|
|
|
| Ausbildung
|
Torpedooffizierslehrgang (T.O.-Lehrgang)
|
|
|
|
|
| Der Torpedooffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Fachausbildung für Seeoffiziere zur technischen und taktischen Leitung des Torpedodienstes. Er qualifizierte das Personal in der Waffentechnik (G7a/G7e), der Schusslehre (Vorhaltewinkel/T.R.G.) und der taktischen Anwendung im Verband oder im Unterwasserangriff. Für die U-Boot-Waffe war dieser Lehrgang die zwingende fachliche Voraussetzung für den I. Wachoffizier, da dieser an der Optik (Sehrohr/U.Z.O.) den Angriff führte. Die Ausbildung an der Torpedoschule Flensburg-Mürwik galt als Nachweis für mathematisches Verständnis und kühle Nerven. In den Personalunterlagen markiert der T.O.-Lehrgang den Übergang zum spezialisierten Waffenfachmann, der zudem oft für das gesamte Sperrwaffenwesen (Minen/Wasserbomben) an Bord verantwortlich war.
|
|
|
|
|
| Funktion und Ausbildungsinhalte
|
|
|
| Waffentechnik: |
Studium der Antriebssysteme, Steuerungseinrichtungen und komplexen Zündmechanismen (Aufschlag-, Magnet- und akustische Zünder).
|
| Schusslehre: |
Mathematische Grundlagen der Torpedobahnberechnung; Schätzen von Gegnerfahrt und Entfernung sowie Einstellung des Torpedorechengebers (T.R.G.).
|
| Taktik: |
Schulung im koordinierten Einsatz der Bewaffnung; Durchführung von Fächerschüssen und taktische Koordination bei Angriffen auf Geleitzüge.
|
| Sperrwaffen: |
Integration von Ausbildungsinhalten zu Seeminen und Wasserbomben zur umfassenden Befähigung im Bereich aller Unterwasserwaffen der Kriegsmarine.
|
|
|
| Spezifische Details & Ergänzungen
|
|
|
| Torpedokrise: |
Ab 1940 verstärkte Schulung in der Fehlerdiagnose bei Tiefenhaltungs- und Zündversagern zur Bekämpfung der massiven technischen Mängel der Waffe.
|
| U-Jagd-Abwehr: |
Vermittlung von Kenntnissen über feindliche ASDIC-Verfahren zur Optimierung des Torpedoeinsatzes während der aktiven gegnerischen Verfolgung.
|
| Ausbildungsschießen: |
Praktische Durchführung zahlreicher Übungsschüsse in der Eckernförder Bucht unter Aufsicht der Torpedoversuchsanstalt (TVA).
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Voraussetzung I. W.O.: |
Ohne erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs war die Ernennung zum Ersten Wachoffizier und damit zum Torpedooffizier des Bootes ausgeschlossen.
|
| Angriffsleitung: |
Der T.O. (I. W.O.) trug die direkte Verantwortung für die korrekte Datenfütterung der Torpedos; Fehler in seiner Berechnung führten unweigerlich zum Fehlschuss.
|
| Biografischer Marker: |
In den Personalakten (BArch PERS 6) dokumentiert dieser Lehrgang das Erreichen einer technischen Elite-Qualifikation innerhalb der Seeoffizierslaufbahn.
|
|
|
| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 3 / 1024 |
Marinepersonalamt: Dienstvorschriften und Lehrgangsbestimmungen über die fachliche Qualifizierung der Torpedooffiziere auf den Einheiten der Flotte.
|
| BArch RM 121 / 142 |
Torpedoschule Flensburg: Detaillierte Lehrpläne, Prüfungsrichtlinien und Abschlussbewertungen für die Qualifizierung von Seeoffizieren zum T.O.
|
| BArch RM 20 / 1215 |
Inspektion U-Bootwesen: Unterlagen zur taktischen Auswertung der Schießergebnisse und zur personellen Steuerung der Torpedo-Spezialisten.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur fachspezifischen Offiziersausbildung).
|
| Rössler, Eberhard |
Die Torpedos der deutschen U-Boote (Beschreibt die technischen Anforderungen, die im T.O.-Lehrgang vermittelt wurden).
|
| Hildebrand, Hans H. |
Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Torpedoschule Flensburg-Mürwik als zentralem Ausbildungsort).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|