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Kommandant

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Version vom 8. Februar 2026, 20:01 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Datenblatt: Kommandant
Der U-Boot-Kommandant trug die uneingeschränkte Verantwortung für Schiff und Besatzung. Er war die zentrale Figur, deren taktisches Geschick über Erfolg und Untergang entschied.
Historischer Kontext & Organisation
Voraussetzungen und Laufbahn:
Anfang: Die Dienststellung wurde mit der Indienststellung der jeweiligen Kleinkampf- oder Sicherungsfahrzeuge besetzt. In der Sicherungsstreitkräfte-Struktur ab 1939 stieg der Bedarf an Bootkommandanten massiv an.
Status: Im Gegensatz zum Kommandanten eines Kriegsschiffes (z. B. Zerstörer oder Kreuzer) führte der Bootkommandant Einheiten, auf denen die Hierarchie flacher und die Besatzungsstärke geringer war (oft 10 bis 30 Mann).
Die meisten Kommandanten stammten aus den aktiven Offiziersjahrgängen (Crews). Sie mussten nach ihrer Zeit als Oberleutnant zur See und der Bewährung als I. Wachoffizier den Kommandanten-Lehrgang sowie einen Kommandanten-Schießlehrgang bei der 2. U-Lehrdivision erfolgreich absolvieren.
Taktische Führung:
Im Einsatz war der Kommandant der einzige, der durch das Sehrohr blickte. Er wertete die Daten der Navigations-Belehrungsfahrt und die Meldungen aus dem Ortungslehrgang aus, um den Angriffsbefehl zu geben. Besonders auf dem Typ XXI musste er lernen, sich rein auf elektronische und akustische Lagemeldungen zu verlassen.
Disziplinargewalt:
Er besaß die volle Strafgewalt an Bord gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293. Auf engstem Raum war er nicht nur militärischer Führer, sondern auch psychologischer Anker für die oft sehr junge Besatzung.
Repräsentation:
Nach einer erfolgreichen Feindfahrt war er die Person, die gegenüber dem Befehlshaber der Unterseeboote den Einsatzbericht (das Kriegstagebuch) rechtfertigte. Er war zudem für die Vorschläge zur Verleihung von Orden an seine Männer verantwortlich.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungselite: Die Kommandanten bildeten das Rückgrat der U-Boot-Waffe. Ihr taktisches Geschick, ihre Nervenstärke und ihre Menschenführung entschieden über Erfolg oder Untergang des Bootes.
Qualifikationsweg: Fast jeder Kommandant (wie Hans Buscher oder Johann Buttjer) hatte zuvor die harte Schule als I. Wachoffizier auf einem Frontboot und die Zeit als Fahrschüler absolviert.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert die Ernennung zum Kommandanten den Gipfel der bordseitigen Laufbahn. Viele Kommandanten wurden aufgrund ihrer Erfolge (versenkte Tonnage) mit hohen Tapferkeitsauszeichnungen (Ritterkreuz) geehrt.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Befugnisse und Pflichten der U-Boot-Kommandanten.
BArch RM 20 / 885 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur Beurteilung der Kommandanten nach ihren Feindfahrten.
Literaturverweise
Hessler, Günter The U-Boat War in the Atlantic. (Zentrale Analyse der Führungsleistung der Kommandanten während der Atlantikschlacht).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, zur systematischen Übersicht der Kommandantenstellen und deren Besetzung).
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