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Kriegsmarinedienstelle Dünkirchen: Unterschied zwischen den Versionen

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! '''Kriegsmarinedienststelle Dünkirchen (K.M.D. Dünkirchen)'''
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| colspan="3" | Die Kriegsmarinedienststelle Dünkirchen war eine spezialisierte logistische Fachbehörde der Kriegsmarine, die unmittelbar nach der Besetzung Frankreichs für die Organisation und Durchführung des Seetransportwesens am strategisch wichtigen Ärmelkanal verantwortlich war.
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| colspan="3" | Die Kriegsmarinedienststelle Dünkirchen war eine spezialisierte logistische Fachbehörde der Kriegsmarine für die Organisation des Seetransportwesens am strategisch wichtigen Ärmelkanal. Eingerichtet im August 1940 unmittelbar nach der Besetzung Frankreichs, war sie für die Erfassung, Bereitstellung und Umrüstung von Hilfsschiffen sowie deren Ausstattung mit Bordflak verantwortlich. Ein operativer Schwerpunkt lag in der logistischen Vorbereitung für das geplante Unternehmen „Seelöwe“, wobei Dünkirchen als zentraler Sammel- und Ausrüstungspunkt für die Invasionsflotte diente. Für die U-Boot-Waffe koordinierte die K.M.D. in der Frühphase den Transport von schwerem Gerät und Baumaterial für den Aufbau der Stützpunkte an der Kanalküste, bevor die Dienststelle im Mai 1941 nach der Zurückstellung der Invasionspläne aufgelöst wurde.
 
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| colspan="3" | Bestandszeitraum: Die Dienststelle wurde im August 1940 eingerichtet und bestand bis zu ihrer Auflösung im Mai 1941.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Einrichtung im August 1940 als Teil der territorialen Bodenorganisation des Seetransportwesens im besetzten Westraum.
 
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| colspan="3" | Aufgabenprofil: Als Behörde des Seetransportwesens war sie für die Erfassung, Bereitstellung und Umrüstung von Hilfsschiffen zuständig. Dies umfasste die personelle Besetzung der Einheiten sowie die Ausstattung mit Bordflak zur Eigensicherung.
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| Kernaufgaben: || colspan="3" | Mobilisierung ziviler Schiffsraumkapazitäten; technische Umrüstung von Transportern und personelle Besetzung der Bordflak-Einheiten zur Eigensicherung.
 
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| colspan="3" | Operativer Schwerpunkt: In der Zeit ihres Bestehens lag das Hauptaugenmerk auf der logistischen Vorbereitung für das geplante Unternehmen Seelöwe (Invasion Englands). Dünkirchen diente dabei als einer der zentralen Sammel- und Ausrüstungspunkte für die Invasionsflotte.
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| Unternehmen Seelöwe: || colspan="3" | Funktion als logistisches Drehkreuz für die Ausrüstung der Landungsflotte; Koordination der Schiffsraum-Sammelstellen im Hafenbereich Dünkirchen.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit der strategischen Entscheidung, die Invasionspläne gegen England zurückzustellen, wurde die K.M.D. Dünkirchen im Mai 1941 aufgelöst. Die verbliebenen Aufgaben wurden von den benachbarten K.M.D.s (z. B. Antwerpen) übernommen.
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| Auflösung: || colspan="3" | Mai 1941: Einstellung des Dienstbetriebs infolge der strategischen Umorientierung; Übernahme der Restaufgaben durch die benachbarte K.M.D. Antwerpen.
 
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| colspan="3" | Nachschublogistik: Die K.M.D. Dünkirchen koordinierte in der frühen Phase der Besatzung den Seetransport von schwerem Gerät, Munition und Baumaterial für den Aufbau der U-Boot-Stützpunkte an der französischen Kanalküste.
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| Nachschublogistik: || colspan="3" | Sicherstellung der Materialtransporte (Munition, Zement, Treibstoff) für den Bau und Betrieb der ersten U-Boot-Liegeplätze an der französischen Kanalküste.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Versorgungswege: Durch die Organisation der Bordflak auf Transportschiffen schützte die Dienststelle die für die U-Boot-Waffe lebenswichtigen Materialtransporte im stark gefährdeten Ärmelkanal gegen britische Luftangriffe.
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| Transportsicherung: || colspan="3" | Organisation der Luftabwehr auf Transportschiffen zur Sicherung lebenswichtiger Güter für die U-Boot-Waffe im stark gefährdeten Luftraum über dem Ärmelkanal.
 
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| colspan="3" | Biografischer Marker: In den Personalunterlagen von Marineoffizieren und technischem Personal markiert die K.M.D. Dünkirchen oft eine kurzzeitige Landverwendung im Westraum, bevor spezialisiertere Kommandierungen (z. B. zur U-Boot-Waffe oder zu den Sicherungsflottillen) erfolgten.
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| Biografischer Marker: || colspan="3" | Dokumentation einer kurzzeitigen Landverwendung im Westraum für Personal, das im Anschluss häufig zu den Front-U-Boot-Flottillen oder Sicherungsverbänden kommandiert wurde.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 37 / 152 || colspan="3" | Akten zur Organisation, den Befugnissen und den spezifischen Standorten der Kriegsmarinedienststellen im Westraum 1940/41.
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| BArch RM 37 / 152 || colspan="3" | Kriegsmarinedienststellen: Akten zur Organisation, den Befugnissen und den spezifischen Standorten der K.M.D.s im Westraum (1940/41).
 
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zum operativen Einsatz des Seetransportwesens und der Logistik des Unternehmens Seelöwe.
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung (Skl): Unterlagen zum operativen Einsatz des Seetransportwesens und der Logistik im Rahmen des Unternehmens Seelöwe.
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Dokumente zur personellen Besetzung der Bordflak-Abteilungen durch die KMD Dünkirchen.
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Personalwesen: Dokumente zur personellen Aufstellung und Zuweisung der Bordflak-Abteilungen durch die K.M.D. Dünkirchen.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zur Organisation der Dienststellen an Land).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Struktur und Aufgaben der Dienststellen des Seetransportwesens).
 
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 4, technische Details zu den durch die KMDs ausgerüsteten Hilfsschiffen).
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| Gröner, Erich || colspan="3" | „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 4, technische Details zu den durch die K.M.D.s ausgerüsteten Hilfs- und Transportschiffen).
| Schenk, Peter || colspan="3" | Landung in England. Das Unternehmen Seelöwe. (Detaillierte Darstellung der Logistik in den Kanalhäfen 1940).
 
 
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| Schenk, Peter || colspan="3" | „Landung in England. Das Unternehmen Seelöwe“ (Detaillierte Darstellung der Logistik und der Schiffsraum-Erfassung in den Kanalhäfen 1940).
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 12:53 Uhr

Dienststelle Kriegsmarinedienststelle Dünkirchen (K.M.D. Dünkirchen)
Die Kriegsmarinedienststelle Dünkirchen war eine spezialisierte logistische Fachbehörde der Kriegsmarine für die Organisation des Seetransportwesens am strategisch wichtigen Ärmelkanal. Eingerichtet im August 1940 unmittelbar nach der Besetzung Frankreichs, war sie für die Erfassung, Bereitstellung und Umrüstung von Hilfsschiffen sowie deren Ausstattung mit Bordflak verantwortlich. Ein operativer Schwerpunkt lag in der logistischen Vorbereitung für das geplante Unternehmen „Seelöwe“, wobei Dünkirchen als zentraler Sammel- und Ausrüstungspunkt für die Invasionsflotte diente. Für die U-Boot-Waffe koordinierte die K.M.D. in der Frühphase den Transport von schwerem Gerät und Baumaterial für den Aufbau der Stützpunkte an der Kanalküste, bevor die Dienststelle im Mai 1941 nach der Zurückstellung der Invasionspläne aufgelöst wurde.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Einrichtung im August 1940 als Teil der territorialen Bodenorganisation des Seetransportwesens im besetzten Westraum.
Kernaufgaben: Mobilisierung ziviler Schiffsraumkapazitäten; technische Umrüstung von Transportern und personelle Besetzung der Bordflak-Einheiten zur Eigensicherung.
Unternehmen Seelöwe: Funktion als logistisches Drehkreuz für die Ausrüstung der Landungsflotte; Koordination der Schiffsraum-Sammelstellen im Hafenbereich Dünkirchen.
Auflösung: Mai 1941: Einstellung des Dienstbetriebs infolge der strategischen Umorientierung; Übernahme der Restaufgaben durch die benachbarte K.M.D. Antwerpen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nachschublogistik: Sicherstellung der Materialtransporte (Munition, Zement, Treibstoff) für den Bau und Betrieb der ersten U-Boot-Liegeplätze an der französischen Kanalküste.
Transportsicherung: Organisation der Luftabwehr auf Transportschiffen zur Sicherung lebenswichtiger Güter für die U-Boot-Waffe im stark gefährdeten Luftraum über dem Ärmelkanal.
Biografischer Marker: Dokumentation einer kurzzeitigen Landverwendung im Westraum für Personal, das im Anschluss häufig zu den Front-U-Boot-Flottillen oder Sicherungsverbänden kommandiert wurde.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 37 / 152 Kriegsmarinedienststellen: Akten zur Organisation, den Befugnissen und den spezifischen Standorten der K.M.D.s im Westraum (1940/41).
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung (Skl): Unterlagen zum operativen Einsatz des Seetransportwesens und der Logistik im Rahmen des Unternehmens Seelöwe.
BArch RM 121 / 642 Personalwesen: Dokumente zur personellen Aufstellung und Zuweisung der Bordflak-Abteilungen durch die K.M.D. Dünkirchen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Struktur und Aufgaben der Dienststellen des Seetransportwesens).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 4, technische Details zu den durch die K.M.D.s ausgerüsteten Hilfs- und Transportschiffen).
Schenk, Peter „Landung in England. Das Unternehmen Seelöwe“ (Detaillierte Darstellung der Logistik und der Schiffsraum-Erfassung in den Kanalhäfen 1940).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132