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Marinearsenal Kiel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Das Marinearsenal Kiel (M.Ars. Kiel) war der technologische und logistische Herzschlag der Marinestation der Ostsee. Es ist als zentrale Werft- und Ausrüstungsinstanz für die in der Ostsee trainierenden und von dort auslaufenden Boote essenziell.
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| colspan="3" | Das Marinearsenal Kiel (M.Ars. Kiel) war der technologische und logistische Herzschlag der Marinestation der Ostsee. Als zentrale Werft- und Ausrüstungsinstanz war es essenziell für die Instandsetzung und Versorgung der in der Ostsee operierenden Flottenverbände sowie für die technische Einsatzbereitschaft der auslaufenden Frontboote.
 
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| colspan="3" | Entstehung: Das Arsenal hat seine Wurzeln in der Kaiserlichen Werft Kiel. In der Kriegsmarine wurde es als eigenständige militärische Dienststelle unter der Leitung eines Arsenalbaukapitäns (später Arsenalkommandant) geführt. Es befand sich primär am Ostufer der Kieler Förde (Kiel-Gaarden/Ellerbek).
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| Wurzeln: || colspan="3" | Hervorgegangen aus der Kaiserlichen Werft Kiel; in der Kriegsmarine als eigenständige militärische Dienststelle unter Leitung eines Arsenalkommandanten geführt.
 
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| colspan="3" | Funktion: Wartung, Instandsetzung und Ausrüstung der Flotte.
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| Standort: || colspan="3" | Primäre Lage am Ostufer der Kieler Förde (Kiel-Gaarden/Ellerbek) mit umfangreichen Hafenanlagen und Dockkapazitäten.
 
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| colspan="3" | Technik: Es verfügte über eigene Werkstätten für Artillerie, Torpedowesen, Optik und Funktechnik.
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| Technik-Zentrum: || colspan="3" | Unterhaltung spezialisierter Werkstätten für Artillerie, Torpedowesen, Optik und modernste Funktechnik zur Durchführung komplexer Reparaturen.
 
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| colspan="3" | Logistik: Lagerung und Ausgabe von Munition, Treibstoff und Verpflegung.
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| Logistik-Knoten: || colspan="3" | Zentrale Lagerung und kontrollierte Ausgabe von Munition, Treibstoff sowie Verpflegung für die Einheiten der Ostseestation.
 
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| colspan="3" | Spezialaufgabe: Einbau von Neuentwicklungen (z.B. Schnorchel-Anlagen oder neue Funkmessgeräte) bei Frontbooten während der Werftliegezeiten.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Massive Zerstörungen durch Luftangriffe 1944/45; nach der Kapitulation Übernahme durch britische Truppen und spätere Umwandlung in zivile Werftbetriebe.
 
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| colspan="3" | Ende: Das Arsenal wurde bei den schweren Luftangriffen auf Kiel (1944/45) massiv beschädigt. Nach der Kapitulation im Mai 1945 wurde es von den britischen Besatzungstruppen übernommen und im Zuge der Entmilitarisierung teilweise demontiert oder in zivile Betriebe (wie die heutigen Kieler Werften) umgewandelt.  
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| Modernisierung: || colspan="3" | Einbau technischer Neuentwicklungen wie Schnorchel-Anlagen oder Funkmessgeräten bei Frontbooten während der planmäßigen Werftliegezeiten.
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| Abnahme-Wesen: || colspan="3" | Durchführung strenger technischer Abnahmen nach Instandsetzungen durch spezialisierte Arsenaloffiziere zur Gewährleistung der Frontreife.
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| Rüstungsschmiede: || colspan="3" | Koordination der Zusammenarbeit mit der privaten Rüstungsindustrie zur Beschleunigung von Reparaturdurchläufen unter kriegsbedingtem Zeitdruck.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Ausrüstung: Fast jedes U-Boot, das in der Ostsee seine taktische Ausbildung (z.B. bei der 24. U-Flottille) absolvierte, bezog seine Erstausstattung und Munition über das Marinearsenal Kiel.
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| Erstausstattung: || colspan="3" | Fast jedes Boot, das seine Ausbildung bei der [[24. U-Flottille]] absolvierte, bezog seine Munition und Erstausrüstung über das Marinearsenal Kiel.
 
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| colspan="3" | Instandsetzung: Boote, die während der Ausbildung in der Ostsee Schäden erlitten (Kollisionen, Grundberührungen), wurden im MArs Kiel repariert.
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| Havarie-Dienst: || colspan="3" | Zentrale Anlaufstelle für die Reparatur von Booten, die während der taktischen Ausbildung in der Ostsee Schäden durch Kollisionen oder Grundberührungen erlitten.
 
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| colspan="3" | Personal: In den Biografien der Kommandanten finden sich oft Offiziere der technischen Laufbahn (Ingenieuroffiziere), die als Arsenaloffiziere für die Abnahme der Arbeiten an den U-Booten verantwortlich waren.
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| Ingenieuroffiziere: || colspan="3" | In den Biografien technischer Offiziere markiert die Verwendung als Arsenaloffizier im M.Ars. Kiel eine Schlüsselposition für die technische Überwachung der U-Boot-Waffe.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Organisation und den Werftbetrieb der Marinearsenale.
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 13 || colspan="3" | Arsenale und Werften der Kriegsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält Akten zur Verwaltung, den Werkstätten und den Ausrüstungslisten des Marinearsenals Kiel.
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marinestation der Ostsee: Berichte des Arsenalkommandanten über Auslastung und Instandsetzungsraten.
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung. Dokumentiert die Priorisierung von U-Boot-Reparaturen im Arsenal gegenüber anderen Schiffsklassen.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über Verwendungen von Ingenieuroffizieren als Arsenaloffiziere im M.Ars. Kiel.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt technische Dienststellen).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Landorganisation und den Werftliegeplätzen).
 
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| Erich Gröner || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Wichtig für die Zuordnung der Arsenal-Schlepper und Hilfsschiffe).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Arsenale für die Flottenlogistik).
 
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| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur technischen Ausrüstung und Schnorchel-Nachrüstung).
 
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Aktuelle Version vom 20. Februar 2026, 16:57 Uhr

Dienststelle Marinearsenal Kiel (M.Ars. Kiel)
Das Marinearsenal Kiel (M.Ars. Kiel) war der technologische und logistische Herzschlag der Marinestation der Ostsee. Als zentrale Werft- und Ausrüstungsinstanz war es essenziell für die Instandsetzung und Versorgung der in der Ostsee operierenden Flottenverbände sowie für die technische Einsatzbereitschaft der auslaufenden Frontboote.
Entstehung, Funktion und Infrastruktur
Wurzeln: Hervorgegangen aus der Kaiserlichen Werft Kiel; in der Kriegsmarine als eigenständige militärische Dienststelle unter Leitung eines Arsenalkommandanten geführt.
Standort: Primäre Lage am Ostufer der Kieler Förde (Kiel-Gaarden/Ellerbek) mit umfangreichen Hafenanlagen und Dockkapazitäten.
Technik-Zentrum: Unterhaltung spezialisierter Werkstätten für Artillerie, Torpedowesen, Optik und modernste Funktechnik zur Durchführung komplexer Reparaturen.
Logistik-Knoten: Zentrale Lagerung und kontrollierte Ausgabe von Munition, Treibstoff sowie Verpflegung für die Einheiten der Ostseestation.
Ende 1945: Massive Zerstörungen durch Luftangriffe 1944/45; nach der Kapitulation Übernahme durch britische Truppen und spätere Umwandlung in zivile Werftbetriebe.
Spezifische Merkmale & Spezialaufgaben
Modernisierung: Einbau technischer Neuentwicklungen wie Schnorchel-Anlagen oder Funkmessgeräten bei Frontbooten während der planmäßigen Werftliegezeiten.
Abnahme-Wesen: Durchführung strenger technischer Abnahmen nach Instandsetzungen durch spezialisierte Arsenaloffiziere zur Gewährleistung der Frontreife.
Rüstungsschmiede: Koordination der Zusammenarbeit mit der privaten Rüstungsindustrie zur Beschleunigung von Reparaturdurchläufen unter kriegsbedingtem Zeitdruck.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Erstausstattung: Fast jedes Boot, das seine Ausbildung bei der 24. U-Flottille absolvierte, bezog seine Munition und Erstausrüstung über das Marinearsenal Kiel.
Havarie-Dienst: Zentrale Anlaufstelle für die Reparatur von Booten, die während der taktischen Ausbildung in der Ostsee Schäden durch Kollisionen oder Grundberührungen erlitten.
Ingenieuroffiziere: In den Biografien technischer Offiziere markiert die Verwendung als Arsenaloffizier im M.Ars. Kiel eine Schlüsselposition für die technische Überwachung der U-Boot-Waffe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Organisation und den Werftbetrieb der Marinearsenale.
BArch RM 123 Akten der Marinestation der Ostsee: Berichte des Arsenalkommandanten über Auslastung und Instandsetzungsraten.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen von Ingenieuroffizieren als Arsenaloffiziere im M.Ars. Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Landorganisation und den Werftliegeplätzen).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Arsenale für die Flottenlogistik).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur technischen Ausrüstung und Schnorchel-Nachrüstung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132