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Luftschutzamt: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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Aktuelle Version vom 1. März 2026, 10:32 Uhr

Behörde Luftschutzamt (LA)
Das Luftschutzamt war bis April 1933 die oberste militärische Fachbehörde für alle Belange der Luftfahrt innerhalb des Reichswehrministeriums (RWM). Es diente unter der Tarnbezeichnung LA der Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrages und koordinierte die geheime Ausbildung von Piloten sowie die Entwicklung von Militärflugzeugen. Im April 1933 übertrug Reichswehrminister Werner von Blomberg das Amt aus seinem Geschäftsbereich an das neu geschaffene Reichskommissariat für die Luftfahrt, das kurz darauf im Reichsluftfahrtministerium (RLM) unter Hermann Göring aufging. Damit endete die unmittelbare Kontrolle der Reichswehr über die militärische Luftfahrt, und die Verselbstständigung der Luftwaffe als dritte Teilstreitkraft wurde administrativ eingeleitet.
Historischer Kontext & Organisation
Tarnung: Nutzung der Bezeichnung "Luftschutz", um den rein defensiven Charakter vorzutäuschen, während faktisch der Aufbau einer offensiven Luftflotte geplant wurde.
Leitung: Führung durch erfahrene Offiziere (z.B. Helmuth Wilberg), die später Kernpositionen im Generalstab der Luftwaffe und im RLM einnahmen.
Übergang 1933: Mit dem Erlass vom 15.05.1933 wurden alle militärischen und zivilen Luftfahrtkompetenzen im RLM gebündelt; das LA bildete dabei das personelle Rückgrat.
Aufgaben: Überwachung der Flugzeugindustrie, Koordination der Erprobungsstellen (z.B. Rechlin) und Planung der Personalstruktur für das künftige Luftwaffenpersonalamt.
Spezifische Details & Ergänzungen
Zusammenarbeit: Enge Kooperation mit dem Truppenamt (TA) der Reichswehr zur Festlegung taktischer Anforderungen an künftige Kampfflugzeugtypen.
Marine-Bezug: Das LA war bereits frühzeitig in die Planung der ersten Bordfliegerkommandos und der Küstenfliegerverbände für die Reichsmarine involviert.
Personaltransfer: Die im LA tätigen Experten prägten die späteren Dienstvorschriften (L.Dv.), die bis 1945 das operative Handeln der deutschen Luftwaffe bestimmten.
Relevanz für die Marine / U-Boot-Waffe
Luftaufklärung: Die im LA gelegten Grundlagen für die Fernaufklärung über See waren essentiell für die spätere Zusammenarbeit zwischen U-Booten und der Marineluftwaffe.
Fliegerische Ausbildung: Das LA steuerte die geheime Ausbildung von Beobachtern, die später auf den schweren Einheiten der Kriegsmarine als Bordflieger eingesetzt wurden.
Biografischer Marker: In den Personalakten BArch PERS 6 markiert eine Verwendung im LA die Zugehörigkeit zur personellen Elite der frühen Luftrüstung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 2-II Generalstab der Luftwaffe: Unterlagen zur Entstehung des RLM aus den Abteilungen des Luftschutzamtes im Reichswehrministerium.
BArch RH 2 Reichswehrministerium: Akten über die Abgabe des Luftschutzamtes an das Reichsluftfahrtministerium im April/Mai 1933.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Offiziere der Reichswehr, die vom LA in das RLM übernommen wurden (z.B. Albert Kesselring).
Literaturverweise
Völker, Karl-Heinz Die deutsche Luftwaffe 1933–1939. Aufbau, Führung und Rüstung der Luftwaffe sowie die Entstehung des Reichsluftfahrtministeriums.
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945 (Details zur Schnittstelle Marine/Luftschutzamt).
Boog, Horst Die deutsche Luftwaffenführung 1935–1945. Führungsprobleme, Spitzengliederung, Generalstabsausbildung.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132