuierung in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Weiterführung zur Koordination mit alliierten Behörden und dem Deutschen Minenräumdienst.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funkstille: Essentiell für die Zusammenarbeit mit Sicherungsflottillen; Informationsaustausch per Lichtmorsen verhinderte die Einmessung der Position durch feindliche Funkpeilung.
Identifikation: Austausch täglicher Erkennungssignale beim Anlaufen der Stützpunkte (Biskaya/Norwegen), um Beschuss durch eigene Küstenartillerie oder Vorpostenboote zu vermeiden.
Offiziersausbildung: Fundierte Signalkenntnisse waren Pflicht für U-Boot-Offiziere, insbesondere zur Navigation in zwangsgeführten Minenwegen durch Flaggensignale der Jäger.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 895 Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Übersicht der Flaggensignale und Kommunikationsverfahren).
BArch RM 123 Akten der Marinenachrichtenschulen (Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für das Signalpersonal).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichtenwesen (Taktische Bedeutung der optischen Signalgebung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über das Nachrichten- und Signalwesen).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische Entwicklung der optischen Signalmittel).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132