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Marine-Flakabteilung 215: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Marine-Flakabteilung 215 (M.Fla.A. 215)'''
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| colspan="3" | Die Marine-Flakabteilung 215 war ein spezialisierter Verband der Marine-Artillerie, der primär für den Luftschutz des Kriegshafens Pillau und der angrenzenden Erprobungsgebiete verantwortlich war.
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| colspan="3" | Die Marine-Flakabteilung 215 war ein spezialisierter Verband der Marine-Artillerie für den Luftschutz des strategisch bedeutenden Kriegshafens Pillau. Nach einer kurzen ersten Phase (1939) erfolgte am 01.02.1941 die Neuaufstellung und spätere massive Verstärkung auf sieben Batterien zum Schutz Ostpreußens. Für die U-Boot-Waffe war die Abteilung essentiell, da sie die Basis der 26. U-Flottille (Schießausbildung) sowie die technischen Anlagen der Torpedoversuchsanstalten (TVA) gegen sowjetische Luftangriffe sicherte. In der Endphase des Krieges (März 1945) wurde das Personal infanteristisch umgegliedert und in Marineschützen-Bataillonen zur Verteidigung der ostpreußischen Küste gegen die vorrückende Rote Armee eingesetzt.
 
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| colspan="3" | Erste Aufstellung: September 1939 in Pillau (Ostpreußen). Diese Einheit wurde bereits im Januar 1940 wieder aufgelöst.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Erste Formation im September 1939; dauerhafte Neuaufstellung am 01.02.1941 in Pillau zur Sicherung der Danziger Bucht.
 
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| colspan="3" | Zweite Aufstellung: Am 01.02.1941 erfolgte die Neuaufstellung in Pillau, zunächst mit zwei Batterien.
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| Expansion: || colspan="3" | Sommer 1941: Ausbau auf sieben Batterien als Reaktion auf die verschärfte Luftlage nach Beginn des Russlandfeldzuges (Unternehmen Barbarossa).
 
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| colspan="3" | Expansion: Im Sommer 1941 wurde die Abteilung massiv auf sieben Batterien verstärkt, um dem erhöhten Schutzbedarf nach Beginn des Russlandfeldzuges gerecht zu werden.
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| Standort: || colspan="3" | Pillau (Ostpreußen); operative Abdeckung der Reede und der Hafeneinfahrten zur Sicherung der dort liegenden Flotteneinheiten und Schulboote.
 
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| colspan="3" | Ende: Im März 1945 wurde die Abteilung aufgelöst. Die Offiziere und Mannschaften wurden infanteristisch umgegliedert und in Marineschützen-Bataillonen zusammengefasst, um in den Endkämpfen um Ostpreußen eingesetzt zu werden.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Auflösung im März 1945; Überführung des Personals in den infanteristischen Erdkampf im Rahmen der verzweifelten Abwehrschlachten um Ostpreußen.
 
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| colspan="3" | Schutz der Schießflottillen: Pillau war die Heimatbasis der 26. U-Flottille (Schießausbildung). Die M.Fla.A. 215 sicherte den Hafen und die Reede gegen sowjetische Luftangriffe, während die U-Boote dort ihre finale Frontausbildung absolvierten.
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| Flottillenschutz: || colspan="3" | Sicherung der 26. U-Flottille; Gewährleistung eines störungsfreien Ausbildungsbetriebs für die Frontreife der U-Boot-Besatzungen in Pillau.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Erprobung: Die Batterien der Abteilung schützten auch die technischen Einrichtungen der Torpedoversuchsanstalten (TVA) und die Erprobungsfahrten neuer Boote in der Danziger Bucht.
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| Erprobungssicherung: || colspan="3" | Luftschutz für die Erprobungsfahrten neuer Boote und die Versuchsreihen der Torpedoversuchsanstalten (TVA) im geschützten Bereich der Danziger Bucht.
 
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| colspan="3" | Biografischer Marker: In Stammrollen von U-Boot-Männern taucht die M.Fla.A. 215 oft als Dienststelle für Soldaten auf, die aufgrund von zeitweiser Untauglichkeit oder während der Wartezeit auf ein neues Boot zum Flak-Schutz im Raum Pillau kommandiert wurden.
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| Personalschleuse: || colspan="3" | Häufige Dienststation für U-Boot-Personal in Wartezeiten oder bei vorübergehender Fliegertauglichkeit zur Verstärkung des lokalen Flak-Schutzes im Raum Pillau.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Unterlagen zur Aufstellung und personellen Verstärkung der Marine-Flakabteilungen im Bereich des Kommandierenden Admirals östliche Ostsee.  
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marine-Artillerieabteilungen: Kernbestand (Signatur 142 ff.) für die Aufstellungsbefehle, Gliederungen und Batterie-Standorte der M.Fla.A. 215.
 
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| BArch RM 45-I / 62 || colspan="3" | Akten des Küstenbefehlshabers mittlere Ostsee zur operativen Führung der Flak-Batterien im Raum Pillau.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Invenio-Nachweis für Marine-Artilleristen und abkommandiertes U-Boot-Personal mit Dienstzeiten im Festungsbereich Pillau.
 
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| BArch RM 7 / 2341 || colspan="3" | Akten der Seekriegsleitung zum Rückzug aus Ostpreußen und der Umgliederung der Marine-Artillerie in Schützenverbände 1945.
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| BArch RM 45-I || colspan="3" | Marineoberkommando Ostsee: Dokumentiert die taktische Einbindung der Pillauer Flak-Batterien in das Verteidigungssystem des Admirals östliche Ostsee.
| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Marineflak/MFlakAbt.htm| → Marine-Flakabteilung 215]
 
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zur Marine-Flak im Bereich Ostpreußen).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Marine-Flak im Bereich Ostpreußen und Danziger Bucht).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. (Band 8, zur systematischen Übersicht der Marine-Flak-Abteilungen).
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| Tessin, Georg || colspan="3" | „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur systematischen Gliederung der Marine-Flakabteilungen im Wehrkreis I).
| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten. (Kontext zur Fla-Abwehr der Kriegshäfen in der östlichen Ostsee).
 
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | „Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945“ (Detaillierte Chronik der Standorte Pillau und Gotenhafen).
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 12:32 Uhr

Verband Marine-Flakabteilung 215 (M.Fla.A. 215)
Die Marine-Flakabteilung 215 war ein spezialisierter Verband der Marine-Artillerie für den Luftschutz des strategisch bedeutenden Kriegshafens Pillau. Nach einer kurzen ersten Phase (1939) erfolgte am 01.02.1941 die Neuaufstellung und spätere massive Verstärkung auf sieben Batterien zum Schutz Ostpreußens. Für die U-Boot-Waffe war die Abteilung essentiell, da sie die Basis der 26. U-Flottille (Schießausbildung) sowie die technischen Anlagen der Torpedoversuchsanstalten (TVA) gegen sowjetische Luftangriffe sicherte. In der Endphase des Krieges (März 1945) wurde das Personal infanteristisch umgegliedert und in Marineschützen-Bataillonen zur Verteidigung der ostpreußischen Küste gegen die vorrückende Rote Armee eingesetzt.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Erste Formation im September 1939; dauerhafte Neuaufstellung am 01.02.1941 in Pillau zur Sicherung der Danziger Bucht.
Expansion: Sommer 1941: Ausbau auf sieben Batterien als Reaktion auf die verschärfte Luftlage nach Beginn des Russlandfeldzuges (Unternehmen Barbarossa).
Standort: Pillau (Ostpreußen); operative Abdeckung der Reede und der Hafeneinfahrten zur Sicherung der dort liegenden Flotteneinheiten und Schulboote.
Ende 1945: Auflösung im März 1945; Überführung des Personals in den infanteristischen Erdkampf im Rahmen der verzweifelten Abwehrschlachten um Ostpreußen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flottillenschutz: Sicherung der 26. U-Flottille; Gewährleistung eines störungsfreien Ausbildungsbetriebs für die Frontreife der U-Boot-Besatzungen in Pillau.
Erprobungssicherung: Luftschutz für die Erprobungsfahrten neuer Boote und die Versuchsreihen der Torpedoversuchsanstalten (TVA) im geschützten Bereich der Danziger Bucht.
Personalschleuse: Häufige Dienststation für U-Boot-Personal in Wartezeiten oder bei vorübergehender Fliegertauglichkeit zur Verstärkung des lokalen Flak-Schutzes im Raum Pillau.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marine-Artillerieabteilungen: Kernbestand (Signatur 142 ff.) für die Aufstellungsbefehle, Gliederungen und Batterie-Standorte der M.Fla.A. 215.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Marine-Artilleristen und abkommandiertes U-Boot-Personal mit Dienstzeiten im Festungsbereich Pillau.
BArch RM 45-I Marineoberkommando Ostsee: Dokumentiert die taktische Einbindung der Pillauer Flak-Batterien in das Verteidigungssystem des Admirals östliche Ostsee.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Marine-Flak im Bereich Ostpreußen und Danziger Bucht).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur systematischen Gliederung der Marine-Flakabteilungen im Wehrkreis I).
Hildebrand, Hans H. „Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945“ (Detaillierte Chronik der Standorte Pillau und Gotenhafen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132