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28. Minensuchflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! 28. Minensuchflottille
 
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| colspan="3" | Die 28. Minensuchflottille war ein Sicherungsverband der Kriegsmarine, der primär für den Minenräumdienst und Geleitschutz in den besetzten französischen Küstengewässern am Atlantik zuständig war.
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| colspan="3" | Die 28. Minensuchflottille war ein wichtiger Sicherungsverband der Kriegsmarine an der französischen Atlantikküste. Ihre Hauptaufgabe lag in der permanenten Minenfreihaltung und dem Geleitschutz in den Gewässern der Bretagne. Der Verband bildete eine lebenswichtige Komponente für die Operationsfreiheit der dortigen U-Boot-Stützpunkte und den Schutz des küstennahen Nachschubverkehrs.
 
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! colspan="3" | Aufstellung und Standorte
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! colspan="3" | Aufstellung & Organisation
 
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| colspan="3" | Die Flottille wurde im Dezember 1940 aufgestellt. Ihr Hauptoperationsgebiet lag an der französischen Westküste mit Stützpunkten in Paimpol und Saint-Malo. Sie unterstand dem Führer der Minensuchboote West.  
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| Aufstellung: || colspan="3" | Dezember 1940 an der französischen Westküste.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Führer der Minensuchboote West (F.d.M. West).
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| Hauptstützpunkte: || colspan="3" | Paimpol und Saint-Malo (Bretagne).
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| Ausstattung: || colspan="3" | Primär umgebaute französische Fischdampfer und Hilfsminensuchboote; robuste Fahrzeuge für den Einsatz in der Biskaya und im Ärmelkanal.
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| Auflösung: || colspan="3" | August 1944 infolge des alliierten Durchbruchs in der Normandie und der Einkesselung der bretonischen Häfen.
 
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! colspan="3" | Aufgaben und Einsatzprofil
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! colspan="3" | Aufgaben & Einsatzprofil
 
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| colspan="3" | Wegesicherung: Die Flottille hatte die lebenswichtige Aufgabe, die Auslaufwege für die U-Boot-Frontflottillen minenfrei zu halten. Ohne diese Sicherungsarbeit hätten die Boote ihre Basen am Atlantik nicht erreichen können.
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| Wegesicherung: || colspan="3" | Sicherstellung der Minenfreiheit in den Ansteuerungswegen für die U-Boot-Frontflottillen; Ermöglichung des gefahrlosen Erreichens der Atlantikbasen.
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| Geleitdienst: || colspan="3" | Schutz des zivilen und militärischen Küstenverkehrs gegen Vorstöße britischer Schnellboote (MTBs) und Luftangriffe.
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| Minenabwehr: || colspan="3" | Fast täglicher Einsatz zur Räumung von Magnet- und Akustikminen, die durch die Royal Air Force (RAF) im Rahmen von Sperroperationen abgeworfen wurden.
 
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| colspan="3" | Geleitdienst: Die Einheiten sicherten den Küstenverkehr gegen Angriffe britischer Schnellboote und Flugzeuge.
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! colspan="3" | Spezifische Besonderheiten & Ende
 
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| colspan="3" | Minenabwehr: Aufgrund der permanenten Verminung durch die Royal Air Force waren die Boote fast täglich im Einsatz, um Magnet- und Akustikminen zu räumen.
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| Beutefahrzeuge: || colspan="3" | Die Nutzung französischer Hilfsschiffe erforderte eine aufwendige technische Anpassung der Räumgeräte auf deutschen Standard.
 
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| Bewaffnung: || colspan="3" | Aufgrund begrenzter Kapazitäten verfügten die Boote nur über eine schwache Flak-Bewaffnung, was sie extrem verwundbar gegen alliierte Jagdbomber machte.
 
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! colspan="3" | Ausrüstung
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| Erdkampf 1944: || colspan="3" | Nach der Selbstversenkung der Boote im August 1944 wurden die Besatzungen in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert und verteidigten die „Festung Saint-Malo“.
 
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| colspan="3" | Die Flottille bestand nicht aus speziell gebauten Kriegsschiffen, sondern primär aus umgebauten französischen Fischdampfern (Hilfsminensuchbooten). Diese Schiffe waren für den harten Dienst in der Biskaya und im Kanal geeignet, verfügten jedoch nur über eine begrenzte Flak-Bewaffnung zur Flugabwehr.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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! colspan="3" | Ende 1944
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| Basis-Sicherung: || colspan="3" | Die 28. Flottille garantierte die Nutzbarkeit der bretonischen Ausweichhäfen für U-Boote, die aufgrund von Schäden oder Feinddruck nicht die Hauptbasen anlaufen konnten.
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| Aufklärungsdienst: || colspan="3" | Die Boote dienten oft als erste Meldestelle für U-Boot-Sichtungen feindlicher Luftstreitkräfte im küstennahen Bereich.
 
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| colspan="3" | Nach dem Durchbruch der alliierten Truppen in der Normandie und der Einkesselung der deutschen Stützpunkte in der Bretagne wurde die Flottille im August 1944 aufgelöst. Die meisten Boote wurden in den Häfen selbst versenkt, um sie unbrauchbar zu machen. Die Besatzungen, darunter erfahrene Seeleute, wurden oft in Marine-Schützen-Bataillonen zur Verteidigung der „Festungen“ (z. B. Saint-Malo) im Erdkampf eingesetzt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 69 || colspan="3" | Kriegstagebücher und Akten der Minensuchflottillen (Berichte über die Räumtätigkeit in der Bretagne).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 61 || colspan="3" | Unterlagen des Führers der Minensuchboote West (Befehle zur Sicherung der Westküste).
 
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| BArch RM 45 || colspan="3" | Dienststellen im besetzten Frankreich (Unterlagen zur Verteidigung von Saint-Malo 1944).
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 61 || colspan="3" | Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine - Invenio Online-Recherche. Enthält die Kriegstagebücher der 28. Minensuchflottille.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | → [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Minensucher/28MinSuch.htm| 28. Minensuchflottille]
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Sicherungsverbände im Westen).
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | "Die Sicherungsverbände der Kriegsmarine 1939-1945" (Detaillierte Gliederung der Hilfsminensuchflottillen).
 
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| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, Hilfsschiffe und Minensucher).
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 16:17 Uhr

Verband 28. Minensuchflottille
Die 28. Minensuchflottille war ein wichtiger Sicherungsverband der Kriegsmarine an der französischen Atlantikküste. Ihre Hauptaufgabe lag in der permanenten Minenfreihaltung und dem Geleitschutz in den Gewässern der Bretagne. Der Verband bildete eine lebenswichtige Komponente für die Operationsfreiheit der dortigen U-Boot-Stützpunkte und den Schutz des küstennahen Nachschubverkehrs.
Aufstellung & Organisation
Aufstellung: Dezember 1940 an der französischen Westküste.
Unterstellung: Führer der Minensuchboote West (F.d.M. West).
Hauptstützpunkte: Paimpol und Saint-Malo (Bretagne).
Ausstattung: Primär umgebaute französische Fischdampfer und Hilfsminensuchboote; robuste Fahrzeuge für den Einsatz in der Biskaya und im Ärmelkanal.
Auflösung: August 1944 infolge des alliierten Durchbruchs in der Normandie und der Einkesselung der bretonischen Häfen.
Aufgaben & Einsatzprofil
Wegesicherung: Sicherstellung der Minenfreiheit in den Ansteuerungswegen für die U-Boot-Frontflottillen; Ermöglichung des gefahrlosen Erreichens der Atlantikbasen.
Geleitdienst: Schutz des zivilen und militärischen Küstenverkehrs gegen Vorstöße britischer Schnellboote (MTBs) und Luftangriffe.
Minenabwehr: Fast täglicher Einsatz zur Räumung von Magnet- und Akustikminen, die durch die Royal Air Force (RAF) im Rahmen von Sperroperationen abgeworfen wurden.
Spezifische Besonderheiten & Ende
Beutefahrzeuge: Die Nutzung französischer Hilfsschiffe erforderte eine aufwendige technische Anpassung der Räumgeräte auf deutschen Standard.
Bewaffnung: Aufgrund begrenzter Kapazitäten verfügten die Boote nur über eine schwache Flak-Bewaffnung, was sie extrem verwundbar gegen alliierte Jagdbomber machte.
Erdkampf 1944: Nach der Selbstversenkung der Boote im August 1944 wurden die Besatzungen in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert und verteidigten die „Festung Saint-Malo“.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Basis-Sicherung: Die 28. Flottille garantierte die Nutzbarkeit der bretonischen Ausweichhäfen für U-Boote, die aufgrund von Schäden oder Feinddruck nicht die Hauptbasen anlaufen konnten.
Aufklärungsdienst: Die Boote dienten oft als erste Meldestelle für U-Boot-Sichtungen feindlicher Luftstreitkräfte im küstennahen Bereich.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 69 Kriegstagebücher und Akten der Minensuchflottillen (Berichte über die Räumtätigkeit in der Bretagne).
BArch RM 61 Unterlagen des Führers der Minensuchboote West (Befehle zur Sicherung der Westküste).
BArch RM 45 Dienststellen im besetzten Frankreich (Unterlagen zur Verteidigung von Saint-Malo 1944).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Sicherungsverbände im Westen).
Harnack, Wolfgang "Die Sicherungsverbände der Kriegsmarine 1939-1945" (Detaillierte Gliederung der Hilfsminensuchflottillen).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, Hilfsschiffe und Minensucher).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132