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Flottenkommando

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Dienststelle Flottenkommando
Das Flottenkommando unter Leitung des Flottenchefs war das operative Hauptquartier für die Führung der deutschen Seestreitkräfte auf hoher See. Es bildete das entscheidende Bindeglied zwischen der Seekriegsleitung (Skl) und den ausführenden Verbänden (Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer, U-Boote). Es trug die Gesamtverantwortung für die strategische Planung und taktische Durchführung von Operationen im Atlantik, Nordmeer und in der Nordsee.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Kiel, später Wilhelmshaven. Während des Krieges auch mobil an Bord von Flaggschiffen (z. B. Gneisenau). In der Endphase 1945 Verlegung nach Glücksburg.
Befehlsstruktur: Führung durch den Flottenchef (u. a. Admirale Boehm, Marschall, Lütjens). Dem Kommando unterstanden fachlich und zeitweise operativ die Befehlshaber der einzelnen Schiffsklassen.
Aufgaben: Koordination der Aufklärung, Planung von Vorstößen gegen den alliierten Handelsverkehr (z. B. Unternehmen „Rheinübung“) und Überwachung der Gefechtsbereitschaft der Flotte.
Kriegsende: Organisation der Evakuierungsoperationen in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Koordination der Entwaffnung unter alliierter Aufsicht in Glücksburg.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operative Kooperation: In der frühen Kriegsphase unterstand der B.d.U. fachlich dem Flottenchef; Koordination von U-Booten und Überwasserschiffen bei kombinierten Aufklärungs- und Angriffsunternehmungen.
Geleitschutz: Bereitstellung von Zerstörern oder schweren Einheiten zur Sicherung von U-Boot-Überführungsmärschen durch das gefährdete Küstenvorfeld in den Atlantik.
Taktikschulung: Festlegung der Richtlinien für gemeinsame Manöver in der Ostsee zur Perfektionierung des taktischen Verhaltens (z. B. Sicherung von Schlachtschiffen durch U-Boote).
Spezifische Besonderheiten
Stabswesen: Einsatz eines hochspezialisierten Stabes von Admiralstabsoffizieren für Operationen (A I), Nachrichtenwesen (A Setz/A IV) und Logistik.
Strategiewechsel: Wandel von der offensiven Hochseeführung schwerer Einheiten (1939-1941) hin zur defensiven Küstensicherung und Invasionsabwehr in den norwegischen Fjorden (ab 1942).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 51 Akten des Flottenkommandos (Zentrale Kriegstagebücher, Operationsbefehle und Berichte der Flottenchefs).
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Weisungen des O.K.M. an das Flottenkommando).
BArch RM 87 Akten der Befehlshaber der Zerstörer und Schlachtschiffe (Nachweise der Unterstellung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Flottenkommando).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Koop / Schmolke "Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse" (Führung von Bord der Flaggschiffe).
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