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Sperrschule: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die in Kiel-Wik gelegene Sperrschule hatte die Aufgabe, See- und Waffenoffiziere des Sperrwesens zu Spezialisten auf diesen Waffengebiet herauszubilden und das zu Bedienung, Wartung und Bereitstellung erforderliche Unterpersonal (Waffenwarte, Sperrmechaniker, Sperrvorleute) theoretisch und praktisch Auszubilden, sowie den Seeoffiziers und Waffenoffiziersnachwuchs für den Dienst in der Sperrwaffe vorzubereiten.
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| colspan="3" | Die in Kiel-Wik gelegene Sperrschule war die zentrale Ausbildungsstätte für das gesamte Sperrwaffensystem der Kriegsmarine. Ihre Aufgabe bestand darin, See- und Waffenoffiziere zu Spezialisten auszubilden sowie das technische Unterpersonal (Waffenwarte, Sperrmechaniker, Sperrvorleute) für Wartung, Bereitstellung und Einsatz der Sperrwaffen an der Front vorzubereiten.
 
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! colspan="3" | Aufgabe der Sperrschule
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| colspan="3" | Neben der Materialkunde und praktischen Unterweisung in der Bedienung der einzelnen Sperrwaffen die aus der Geschichte des Seekrieges mit der noch jungen aber entwicklungsfähigen Sperrwaffe gewonnenen wertvollen Erfahrungen und Erkenntnisse den Schülern zu vermitteln, um im Ernstfall den erfolgversprechenden richtigen, d.h. den der Eigenart dieses Kampfmittels Rechnung tragenden Einsatz sicherzustellen.Die hierfür erforderlichen vielseitigen Kenntnisse werden in entsprechenden Lehrgängen vermittelt. Die Waffenoffiziere, Waffenwarte und das Personal der Sperrmechanikerlaufbahn werden für ihren Dienst auf den Zeugämtern und an der Front für Wartung und Bereitstellung der Sperrwaffen vorwiegend auf dem technischen Gebiet ausgebildet, während der Seeoffizier mehr in der taktischen Verwendung theoretisch und praktisch geschult wird. Grundsatz für die Sperrtätigkeit ist: Theorie ist notwendiges Mittel zum Zweck; Endziel bleibt: die praktische Beherrschung der Waffe.
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| Ausbildungsziel: || colspan="3" | Vermittlung von Materialkunde, praktischer Bedienung und taktischen Erkenntnissen. Ziel war die Beherrschung der Waffe unter Berücksichtigung seemännischen Verständnisses. "Theorie ist notwendiges Mittel zum Zweck; Endziel bleibt: die praktische Beherrschung der Waffe."
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| Besonderheit „Minengarten“: || colspan="3" | Auf dem Gelände existierte ein großflächiger Übungshof mit entschärften Originalmodellen aller Minentypen. Hier lernten die Schüler die haptische Handhabung und das Schärfen der Zünder, bevor sie zum „schwimmenden Lehrsaal“ auf See (5 M-Boote, 6 Hilfsboote) wechselten.
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| Besonderheit „Zünder-Sensibilisierung“: || colspan="3" | Ein Kernstück war das Studium der Magnet-, Akustik- und Druckzünder. Die Schüler wurden darauf trainiert, die hochempfindlichen Mechanismen im Inneren der Minen auch bei Dunkelheit oder Kälte sicher zu justieren – eine direkte Vorbereitung auf die Arbeit im feuchten Torpedoraum eines U-Bootes.
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| colspan="3" | Von Lichtbildern, Lehrfilmen und Modellen bei der Unterrichtung wird weitgehend Gebrauch gemacht. Praktische Übungen an Land finden in einer Sperrwaffenübungshalle statt. Als "schwimmender Lehrsaal" für Übungen in See steht der Schule ein Verband von 5 Minensuchbooten und 6 Minenhilfsbooten (umgebaute Fischdampfer) zur Verfügung. Das Ziel der Lehrgänge, die mit einer Prüfung abschließen, ist, jeden Sperrspezialisten für sein Aufgabengebiet gründlich auszubilden. Bei der Verfolgung dieses Zieles wird in erster Linie Wert auf Praxis gelegt, wobei festzuhalten ist, daß die Sperrwaffe wie kaum eine andere Waffe des Seekrieges seemännisches Verständnis erfordert.
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! colspan="3" | Lehrbereiche der Sperrwaffe
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| Minenwesen: || colspan="3" | Handhabung von Ankertauminen sowie Spezialminen wie der TMB/TMC für den Ausstoß aus U-Boot-Torpedorohren.
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| U-Boot-Abwehr: || colspan="3" | Intensiver Drill an Wasserbomben (Wabo). Die Schüler lernten nicht nur das Werfen, sondern vor allem die Einstellung der Detonations-Tiefenzünder zur effektiven Bekämpfung getauchter Gegner.
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| Netzsperrwesen: || colspan="3" | Ausbildung in der Errichtung und Überwindung von U-Boot-Netzen und Hafenschutzsperren.
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| colspan="3" | Unter dem Gesamtbegriff Sperrwaffen werden folgende Gebiete zusammengefaßt: die Seemine mit ihren verschiedenen Typen, die Minenabwehr mit ihren verschiedenen Gerätearten, die U-Bootsabwehr (Wasserbomben, Schleppdrachen, U-Bootsnetze) und das Sprengwesen.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| Offensive Missionen: || colspan="3" | U-Boot-Offiziere (oft II. W.O.) trugen als „Sperroffiziere“ die Verantwortung für die korrekte Schärfung und die exakten Abwurfkoordinaten bei verdeckten Minenoperationen.
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| Psychologisches Training: || colspan="3" | Das Hantieren mit hochempfindlichen Sprengmitteln in der Enge des Bootes erforderte eine unerschütterliche Ruhe, die an der Sperrschule durch strengen Sicherheitsdrill und Fehleranalysen (Simulation von Blindgängern) vermittelt wurde.
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! colspan="3" | Quellenangabe
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Sperrwaffen - Dies ist der wichtigste Bestand für die übergeordnete Steuerung der Schule und die Entwicklung der Ausbildungsvorschriften.
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Sperrwaffensuchwesens. Beinhaltet Lehrgangspläne der Sperrschule Kiel-Wik und Dienstvorschriften für Sperrpersonal.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine (Dokumentiert die Fachlaufbahn der Sperrspezialisten).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Organisation des Sperrwaffenwesens).
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| Hartmann, Waldemar || colspan="3" | "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zur Technik und Ausbildung).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Minenausstoß-Technik).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 15:13 Uhr

Dienststelle Sperrschule (Kiel-Wik)
Die in Kiel-Wik gelegene Sperrschule war die zentrale Ausbildungsstätte für das gesamte Sperrwaffensystem der Kriegsmarine. Ihre Aufgabe bestand darin, See- und Waffenoffiziere zu Spezialisten auszubilden sowie das technische Unterpersonal (Waffenwarte, Sperrmechaniker, Sperrvorleute) für Wartung, Bereitstellung und Einsatz der Sperrwaffen an der Front vorzubereiten.
Aufgaben und Ausbildungsprofil
Ausbildungsziel: Vermittlung von Materialkunde, praktischer Bedienung und taktischen Erkenntnissen. Ziel war die Beherrschung der Waffe unter Berücksichtigung seemännischen Verständnisses. "Theorie ist notwendiges Mittel zum Zweck; Endziel bleibt: die praktische Beherrschung der Waffe."
Besonderheit „Minengarten“: Auf dem Gelände existierte ein großflächiger Übungshof mit entschärften Originalmodellen aller Minentypen. Hier lernten die Schüler die haptische Handhabung und das Schärfen der Zünder, bevor sie zum „schwimmenden Lehrsaal“ auf See (5 M-Boote, 6 Hilfsboote) wechselten.
Besonderheit „Zünder-Sensibilisierung“: Ein Kernstück war das Studium der Magnet-, Akustik- und Druckzünder. Die Schüler wurden darauf trainiert, die hochempfindlichen Mechanismen im Inneren der Minen auch bei Dunkelheit oder Kälte sicher zu justieren – eine direkte Vorbereitung auf die Arbeit im feuchten Torpedoraum eines U-Bootes.
Lehrbereiche der Sperrwaffe
Minenwesen: Handhabung von Ankertauminen sowie Spezialminen wie der TMB/TMC für den Ausstoß aus U-Boot-Torpedorohren.
U-Boot-Abwehr: Intensiver Drill an Wasserbomben (Wabo). Die Schüler lernten nicht nur das Werfen, sondern vor allem die Einstellung der Detonations-Tiefenzünder zur effektiven Bekämpfung getauchter Gegner.
Netzsperrwesen: Ausbildung in der Errichtung und Überwindung von U-Boot-Netzen und Hafenschutzsperren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Offensive Missionen: U-Boot-Offiziere (oft II. W.O.) trugen als „Sperroffiziere“ die Verantwortung für die korrekte Schärfung und die exakten Abwurfkoordinaten bei verdeckten Minenoperationen.
Psychologisches Training: Das Hantieren mit hochempfindlichen Sprengmitteln in der Enge des Bootes erforderte eine unerschütterliche Ruhe, die an der Sperrschule durch strengen Sicherheitsdrill und Fehleranalysen (Simulation von Blindgängern) vermittelt wurde.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Inspektion des Sperrwaffensuchwesens. Beinhaltet Lehrgangspläne der Sperrschule Kiel-Wik und Dienstvorschriften für Sperrpersonal.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine (Dokumentiert die Fachlaufbahn der Sperrspezialisten).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Organisation des Sperrwaffenwesens).
Hartmann, Waldemar "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zur Technik und Ausbildung).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Minenausstoß-Technik).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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