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Marine-Panzervernichtungsbataillon

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Verband Marine-Panzervernichtungsbataillon (Regiment Cremer)
Das Marine-Panzervernichtungsbataillon war eine in der Endphase des Krieges (März/April 1945) aus hochqualifiziertem U-Boot-Personal gebildete Erdkampfeinheit. Auf Befehl des O.K.M. formiert, bestand der Verband primär aus Besatzungen, deren Boote zerstört worden waren oder die auf die Fertigstellung der Typ-XXI-Boote warteten. Ausgerüstet mit Panzerfäusten und Handwaffen, operierte die Einheit unter Korvettenkapitän Peter-Erich Cremer vornehmlich in Schleswig-Holstein zur Sicherung des Hauptquartiers in Plön und der „Regierung Dönitz“. Der Einsatz dieser Spezialisten im infanteristischen Nahkampf markierte den personellen Tiefpunkt der Kriegsmarine, wobei die Soldaten oft in ihren charakteristischen Marine-Lederpäckchen gegen alliierte Panzervorstöße kämpften, bis sie im Mai 1945 im Raum Flensburg/Kiel kapitulierten.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: März 1945; Zusammenfassung von U-Boot-Männern ohne Bordkommando zu mobilen Panzervernichtungstrupps für die Verteidigung Norddeutschlands.
Führung: Korvettenkapitän Peter-Erich Cremer (Ritterkreuzträger); unter seinem Kommando agierte der Verband teils als Regiment mit mehreren Bataillonen.
Einsatzraum: Schwerpunkt in Schleswig-Holstein (Hamburg, Plön, Flensburg); Fokus auf den Schutz strategisch wichtiger Marine-Einrichtungen und der politischen Führung.
Ende 1945: Kapitulation vor britischen Truppen im Mai 1945; administrative Abwicklung und Entwaffnung im Rahmen der Besetzung der „Festung Flensburg“.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zweckentfremdung: Verlustreicher Einsatz von jahrelang ausgebildeten Technikern und Navigatoren als einfache „Panzerknacker“ im direkten Erdkampf gegen Bodenstreitkräfte.
Ausrüstung: Kombination aus Bordbekleidung (Lederanzüge) und Infanterie-Gerät; Panzerfaust als Hauptwaffe gegen die alliierten Panzerspitzen.
Biografischer Marker: In den Personalunterlagen dokumentiert der Eintrag den Übergang von der maritimen Eliteeinheit zum finalen Verteidigungskampf an Land.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 / 2337 Seekriegsleitung (Skl): Akten zum Einsatz von Marine-Alarmeinheiten und Schützenverbänden in Norddeutschland während der letzten Kriegswochen.
BArch PERS 6 / 300110 Personalakte Cremer: Detaillierte Nachweise über die Führung des Panzervernichtungsverbandes und die personelle Zusammensetzung des Stabes.
BArch RM 121 / 162 Marine-Ersatzwesen: Befehle des O.K.M. zur Aufstellung von Marine-Schützen-Einheiten aus dem Reservoir der U-Boot-Waffe (1945).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Marine-Infanterie und die Alarmeinheiten im Endkampf 1945).
Rössler, Eberhard „Geschichte des deutschen U-Bootbaus“ (Kontext zum Abbruch der Ausbildung an den Typen XXI und XXIII zugunsten des infanteristischen Einsatzes).
Uhle-Wettler, Franz „U-Boot-Krieg – Überlebenskampf und Perspektiven“ (Details zur Motivation und zum taktischen Einsatz von U-Boot-Männern in der Endschlacht).
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