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Trägersturzkampfgruppe 186: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Trägersturzkampfgruppe 186 (Tr.St.K.Gr. 186)'''
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| colspan="3" | Die Trägersturzkampfgruppe 186 (Tr.St.K.Gr. 186) war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der ursprünglich für den Einsatz auf dem (nie fertiggestellten) Flugzeugträger Graf Zeppelin vorgesehen war. Die Trägersturzkampfgruppe 186 wurde im Mai 1939 aufgestellt. Ursprünglich für den Einsatz auf dem Flugzeugträger Graf Zeppelin konzipiert, wurde sie als hochspezialisierter Verband in das Sturzkampfgeschwader 1 integriert. Die Gruppe blieb bis zur umfassenden Reorganisation der Sturzkampfverbände im Oktober 1943 aktiv, als sie im Zuge der Umbenennung in das Schlachtgeschwader 1 aufging.
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| colspan="3" | Die Trägersturzkampfgruppe 186 war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der ursprünglich für den Einsatz auf dem Flugzeugträger Graf Zeppelin konzipiert wurde. Nach der Aufstellung im Mai 1939 operierte die Gruppe als hochspezialisierter Verband innerhalb des Sturzkampfgeschwaders 1 und leistete wesentliche Beiträge zur Bekämpfung maritimer Punktziele an allen Fronten des Krieges.
 
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! colspan="3" | Einsatzprofil und Bewaffnung
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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| colspan="3" | Die Einheit betrieb ausschließlich die Junkers Ju 87 ("Stuka") in der spezialisierten Kampfrolle. Durch die präzise Sturzflug-Taktik war die Gruppe besonders für die Bekämpfung von Punktzielen geeignet. Das Einsatzspektrum des Geschwaders umfasste alle Fronten des Krieges, wobei neben klassischen militärischen Zielen im späteren Verlauf auch Operationen zur Bandenbekämpfung zur Unterstützung paramilitärischer Verbände durchgeführt wurden.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert im Mai 1939; spezialisiert auf den Einsatz der Junkers Ju 87 ("Stuka") in der maritimen Kampfrolle.
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| Umgliederung: || colspan="3" | Im Juli 1940 als III. Gruppe in das Sturzkampfgeschwader 1 eingegliedert. Im Oktober 1943 im Zuge der Reorganisation der Sturzkampfverbände im Schlachtgeschwader 1 aufgegangen.
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| Standorte: || colspan="3" | Einsatz von Fliegerhorsten wie Brüsterort (Ostpreußen), Bastogne (Belgien), Falaise (Normandie) sowie Stützpunkten am Pas-de-Calais und im Mittelmeerraum.
 
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| Einsatzspektrum: || colspan="3" | Präzise Sturzflug-Angriffe auf Schiffsziele und Punktziele an Land; im späteren Verlauf auch Operationen zur Bandenbekämpfung.
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Taktik
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| colspan="3" | Schiffsbekämpfungsexpertise: Die in der Gruppe 186 entwickelten Verfahren zum Angriff auf Seeziele waren für die U-Boote von hoher taktischer Relevanz. Kommandanten mussten die Angriffscharakteristik der Ju 87 kennen, um bei gemeinsamer operativer Aufklärung durch die Fernaufklärer-Gruppe 123 koordinierte Angriffe auf Geleitzüge durchführen zu können.
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| Träger-Modifikation: || colspan="3" | Die ursprünglich vorgesehenen Maschinen verfügten über Fanghaken, verstärkte Fahrwerke und klappbare Tragflächen für den Hangarbetrieb auf der Graf Zeppelin.
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| Seeziel-Präzision: || colspan="3" | Entwicklung spezifischer Anflugwinkel für den Sturzangriff auf manövrierende Kriegsschiffe zur Erzielung maximaler Trefferwirkung im Bereich der Maschinenanlagen oder Türme.
 
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| colspan="3" | Luftraumüberwachung: Die Präsenz des Sturzkampfgeschwaders 1 an den Küstenfronten (z. B. im Mittelmeer oder am Kanal) erforderte von den U-Boot-Besatzungen eine exakte Einhaltung der Meldeformeln bei Flugzeugsichtung, um in den oft unübersichtlichen Gefechtslagen Eigenbeschuss zu vermeiden.
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| Koordination: || colspan="3" | Enges Zusammenwirken mit Aufklärungseinheiten zur Zielzuweisung; Beherrschung komplexer Meldeformeln zur Identifizierung feindlicher Geleitzüge.
 
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! colspan="3" | Einsatzgebiete und Stationen
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Polenfeldzug (1939): Die Gruppe war von Ostpreußen (Fliegerhorst Brüsterort) aus im Einsatz. Ihr Auftrag umfasste die Aufklärung und Bekämpfung polnischer Seestreitkräfte, insbesondere in der Danziger Bucht und vor der Halbinsel Hela.
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| Schiffsbekämpfung: || colspan="3" | Die Angriffscharakteristik der Ju 87 war für die U-Boot-Führung von hoher taktischer Relevanz bei koordinierten Angriffen, oft unterstützt durch die [[Fernaufklärer-Gruppe 123]].
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| Luftraumschutz: || colspan="3" | Die Präsenz der Gruppe an den Küstenfronten erforderte von den U-Booten die exakte Einhaltung der Meldeformeln bei Flugzeugsichtung zur Vermeidung von Eigenbeschuss.
 
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| colspan="3" | Westfeldzug (1940): Während der Offensive im Westen war die Gruppe an verschiedenen Standorten stationiert, darunter Bastogne (Belgien) sowie Guise und Buzancy (Frankreich). Im Juni 1940 verlegte sie über Auxerre nach Falaise in der Normandie.
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| Operationshilfe: || colspan="3" | Bekämpfung polnischer Seestreitkräfte in der Danziger Bucht und vor Hela (1939), was den operativen Druck auf die in der Ostsee operierenden Boote erheblich minderte.
 
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| colspan="3" | Kanalküste und Ärmelkanal: Nach dem Sieg über Frankreich operierte die Gruppe von Stützpunkten wie Pas-de-Calais aus gegen britische Schiffsziele im Ärmelkanal und in der Themsemündung.
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| colspan="3" | Verbleib im Geschwaderverband: Da die Gruppe im Juli 1940 als III. Gruppe in das Sturzkampfgeschwader 1 eingegliedert wurde, folgten ihre weiteren Einsätze den Einsatzräumen des Geschwaders. Dazu gehörten Operationen am Mittelmeer (insbesondere gegen Malta und Geleitzüge nach Nordafrika) sowie später an der Ostfront.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RL 10 || colspan="3" | Akten der Verbände der Luftwaffe (Einsatzberichte und Kriegstagebücher der Tr.St.K.Gr. 186).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Bestandslisten der spezialisierten Trägermaschinen).
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge von Verbindungsoffizieren zwischen Luftwaffe und Marine am Standort Brüsterort.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RL 10 || colspan="3" | Verbände und Ausbildungseinheiten der Luftwaffe. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält Kriegstagebücher der Gruppe 186.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Luftwaffenverbänden).
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| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Stuka-Gruppen).
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| Breyer, Siegfried || colspan="3" | "Der Flugzeugträger Graf Zeppelin" (Details zur geplanten Bordgruppe 186).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 16:27 Uhr

Verband Trägersturzkampfgruppe 186 (Tr.St.K.Gr. 186)
Die Trägersturzkampfgruppe 186 war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der ursprünglich für den Einsatz auf dem Flugzeugträger Graf Zeppelin konzipiert wurde. Nach der Aufstellung im Mai 1939 operierte die Gruppe als hochspezialisierter Verband innerhalb des Sturzkampfgeschwaders 1 und leistete wesentliche Beiträge zur Bekämpfung maritimer Punktziele an allen Fronten des Krieges.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Formiert im Mai 1939; spezialisiert auf den Einsatz der Junkers Ju 87 ("Stuka") in der maritimen Kampfrolle.
Umgliederung: Im Juli 1940 als III. Gruppe in das Sturzkampfgeschwader 1 eingegliedert. Im Oktober 1943 im Zuge der Reorganisation der Sturzkampfverbände im Schlachtgeschwader 1 aufgegangen.
Standorte: Einsatz von Fliegerhorsten wie Brüsterort (Ostpreußen), Bastogne (Belgien), Falaise (Normandie) sowie Stützpunkten am Pas-de-Calais und im Mittelmeerraum.
Einsatzspektrum: Präzise Sturzflug-Angriffe auf Schiffsziele und Punktziele an Land; im späteren Verlauf auch Operationen zur Bandenbekämpfung.
Spezifische Merkmale & Taktik
Träger-Modifikation: Die ursprünglich vorgesehenen Maschinen verfügten über Fanghaken, verstärkte Fahrwerke und klappbare Tragflächen für den Hangarbetrieb auf der Graf Zeppelin.
Seeziel-Präzision: Entwicklung spezifischer Anflugwinkel für den Sturzangriff auf manövrierende Kriegsschiffe zur Erzielung maximaler Trefferwirkung im Bereich der Maschinenanlagen oder Türme.
Koordination: Enges Zusammenwirken mit Aufklärungseinheiten zur Zielzuweisung; Beherrschung komplexer Meldeformeln zur Identifizierung feindlicher Geleitzüge.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schiffsbekämpfung: Die Angriffscharakteristik der Ju 87 war für die U-Boot-Führung von hoher taktischer Relevanz bei koordinierten Angriffen, oft unterstützt durch die Fernaufklärer-Gruppe 123.
Luftraumschutz: Die Präsenz der Gruppe an den Küstenfronten erforderte von den U-Booten die exakte Einhaltung der Meldeformeln bei Flugzeugsichtung zur Vermeidung von Eigenbeschuss.
Operationshilfe: Bekämpfung polnischer Seestreitkräfte in der Danziger Bucht und vor Hela (1939), was den operativen Druck auf die in der Ostsee operierenden Boote erheblich minderte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Akten der Verbände der Luftwaffe (Einsatzberichte und Kriegstagebücher der Tr.St.K.Gr. 186).
BArch RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Bestandslisten der spezialisierten Trägermaschinen).
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Verbindungsoffizieren zwischen Luftwaffe und Marine am Standort Brüsterort.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Luftwaffenverbänden).
Dierich, Wolfgang "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Stuka-Gruppen).
Breyer, Siegfried "Der Flugzeugträger Graf Zeppelin" (Details zur geplanten Bordgruppe 186).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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