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Wachoffiziers-Vorausbildung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.)'''
 
! '''Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.)'''
 
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| colspan="3" | Die Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.) bildete das fachliche und charakterliche Fundament für den Offiziersnachwuchs der U-Boot-Waffe. In diesem mehrwöchigen Lehrgang wurde entschieden, welche Seeoffiziere die notwendige Eignung besaßen, um auf den Brücken der Frontboote als II. oder I. Wachoffizier Dienst zu tun.
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| colspan="3" | Die Wachoffiziers-Vorausbildung bildete das fachliche und charakterliche Fundament für den Offiziersnachwuchs der U-Boot-Waffe. In diesem mehrwöchigen Lehrgang wurde über die Eignung der Seeoffiziere entschieden, um auf den Brücken der Frontboote als II. oder I. Wachoffizier Dienst zu tun.
 
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| colspan="3" | Selektion und Zielsetzung: Mit der massiven Ausweitung des U-Boot-Bauprogramms ab 1939 stieg der Bedarf an qualifizierten Wachoffizierern (W.O.) sprunghaft an. Die W.V.A. diente als "Sieb", um Offiziere aus der Überwasserflotte auf ihre Tauglichkeit für den extremen Dienst in der Enge eines U-Bootes zu prüfen. Nur wer hier die hohen Anforderungen in Navigation, Signalwesen und Nervenstärke erfüllte, verblieb in der U-Boot-Ausbildung.
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| Selektion: || colspan="3" | Diente als „Sieb“ für Offiziere der Überwasserflotte. Prüfung der Tauglichkeit für den Dienst in der Enge, Anforderungen in Navigation, Signalwesen und Nervenstärke.
 
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| colspan="3" | Fachliche Ausbildungsinhalte:
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| Fachinhalte: || colspan="3" | Beherrschung der Navigations- und Ortungsgeräte, Identifizierung von Schiffstypen bei Nacht und Nebel sowie fehlerfreier Signaldienst (Morsen/Winken) zur Wahrung der Funkstille.
 
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| colspan="3" | Ein zentraler Schwerpunkt war die handwerkliche Beherrschung der Navigations- und Ortungsgeräte. Die jungen Offiziere lernten die präzise Identifizierung von Schiffstypen bei Nacht und Nebel sowie das Halten von Fühlungsmeldungen. Da der Wachoffizier die "Augen des Kommandanten" darstellte, wurde besonderer Wert auf die fehlerfreie Beherrschung des Signaldienstes (Morsen und Winken) gelegt, um die Funkstille im Einsatzraum nicht zu gefährden.
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| Torpedowesen: || colspan="3" | Theoretische Einweisung am Vorhaltrechner und Angriffssimulator (Schätzung von Gegnerfahrt, Entfernung und Lagewinkel).
 
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| colspan="3" | Einführung in das Torpedoschießwesen:
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung bei den Unterseeboots-Ausbildungsabteilungen (U.A.A.), primär in Plön (1. U.A.A.), Memel oder Pillau. Praktische Erfahrung oft auf Schulbooten vom Typ II.
 
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| colspan="3" | Während der W.V.A. erfolgte die erste theoretische Einweisung in die Arbeit am Vorhaltrechner. Die Teilnehmer übten die Schätzung von Gegnerfahrt, Entfernung und Lagewinkel – die entscheidenden Parameter für einen erfolgreichen Torpedofächer. Diese kognitive Schulung am Angriffssimulator bereitete die Offiziere auf ihre spätere Rolle bei der Berechnung von Schussdaten auf der Brücke oder im Turm vor.
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| colspan="3" | Standorte und praktische Schulung:
 
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| colspan="3" | Die Lehrgänge wurden vornehmlich bei den Unterseeboots-Ausbildungsabteilungen (U.A.A.) durchgeführt, insbesondere in Plön (1. U.A.A.) und später in Memel oder Pillau. Hier sammelten die Anwärter oft auf alten Schulbooten vom Typ II ihre ersten praktischen Erfahrungen im Tauchdienst. Die Ausbildung war geprägt von physischer Härte und ständiger Überprüfung der Disziplin unter Sauerstoffmangel und Enge.
 
 
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| colspan="3" | Personelle Qualitätssicherung: Die W.V.A. verhinderte, dass die hohe Schlagzahl des Neubauprogramms zu einer Verwässerung der Ausbildungsstandards führte. Sie sicherte das fachliche Niveau der Wachoffiziere, die im Notfall das Boot eigenständig führen mussten.
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| Qualitätssicherung: || colspan="3" | Sicherung des fachlichen Niveaus trotz hoher Schlagzahl des Neubauprogramms. Ausbildung zur eigenständigen Bootsführung im Notfall.
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| Operative Sicherheit: || colspan="3" | Schulung für sofortige Befehlsgebung (z. B. Alarmtauchen) bei plötzlichen Angriffen ohne Verzögerung durch den Kommandanten.
 
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| colspan="3" | Entlastung der Kommandanten: Ein Absolvent der W.V.A. war die operative Lebensversicherung des Bootes. Er war geschult, bei plötzlichen Angriffen durch Flugzeuge oder Zerstörer sofort die richtigen Befehle zum Alarmtauchen oder Ausweichen zu geben, ohne auf den Kommandanten warten zu müssen.
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| Karriere: || colspan="3" | Markiert in den Stammrollen den offiziellen Wechsel zum U-Boot-Dienst. Zwingende Voraussetzung für den U-Lehrgang und den Aufstieg zum Kommandanten.
 
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| colspan="3" | Karrierebaustein: In den Stammrollen der U-Boot-Waffe markiert die W.V.A. den offiziellen Wechsel vom Überwasser- zum U-Boot-Dienst. Sie war die zwingende Voraussetzung für den anschließenden U-Lehrgang und den späteren Aufstieg zum Kommandanten.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 123 / 244 || colspan="3" | Unterlagen der 1. Unterseeboots-Ausbildungsabteilung (U.A.A.). Beinhaltet Lehrgangspläne, Prüfungsordnungen und Beurteilungsbögen für die Wachoffiziers-Anwärter.
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| BArch RM 123 / 244 || colspan="3" | Unterlagen der 1. Unterseeboots-Ausbildungsabteilung (U.A.A.) mit Lehrgangsplänen und Beurteilungsbögen.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine. Detaillierter Nachweis über die Kommandierung und den erfolgreichen Abschluss der W.V.A. im militärischen Werdegang.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine (Nachweis über Kommandierung und Abschluss der W.V.A.).
 
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| BArch RM 92 / 5002 || colspan="3" | Akten der U-Boot-Ausbildungskonferenzen. Dokumentiert die Anpassung der Vorausbildung an die geänderten taktischen Anforderungen der Frontboote.
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| BArch RM 92 / 5002 || colspan="3" | Akten der U-Boot-Ausbildungskonferenzen zur Anpassung an taktische Anforderungen.
 
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| Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim || colspan="3" | Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. (Mittler Verlag, liefert Kontext zur Ausbildungslaufbahn).
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Liefert wichtigen Kontext zur allgemeinen Ausbildungslaufbahn).
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| Herzog, Bodo || colspan="3" | "Deutsche U-Boote 1906–1966" (Beschreibt die Struktur und Organisation der Ausbildungseinheiten in der Ostsee).
 
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| Herzog, Bodo || colspan="3" | Deutsche U-Boote 1906–1966. (Karl Müller Verlag, beschreibt die Struktur der Ausbildungseinheiten in der Ostsee).
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| Mallmann Showell || colspan="3" | "Das Archiv der deutschen U-Boote" (Beinhaltet Details zum Dienstalltag und zur praktischen Schulung in den U-Schulen).
 
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| Mallmann Showell, Jak P. || colspan="3" | Das Archiv der deutschen U-Boote. (Beinhaltet Details zum Dienstalltag und zur Schulung der Wachoffiziere in den U-Schulen).
 
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Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 16:18 Uhr

Ausbildung Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.)
Die Wachoffiziers-Vorausbildung bildete das fachliche und charakterliche Fundament für den Offiziersnachwuchs der U-Boot-Waffe. In diesem mehrwöchigen Lehrgang wurde über die Eignung der Seeoffiziere entschieden, um auf den Brücken der Frontboote als II. oder I. Wachoffizier Dienst zu tun.
Historischer Kontext & Organisation
Selektion: Diente als „Sieb“ für Offiziere der Überwasserflotte. Prüfung der Tauglichkeit für den Dienst in der Enge, Anforderungen in Navigation, Signalwesen und Nervenstärke.
Fachinhalte: Beherrschung der Navigations- und Ortungsgeräte, Identifizierung von Schiffstypen bei Nacht und Nebel sowie fehlerfreier Signaldienst (Morsen/Winken) zur Wahrung der Funkstille.
Torpedowesen: Theoretische Einweisung am Vorhaltrechner und Angriffssimulator (Schätzung von Gegnerfahrt, Entfernung und Lagewinkel).
Standorte: Durchführung bei den Unterseeboots-Ausbildungsabteilungen (U.A.A.), primär in Plön (1. U.A.A.), Memel oder Pillau. Praktische Erfahrung oft auf Schulbooten vom Typ II.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Qualitätssicherung: Sicherung des fachlichen Niveaus trotz hoher Schlagzahl des Neubauprogramms. Ausbildung zur eigenständigen Bootsführung im Notfall.
Operative Sicherheit: Schulung für sofortige Befehlsgebung (z. B. Alarmtauchen) bei plötzlichen Angriffen ohne Verzögerung durch den Kommandanten.
Karriere: Markiert in den Stammrollen den offiziellen Wechsel zum U-Boot-Dienst. Zwingende Voraussetzung für den U-Lehrgang und den Aufstieg zum Kommandanten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 / 244 Unterlagen der 1. Unterseeboots-Ausbildungsabteilung (U.A.A.) mit Lehrgangsplänen und Beurteilungsbögen.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine (Nachweis über Kommandierung und Abschluss der W.V.A.).
BArch RM 92 / 5002 Akten der U-Boot-Ausbildungskonferenzen zur Anpassung an taktische Anforderungen.
Literaturverweise
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Liefert wichtigen Kontext zur allgemeinen Ausbildungslaufbahn).
Herzog, Bodo "Deutsche U-Boote 1906–1966" (Beschreibt die Struktur und Organisation der Ausbildungseinheiten in der Ostsee).
Mallmann Showell "Das Archiv der deutschen U-Boote" (Beinhaltet Details zum Dienstalltag und zur praktischen Schulung in den U-Schulen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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