Aktionen

Seeverteidigung Russland

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 28. Februar 2026, 10:04 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Organisation Seeverteidigung Russland
Die Seeverteidigung Russland bildete die territoriale Organisation der Küstenverteidigung in den besetzten Ostgebieten. Als landgebundene Struktur der Kriegsmarine war sie für den Schutz von Küstenabschnitten, strategischen Häfen und den Einsatz schwerer Küstenartillerie verantwortlich. Unterstellt dem Marineoberkommando (MOK) Ost, sicherte sie die logistische Infrastruktur und die U-Boot-Ausbildungsreviere in der östlichen Ostsee. Ohne den Schutzschirm ihrer Flak-Abwehr und Netzsperren hätten die U-Lehrdivisionen (U.L.D.) ihren Betrieb in Stützpunkten wie Libau oder Reval nicht aufrechterhalten können.
Struktur und Abschnitte
Seeverteidigung Reval: Zuständig für den estnischen Küstenraum; entscheidend für die Blockade der Finnischen Bucht gegen sowjetische Durchbruchsversuche in die westliche Ostsee.
Seeverteidigung Libau: Zentraler Abschnitt in Lettland; Sicherung des dortigen U-Boot-Stützpunktes, der als Hauptbasis für die Ausbildung im Ostraum (z.B. 25. U-Flottille) fungierte.
Seeverteidigung Krim: Verantwortlich für die Sicherung der Häfen und Küstenabschnitte am Schwarzen Meer; Koordination der Abwehr sowjetischer Flottenvorstöße gegen die Nachschubwege.
Führung: Geleitet von einem „Kommandanten der Seeverteidigung“ (Seekommandanten); verantwortlich für die Koordination von Küstenartillerie, Flak und Hafenschutzverbänden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherheit: Gewährleistung eines störungsfreien Übungsbetriebs für die U-Boot-Waffe in Pillau, Gotenhafen und Libau durch massiven Einsatz von Flak und Küstenartillerie.
Infrastruktur: Bereitstellung und Verteidigung der Werft- und Ausrüstungsanlagen im Baltikum, die für die Einsatzbereitschaft der Ostsee-U-Boote lebensnotwendig waren.
Ausbildungsschutz: Abwehr sowjetischer Störversuche gegen die Erprobungsfahrten des U-Boot-Abnahmekommandos (U.A.K.) in der Danziger Bucht und im Baltikum.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45 / 12 ff Befehlshaber der Sicherung der Ostsee: Enthält operative Pläne zur Küstenverteidigung und die Befehlskette zwischen MOK Ost und den Seekommandanten.
BArch RM 35 / 145 ff Seekommandanten in den besetzten Ostgebieten: Beinhaltet die Kriegstagebücher (KTB) der Dienststellen Reval, Riga und Libau zum täglichen Hafenschutz.
BArch RM 7 / 1205 ff Seekriegsleitung / Lageberichte Ost: Dokumentiert die strategische Lagebewertung der Seeverteidigung gegenüber der sowjetischen Baltikflotte.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt: Die territoriale Organisation im Osten und die Seekommandanturen).
Hildebrand, Hans H. „Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945“ (Details zu den Kommandanten der Seeverteidigung).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur Gliederung der Marine-Festungs- und Artillerieabteilungen im Ostland).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132