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Sperrlehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der Sperrlehrgang (auch als Sperrwaffenlehrgang bezeichnet) war die fachspezifische Ausbildung für den Dienst mit Seeminen, Bojen und Netzsperren. Dieser Lehrgang war von zentraler Bedeutung, da er das technische Fundament für alle Minenoperationen der U-Boot-Waffe legte.
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| colspan="3" | Der Sperrlehrgang war die fachspezifische Ausbildung für den Dienst mit Seeminen, Bojen und Netzsperren innerhalb der Kriegsmarine. Er bildete das technische Fundament für alle offensiven und defensiven Minenoperationen und war von zentraler Bedeutung für die Vermittlung von Kenntnissen über Zündermechanismen sowie den Schutz eigener Verbände vor feindlichen Sperrwaffen.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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| colspan="3" | Entstehung: Die spezialisierte Ausbildung wurde bereits in der Kaiserlichen Marine etabliert und ab 1935 in der Sperrwaffenschule (Sperrschule) in Kiel-Wik (später verlegt nach Sonderburg und Swinemünde) zentralisiert.
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| Standorte: || colspan="3" | Zentralisierung der Ausbildung in der Sperrwaffenschule (Sperrschule) in Kiel-Wik; kriegsbedingte Verlegungen erfolgten nach Sonderburg und Swinemünde.
 
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| colspan="3" | Funktion: Vermittlung von Theorie und Praxis der Sperrwaffentechnik.
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| Minentechnik: || colspan="3" | Vermittlung von Aufbau und Funktionsweise verschiedener Minentypen (Ankertauminen, Grundminen) sowie deren Zündersysteme (magnetisch, akustisch, Druck).
 
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| colspan="3" | Inhalte: Aufbau und Funktionsweise von Minentypen (Ankertauminen, Grundminen), Zündermechanismen (magnetisch, akustisch, Druck), Minenräumverfahren und der Bau von Netz- und Hafensperren.
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| Sperrwesen: || colspan="3" | Praktische Unterweisung im Bau und in der Instandhaltung von Netz- und Hafensperren sowie in der Durchführung koordinierter Minenräumverfahren.
 
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| colspan="3" | Ziel: Befähigung zur Planung, Durchführung und Sicherung von Minenunternehmen sowie zum Eigenschutz vor feindlichen Sperren.
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| Zielsetzung: || colspan="3" | Befähigung zur präzisen Planung und Durchführung von Minenunternehmen sowie zur Einschätzung der Gefahrenlage in feindlich verminten Gewässern.
 
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| colspan="3" | Ende: Die regulären Lehrgänge endeten mit der Räumung der Ostseestützpunkte im Frühjahr 1945.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Einstellung der regulären Lehrgänge mit der Räumung der Ostseestützpunkte im Frühjahr 1945 im Zuge der allgemeinen Rückzugsbewegungen.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Minen-U-Boote: Für Offiziere und Sperrgasten auf Booten der Typen VII D und XB war dieser Lehrgang die absolute Voraussetzung. Sie lernten hier das präzise Ausstoßen von Minen aus den vertikalen Schächten.
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| Spezialisten-Status: || colspan="3" | Der erfolgreiche Abschluss qualifizierte das Personal als Sperrgasten oder Sperroffiziere und wurde als Fachnachweis in der Personalakte [https://www.bundesarchiv.de | BArch PERS 6] vermerkt.
 
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| colspan="3" | Wachoffiziere: Fast jeder Wachoffizier absolvierte einen Sperrlehrgang, um die Gefahren durch feindliche Minenfelder (z. B. vor der britischen Küste) einschätzen und Navigationsfehler in verminten Gewässern vermeiden zu können.
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| Sicherheitsdrill: || colspan="3" | Schulung im Umgang mit hochempfindlichen Zündersystemen und der Entschärfung eingespülter oder beschädigter Sperrwaffen unter erschwerten Bedingungen.
 
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| colspan="3" | Sperrlotsen: Ehemalige U-Boot-Männer mit Sperrausbildung dienten oft als Sperrlotsen, um auslaufende Boote durch die eigenen Minengürtel zu führen.
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| Sperrlotsen-Dienst: || colspan="3" | Ausbildung zur Führung auslaufender Einheiten durch die eigenen defensiven Minengürtel zum Schutz vor unbeabsichtigten Treffern.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Minen-U-Boote: || colspan="3" | Absolute Voraussetzung für Personal auf Booten der Typen VII D und XB; Training des präzisen Minenausstoßes aus den vertikalen Schächten.
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 20 || colspan="3" | Schulen und Bildungseinrichtungen der Kriegsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Unter dem Bestand der Sperrwaffenschule finden sich die detaillierten Lehrgangspläne und namentliche Teilnehmerlisten.
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| Wachoffiziere: || colspan="3" | Obligatorischer Bestandteil der Ausbildung zur Einschätzung feindlicher Minenfelder (z. B. vor der britischen Küste) und zur Vermeidung von Navigationsfehlern in Sperrgebieten.
 
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| Bundesarchiv Signatur PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. In den Werdegängen fast aller U-Boot-Kommandanten ist der „Sperr-Lehrgang“ (oft abgekürzt als Sp.-Lgh.) als fachliche Qualifikation vermerkt.
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| Eigenschutz: || colspan="3" | Vermittlung taktischer Verhaltensweisen beim Passieren von Netzsperren und dem Einsatz von Schneidgeräten zur Befreiung aus feindlichen Verhausungen.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Ausbildung an den Sperrwaffenschulen der Kriegsmarine.
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Sperrwaffenwesen).
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marinestation der Ostsee: Lehrgangspläne und Prüfungsprotokolle der Sperrschule Kiel.
 
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| Karl von Kutzleben || colspan="3" | Der Seekrieg in der Ostsee (Beschreibt die praktische Anwendung der Sperrausbildung).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Dokumentation der erfolgreichen Teilnahme am "Sperrlehrgang" als Voraussetzung für Sonderverwendungen.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Minenbewaffnung" (Technische Details und Ausbildungshintergründe).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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Aktuelle Version vom 20. Februar 2026, 18:01 Uhr

Ausbildung Sperrlehrgang (Sperrwaffenlehrgang)
Der Sperrlehrgang war die fachspezifische Ausbildung für den Dienst mit Seeminen, Bojen und Netzsperren innerhalb der Kriegsmarine. Er bildete das technische Fundament für alle offensiven und defensiven Minenoperationen und war von zentraler Bedeutung für die Vermittlung von Kenntnissen über Zündermechanismen sowie den Schutz eigener Verbände vor feindlichen Sperrwaffen.
Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalte
Standorte: Zentralisierung der Ausbildung in der Sperrwaffenschule (Sperrschule) in Kiel-Wik; kriegsbedingte Verlegungen erfolgten nach Sonderburg und Swinemünde.
Minentechnik: Vermittlung von Aufbau und Funktionsweise verschiedener Minentypen (Ankertauminen, Grundminen) sowie deren Zündersysteme (magnetisch, akustisch, Druck).
Sperrwesen: Praktische Unterweisung im Bau und in der Instandhaltung von Netz- und Hafensperren sowie in der Durchführung koordinierter Minenräumverfahren.
Zielsetzung: Befähigung zur präzisen Planung und Durchführung von Minenunternehmen sowie zur Einschätzung der Gefahrenlage in feindlich verminten Gewässern.
Ende 1945: Einstellung der regulären Lehrgänge mit der Räumung der Ostseestützpunkte im Frühjahr 1945 im Zuge der allgemeinen Rückzugsbewegungen.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Spezialisten-Status: Der erfolgreiche Abschluss qualifizierte das Personal als Sperrgasten oder Sperroffiziere und wurde als Fachnachweis in der Personalakte | BArch PERS 6 vermerkt.
Sicherheitsdrill: Schulung im Umgang mit hochempfindlichen Zündersystemen und der Entschärfung eingespülter oder beschädigter Sperrwaffen unter erschwerten Bedingungen.
Sperrlotsen-Dienst: Ausbildung zur Führung auslaufender Einheiten durch die eigenen defensiven Minengürtel zum Schutz vor unbeabsichtigten Treffern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Minen-U-Boote: Absolute Voraussetzung für Personal auf Booten der Typen VII D und XB; Training des präzisen Minenausstoßes aus den vertikalen Schächten.
Wachoffiziere: Obligatorischer Bestandteil der Ausbildung zur Einschätzung feindlicher Minenfelder (z. B. vor der britischen Küste) und zur Vermeidung von Navigationsfehlern in Sperrgebieten.
Eigenschutz: Vermittlung taktischer Verhaltensweisen beim Passieren von Netzsperren und dem Einsatz von Schneidgeräten zur Befreiung aus feindlichen Verhausungen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung an den Sperrwaffenschulen der Kriegsmarine.
BArch RM 123 Akten der Marinestation der Ostsee: Lehrgangspläne und Prüfungsprotokolle der Sperrschule Kiel.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation der erfolgreichen Teilnahme am "Sperrlehrgang" als Voraussetzung für Sonderverwendungen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Minenbewaffnung" (Technische Details und Ausbildungshintergründe).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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