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Befehlsübermittler

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Version vom 28. Februar 2026, 11:07 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Dienststellung Befehlsübermittler
In der Terminologie der Kriegsmarine war ein Befehlsübermittler eine Funktionsbezeichnung für Personal, das für die fehlerfreie und schnelle Weitergabe von Kommandos innerhalb der Befehlskette verantwortlich war. Er fungierte als menschliche Schnittstelle an Orten, an denen technische Kommunikationsmittel unzureichend oder im Gefecht zu langsam waren. Besonders auf U-Booten war der Befehlsübermittler bei Überwasserangriffen oder beim An- und Ablegen essentiell, um die Kommandos von der Brücke durch das Turmluk in die Zentrale zu rufen. Diese Funktion wurde oft von jungen Matrosen oder Offiziersanwärtern in ihrer ersten Bordausbildung wahrgenommen, um die militärische Kommandosprache „von der Pike auf“ zu erlernen.
Funktion und Aufgaben
Kommunikationsknoten: Überbrückung von Distanzen zwischen Brücke, Turm und Zentrale; Sicherstellung des Informationsflusses bei Ausfall technischer Bordsprechlagen.
Brückeneinsatz: Unmittelbare Präsenz beim Kommandanten; lautstarke Weitergabe von Kurs-, Geschwindigkeits- und Feuerbefehlen an Rudergänger oder Geschützbedienungen.
Quittierungsverfahren: Sicherstellung der korrekten Aufnahme eines Befehls durch das „Wiederholenlassen“, um Fehlmanöver unter Stress oder Gefechtslärm zu vermeiden.
Ausbildung: Erste Bewährungsprobe für Rekruten; Erlernen der präzisen Fachterminologie und der Hierarchie der Schiffsführung unter Realbedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Turmverbindung: Entscheidende Rolle beim Tauchvorgang und Überwassergefecht zur Weitergabe der Befehle vom Brücken-Wachoffizier in die Zentrale.
Laufbahnbeginn: Einstiegsverwendung auf Schulschiffen oder Begleitschiffen; Basis für spätere Spezialisierungen als Steuermann, Signalgast oder Funker.
Biografischer Marker: In Stammrollen oft der erste Eintrag bei Soldaten, die später aufgrund ihrer hier bewiesenen Zuverlässigkeit in technische oder nautische Fachlaufbahnen wechselten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1033 Reichsmarineamt: Dienstvorschriften über den inneren Dienst an Bord und die Organisation der Befehlsübermittlung im Gefecht und Manöver.
BArch RM 121 / 162 Marine-Ausbildungsabteilungen: Ausbildungsrichtlinien für das Mannschaftspersonal zur Erlernung der militärischen Fachsprache an Bord.
BArch Abt. PA Dokumentiert die Verwendung als Befehlsübermittler in den jeweiligen Bordstammrollen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Funktionsbezeichnungen des Mannschaftsstandes).
Giesler, Robert „Gefechtsdienst auf U-Booten“ (Detaillierte Beschreibung der internen Kommunikationswege zwischen Brücke, Zentrale und Maschinenraum).
Hildebrand, Hans H. „Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Einblicke in die personelle Besetzung der Signal- und Übermittlungsstationen auf verschiedenen Einheiten).
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