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Flottillenchef: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! Datenblatt
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! Dienststellung
! '''Flottillenchef'''
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! Flottillenchef (Allgemein)
 
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| colspan="3" | Der Chef einer Unterseebootsflottille (kurz: Flottillenchef) war die zentrale operative und administrative Instanz für alle ihm unterstellten U-Boote und deren Besatzungen an einem Stützpunkt.
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| colspan="3" | Der Flottillenchef war die zentrale operative und administrative Schlüsselfigur an einem U-Boot-Stützpunkt. Er fungierte als direktes Bindeglied zwischen dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) und den einzelnen Kommandanten. In seiner Hand lagen die Einsatzbereitschaft, die taktische Auswertung der Feindfahrten sowie die gesamte logistische und disziplinarische Leitung der Flottille.
 
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! colspan="3" | Status und Qualifikation
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! colspan="3" | Hierarchie & Qualifikation
 
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| colspan="3" | Die Position wurde in der Kriegsmarine meist mit erfahrenen Offizieren im Rang eines Korvettenkapitäns, Fregattenkapitäns oder Kapitäns zur See besetzt, die sich zuvor als erfolgreiche Frontkommandanten bewährt hatten. Viele Flottillenchefs stammten aus den traditionsreichen Crews der Reichsmarine (beispielsweise der Crew 25 oder 26) und verfügten über eine fundierte Ausbildung an der Marine-Kriegsakademie.
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| Dienstgrad: || colspan="3" | In der Regel Korvettenkapitän, Fregattenkapitän oder Kapitän zur See.
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| Profil: || colspan="3" | Erfahrene Offiziere mit nachgewiesenen Erfolgen als Frontkommandanten; hohe fachliche Autorität und Führungsreife.
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| Stab: || colspan="3" | Führung der Flottille mithilfe eines Stabes (Adjutant, Ingenieur-Offizier, Verwaltungsoffiziere und Navigationsspezialisten).
 
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! colspan="3" | Aufgaben und Verantwortlichkeiten
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! colspan="3" | Aufgaben & Verantwortungsbereiche
 
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| colspan="3" | Operative Vorbereitung: Der Chef trug die Verantwortung für die volle Gefechtsbereitschaft seiner Boote. Er überwachte die Baubelehrungen neuer Einheiten und stellte sicher, dass die Besatzungen alle notwendigen Fachkurse absolviert hatten.
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| Einsatzsteuerung: || colspan="3" | Überwachung der Baubelehrung, der Ausbildungsgänge und der finalen Frontreife-Prüfung der Besatzungen.
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| Taktische Analyse: || colspan="3" | Auswertung der Kriegstagebücher (KTB) nach jeder Unternehmung; Durchführung von Manöverkritik und Erfahrungsaustausch mit den Kommandanten.
 
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| colspan="3" | Personalwesen: Er entschied über die Besetzung der Offiziersstellen an Bord und koordinierte die Zuweisung von Wachoffiziersschülern. Zudem verwaltete er die Personalreserve der Flottille.
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| Stützpunktlogistik: || colspan="3" | Koordination der Bunkerliegeplätze, der Instandsetzung durch Werftbetriebe sowie der Versorgung mit Torpedos, Brennstoff und Proviant.
 
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| colspan="3" | Infrastruktur und Logistik: Er leitete den Stützpunkt (beispielsweise den U-Stützpunkt Bergen) und koordinierte die Instandsetzungsarbeiten in den Bunkeranlagen. Hierbei unterstand ihm ein Stab, dem unter anderem der Adjutant und der Obersteuermann beim Stab angehörten.
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| Sicherung: || colspan="3" | Organisation des Geleitschutzes (Minensucher/Vorpostenboote) für das Ein- und Auslaufen der Boote in den Küstengewässern.
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| colspan="3" | Fachliche Aufsicht: Der Flottillenchef war die erste Instanz bei der Auswertung der Kriegstagebücher. Er besprach die Feindfahrten mit den Kommandanten und gab taktische Anweisungen, die oft auf den Erkenntnissen der U-Taktischen Ausbildungsoffiziere basierten.
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| Personalmanagement: || colspan="3" | Entscheidung über Besetzungen von Schlüsselpositionen an Bord und Verwaltung der Personalreserven am Stützpunkt.
 
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| colspan="3" | Disziplinarische Gewalt: Er war der oberste Gerichtsherr innerhalb der Flottille und sorgte für die Einhaltung der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung).
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| Moralerhaltung: || colspan="3" | Funktion als oberster Disziplinarvorgesetzter und Ansprechpartner für die Besatzungen in psychischen Belastungssituationen.
 
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| colspan="3" | Schnittstelle zur Führung: Er bildete das Bindeglied zwischen den einzelnen Kommandanten und dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.). Er koordinierte zudem die Zusammenarbeit mit Sicherungsverbänden wie der 12. Vorpostenflottille oder der 6. Minensuchflottille beim Ein- und Auslaufen der Boote.
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| Schnittstelle: || colspan="3" | Verantwortung für die korrekte Umsetzung der operativen Befehle der Seekriegsleitung auf der Ebene des einzelnen Bootes.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Befugnisse und Aufgaben der Flottillenchefs in der Kriegsmarine
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Bestimmungen über die Organisation und Verwaltung der Unterseebootsflottillen (1939–1945)
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| BArch RM 31 || colspan="3" | Akten der Unterseebootsflottillen (Zuständigkeiten und Befehlsstrukturen der Flottillenchefs).
 
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zur personellen Besetzung der Flottillenchef-Posten
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung (Allgemeine Weisungen zur Führung von U-Boot-Verbänden im Ausland).
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation der U-Boot-Flottillen)
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung).
 
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| Herzog, Bodo: || colspan="3" | Deutsche U-Boote 1906–1966 (Tabellarische Übersicht aller Flottillenchefs und deren Einsatzorte)
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| Herzog, Bodo || colspan="3" | "Deutsche U-Boote 1906–1966" (Organisatorische Übersichten).
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| Hessler, Günter || colspan="3" | "The U-Boat War in the Atlantic" (Taktische Rolle der Flottillenführung).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 16:55 Uhr

Dienststellung Flottillenchef (Allgemein)
Der Flottillenchef war die zentrale operative und administrative Schlüsselfigur an einem U-Boot-Stützpunkt. Er fungierte als direktes Bindeglied zwischen dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) und den einzelnen Kommandanten. In seiner Hand lagen die Einsatzbereitschaft, die taktische Auswertung der Feindfahrten sowie die gesamte logistische und disziplinarische Leitung der Flottille.
Hierarchie & Qualifikation
Dienstgrad: In der Regel Korvettenkapitän, Fregattenkapitän oder Kapitän zur See.
Profil: Erfahrene Offiziere mit nachgewiesenen Erfolgen als Frontkommandanten; hohe fachliche Autorität und Führungsreife.
Stab: Führung der Flottille mithilfe eines Stabes (Adjutant, Ingenieur-Offizier, Verwaltungsoffiziere und Navigationsspezialisten).
Aufgaben & Verantwortungsbereiche
Einsatzsteuerung: Überwachung der Baubelehrung, der Ausbildungsgänge und der finalen Frontreife-Prüfung der Besatzungen.
Taktische Analyse: Auswertung der Kriegstagebücher (KTB) nach jeder Unternehmung; Durchführung von Manöverkritik und Erfahrungsaustausch mit den Kommandanten.
Stützpunktlogistik: Koordination der Bunkerliegeplätze, der Instandsetzung durch Werftbetriebe sowie der Versorgung mit Torpedos, Brennstoff und Proviant.
Sicherung: Organisation des Geleitschutzes (Minensucher/Vorpostenboote) für das Ein- und Auslaufen der Boote in den Küstengewässern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalmanagement: Entscheidung über Besetzungen von Schlüsselpositionen an Bord und Verwaltung der Personalreserven am Stützpunkt.
Moralerhaltung: Funktion als oberster Disziplinarvorgesetzter und Ansprechpartner für die Besatzungen in psychischen Belastungssituationen.
Schnittstelle: Verantwortung für die korrekte Umsetzung der operativen Befehle der Seekriegsleitung auf der Ebene des einzelnen Bootes.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 31 Akten der Unterseebootsflottillen (Zuständigkeiten und Befehlsstrukturen der Flottillenchefs).
BArch RM 7 Seekriegsleitung (Allgemeine Weisungen zur Führung von U-Boot-Verbänden im Ausland).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung).
Herzog, Bodo "Deutsche U-Boote 1906–1966" (Organisatorische Übersichten).
Hessler, Günter "The U-Boat War in the Atlantic" (Taktische Rolle der Flottillenführung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132