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Diensttuender Unteroffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ein Diensttuender Unteroffizier (D.U.) war eine kurzzeitige Funktionsbezeichnung (Tagesdienst) für einen Unteroffizier, der für einen festgelegten Zeitraum meist 24 Stunden für die Ordnung, Sicherheit und den geregelten Dienstablauf innerhalb seiner Einheit (Kompanie, Batterie oder an Bord eines Schiffes) verantwortlich war.
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| colspan="3" | Ein Diensttuender Unteroffizier war eine kurzzeitige Funktionsbezeichnung für einen Unteroffizier, der über einen Zeitraum von meist 24 Stunden für die Ordnung, Sicherheit und den geregelten Dienstablauf innerhalb seiner Einheit verantwortlich war. Als unmittelbarer Vertreter des Kompaniefeldwebels (Spieß) überwachte er den inneren Dienst, das Meldewesen und die allgemeine Disziplin. In der U-Boot-Waffe war diese Funktion insbesondere in den Lehrdivisionen und an den Frontstützpunkten essentiell, um den straffen Zeitplan der Ausbildung und die Sicherheit der Boote im Hafen zu gewährleisten.
 
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| colspan="3" | Aufsicht: Er war der unmittelbare Vertreter des Kompaniefeldwebels (Spieß) oder des Wachtmeisters im täglichen Dienst. Er überwachte das Wecken, die Mahlzeiten, die Reinigung der Unterkünfte und den Zapfenstreich.
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| Aufsicht: || colspan="3" | Überwachung des Tagesablaufs (Wecken, Mahlzeiten, Zapfenstreich) sowie Kontrolle der Reinigung und Ordnung in den Unterkünften oder auf den Wohndecks.
 
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| colspan="3" | Meldewesen: Er führte das Wachbuch der Einheit, nahm Meldungen von den Stubenältesten entgegen und meldete Vorkommnisse an den Offizier vom Dienst (OvD).
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| Meldewesen: || colspan="3" | Führung des Wachbuchs der Einheit; Entgegennahme von Meldungen der Stubenältesten und Berichterstattung an den Offizier vom Dienst (OvD).
 
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| colspan="3" | Bereitschaft: Während seiner Dienstzeit durfte er die Kaserne oder das Schiff nicht verlassen und musste jederzeit ansprechbar sein, um bei Alarmen oder Unfällen sofort einzugreifen.
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| Bereitschaft: || colspan="3" | Ständige Präsenzpflicht in der Kaserne oder an Bord während der gesamten Dienstzeit; Ersthelfer und Koordinator bei unvorhergesehenen Alarmen oder Unfällen.
 
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| colspan="3" | Kennzeichnung: Meist trug der D.U. als äußeres Zeichen seines Dienstes eine Armbinde oder das Koppel über dem Waffenrock, um für jeden Soldaten sofort erkennbar zu sein.
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| Kennzeichnung: || colspan="3" | Kenntlichmachung durch das Tragen des Koppels über dem Waffenrock oder einer spezifischen Armbinde (gelb mit Aufdruck "D.U." oder "Diensttuender").
 
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| colspan="3" | Landdienst: In den U-Boots-Lehrdivisionen oder Schiffsstammabteilungen war die Einteilung zum D.U. eine Standardaufgabe für erfahrene Maate, um die Disziplin unter den vielen Lehrgangsteilnehmern aufrechtzuerhalten.
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| Landdienst: || colspan="3" | In den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.) sicherte der D.U. die Aufrechterhaltung der Disziplin unter den Lehrgangsteilnehmern bei extrem hoher Belegungsdichte.
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| Stützpunktsicherung: || colspan="3" | In Frontstützpunkten wie Lorient oder Bergen war der D.U. für die landseitige Bewachung der Boote und die Kontrolle der Landgängerlisten verantwortlich.
 
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| colspan="3" | Bordalltag: Auf größeren Schiffen (Zerstörern, Begleitschiffen) gab es in jeder Division einen D.U., der für den inneren Frieden im Wohndeck sorgte. Auf U-Booten war diese Funktion aufgrund der Enge informeller, wurde aber in den Häfen (z.B. Lorient oder Bergen) zur Bewachung des Bootes strikt eingeteilt.
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| Bordalltag: || colspan="3" | Auf Begleitschiffen (z. B. "Saar") sorgte der D.U. in den Divisionen für den inneren Frieden und die Einhaltung der Bordordnung im engen Lebensraum der Besatzungen.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RHD 18. M.Dv. 32 || colspan="3" | Personalordnung für die Kriegsmarine. Regelt die Pflichten des Tagesdienstpersonals.
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| BArch RHD 18 || colspan="3" | M.Dv. 32 (Personalordnung für die Kriegsmarine): Regelt detailliert die Pflichten und Befugnisse des Tagesdienstpersonals und der Wachen.
 
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| BArch RM 121.127 ff || colspan="3" | Schiffsstammabteilungen. In den Kompaniebefehlen finden sich die täglichen namentlichen Einteilungen zum Diensttuenden Unteroffizier.
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Schiffsstammabteilungen: In den Kompaniebefehlen (Signatur 127 ff.) finden sich die täglichen namentlichen Einteilungen der Unteroffiziere zum D.U.-Dienst.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. In Beurteilungen wird oft erwähnt, ob ein Unteroffizier seinen Dienst als D.U. „umsichtig und energisch“ versehen hat.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Invenio-Nachweis für Beurteilungen, in denen die Dienstführung als D.U. ("umsichtig und energisch") als Kriterium für die Beförderung gewertet wurde.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Bordorganisation.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Der innere Dienst und die Tagespflichten).
 
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| Absolon, Rudolf || colspan="3" | Die Wehrmacht im Dritten Reich. (Grundlagen zum inneren Dienst und den Tagespflichten).
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| Absolon, Rudolf || colspan="3" | „Die Wehrmacht im Dritten Reich“ (Grundlagenwerk zum inneren Dienst, den Wachpflichten und den allgemeinen Tagespflichten der Soldaten).
| Schlicht, Adolf / Angolia, John R. || colspan="3" | Die deutsche Wehrmacht. Band 2: Die Kriegsmarine. (Details zu Dienststellungskennzeichen).
 
 
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| Schlicht / Angolia || colspan="3" | „Die deutsche Wehrmacht - Band 2: Die Kriegsmarine“ (Details zur Uniformierung und den spezifischen Dienststellungskennzeichen wie Armbinden).
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 09:47 Uhr

Dienststellung Diensttuender Unteroffizier (D.U.)
Ein Diensttuender Unteroffizier war eine kurzzeitige Funktionsbezeichnung für einen Unteroffizier, der über einen Zeitraum von meist 24 Stunden für die Ordnung, Sicherheit und den geregelten Dienstablauf innerhalb seiner Einheit verantwortlich war. Als unmittelbarer Vertreter des Kompaniefeldwebels (Spieß) überwachte er den inneren Dienst, das Meldewesen und die allgemeine Disziplin. In der U-Boot-Waffe war diese Funktion insbesondere in den Lehrdivisionen und an den Frontstützpunkten essentiell, um den straffen Zeitplan der Ausbildung und die Sicherheit der Boote im Hafen zu gewährleisten.
Aufgaben und Funktionen
Aufsicht: Überwachung des Tagesablaufs (Wecken, Mahlzeiten, Zapfenstreich) sowie Kontrolle der Reinigung und Ordnung in den Unterkünften oder auf den Wohndecks.
Meldewesen: Führung des Wachbuchs der Einheit; Entgegennahme von Meldungen der Stubenältesten und Berichterstattung an den Offizier vom Dienst (OvD).
Bereitschaft: Ständige Präsenzpflicht in der Kaserne oder an Bord während der gesamten Dienstzeit; Ersthelfer und Koordinator bei unvorhergesehenen Alarmen oder Unfällen.
Kennzeichnung: Kenntlichmachung durch das Tragen des Koppels über dem Waffenrock oder einer spezifischen Armbinde (gelb mit Aufdruck "D.U." oder "Diensttuender").
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Landdienst: In den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.) sicherte der D.U. die Aufrechterhaltung der Disziplin unter den Lehrgangsteilnehmern bei extrem hoher Belegungsdichte.
Stützpunktsicherung: In Frontstützpunkten wie Lorient oder Bergen war der D.U. für die landseitige Bewachung der Boote und die Kontrolle der Landgängerlisten verantwortlich.
Bordalltag: Auf Begleitschiffen (z. B. "Saar") sorgte der D.U. in den Divisionen für den inneren Frieden und die Einhaltung der Bordordnung im engen Lebensraum der Besatzungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RHD 18 M.Dv. 32 (Personalordnung für die Kriegsmarine): Regelt detailliert die Pflichten und Befugnisse des Tagesdienstpersonals und der Wachen.
BArch RM 121 Schiffsstammabteilungen: In den Kompaniebefehlen (Signatur 127 ff.) finden sich die täglichen namentlichen Einteilungen der Unteroffiziere zum D.U.-Dienst.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Beurteilungen, in denen die Dienstführung als D.U. ("umsichtig und energisch") als Kriterium für die Beförderung gewertet wurde.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Der innere Dienst und die Tagespflichten).
Absolon, Rudolf „Die Wehrmacht im Dritten Reich“ (Grundlagenwerk zum inneren Dienst, den Wachpflichten und den allgemeinen Tagespflichten der Soldaten).
Schlicht / Angolia „Die deutsche Wehrmacht - Band 2: Die Kriegsmarine“ (Details zur Uniformierung und den spezifischen Dienststellungskennzeichen wie Armbinden).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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