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1. Torpedobootshalbflottille

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Verband 1. Torpedobootshalbflottille
Die 1. Torpedobootshalbflottille war eine taktische Untereinheit der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der frühen Kriegsmarine. Sie fungierte als spezialisierte Kaderschmiede und operative Testeinheit, in der unter intensiver persönlicher Führung des Halbflottillenchefs neue Taktiken und Ausbildungsverfahren erprobt wurden, die später maßgeblich in den Aufbau der U-Boot-Waffe einflossen.
Historische Entwicklung und Standorte
Reichsmarine: Formierung ab 1921 als tragende Säule der verbliebenen Seestreitkräfte. Stützpunkt in Swinemünde zur Kontrolle der Ostseezugänge und Entwicklung von Kommunikationsverfahren mit der 1. Marine-Nachrichtenabteilung.
Kriegsmarine: Mit der offiziellen Aufstellung 1935 und der massiven Flottenexpansion gingen die Halbflottillenstrukturen meist in vollwertigen Flottillen (wie der 1. Torpedobootsflottille) auf.
Einheiten: Meist bestehend aus vier bis sechs Booten, oft noch robusten Typen aus der Kaiserzeit, die als Rückgrat der praktischen Seeausbildung in der Zwischenkriegszeit dienten.
Ende 1945: Die Tradition dieser kleinen Verbände endete mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945. Das verbliebene Personal sicherte zuletzt die Evakuierungstransporte in der Ostsee.
Spezifische Merkmale & Taktik
Ausbildungslabor: Da U-Boote offiziell verboten waren, diente die Halbflottille als Experimentierfeld für künftige Kommandanten zur Erlernung von Angriffsverhalten bei Nacht und schneller Verbandsführung.
Torpedometrik: Intensive Schulung in der Berechnung von Schussbahnen und Vorhaltewinkeln, deren Erkenntnisse unmittelbar in den späteren Torpedooffizierslehrgang übertragen wurden.
Härtegrad: Die Ausbildung zum Steuermannsmaatschüler auf den kleinen, unruhigen Booten bereitete Mannschaften und Offiziere auf die extremen Bewegungsverhältnisse in U-Booten vor.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Künftige Führung: Offiziere der Fähnrichskompanie lernten hier die koordinierte Angriffsführung; ein Dienst als Adjutant oder Divisionsoffizier galt als ideale Vorbereitung auf ein eigenes Bootskommando.
Übungssicherung: Die Halbflottille sicherte jene Seegebiete, in denen die ersten geheimen Erprobungen für künftige Unterseeboote stattfanden.
Zusammenarbeit: Enge taktische Verzahnung mit dem FdM Nord und den Sicherungsverbänden der 1. Minensuchhalbflottille zur Perfektionierung des Küstenvorfeldschutzes.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 Akten der Torpedobootsverbände (Aufstellungsbefehle und Kriegstagebücher der Halbflottillen).
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die taktische Ausbildung und Torpedometrik auf kleinen Kampfschiffen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Seeoffizier in der 1. Torpedobootshalbflottille bei späteren U-Boot-Führern.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Torpedobootsverbände).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Mehl, Hans "Torpedoboote und Zerstörer" (Kontext zur taktischen Rolle der Halbflottillen in der Reichsmarine).
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