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| Datenblatt
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Küstenfliegergruppe 606
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| Die Küstenfliegergruppe 606 war ein hochspezialisierter Verband der Luftwaffe, der aufgrund seiner personellen Wurzeln und seiner Aufgaben eng mit der Marine verzahnt war. Sie galt als das „Auge der Flotte“ und war ein entscheidender Partner für die Operationen der U-Boote.
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| Ursprung und Personalstruktur
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| Die Gruppe wurde im Oktober 1939 in Dievenow formiert. Ein Großteil des Führungspersonals und der Beobachter stammte aus der Reichsmarine. Diese Offiziere hatten ihre fachliche Basis in der Beobachterausbildung an der Fliegerschule (See) Parow erhalten. Sie beherrschten den Signaldienst und die maritime Navigation perfekt, was die taktische Zusammenarbeit mit den Seestreitkräften auf ein außergewöhnliches Niveau hob.
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| Einsatz am Atlantik (1940–1941)
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| Nach dem Westfeldzug verlegte die Gruppe an die französische Kanalküste und den Atlantik (Stützpunkte Brest und Lannion). Ausgerüstet mit der Dornier Do 17 Z, übernahm sie die Fernaufklärung für den Fliegerführer Atlantik. Die Beobachter lieferten präzise Zieldaten von alliierten Geleitzügen direkt an den Befehlshaber der Unterseeboote. Die Kommandanten verließen sich auf diese Meldungen, um ihre Wolfsrudel-Angriffe zu koordinieren. Zudem sicherte die Gruppe die Ansteuerungswege der U-Boot-Stützpunkte in enger Abstimmung mit dem Führer der Vorpostenboote West.
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| Einsatz im Mittelmeer (1941)
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| Ab Februar 1941 wurde die Gruppe zur Unterstützung des Afrikakorps nach Sizilien (Catania) und Libyen (Derna/Bengasi) verlegt. Dort sicherte sie die lebenswichtigen Nachschublinien nach Nordafrika und bekämpfte britische Flottenverbände. Auch hier arbeiteten die Flieger eng mit den dort operierenden U-Booten zusammen. In dieser Phase begann die Umrüstung auf die leistungsstärkere Junkers Ju 88, um den Anforderungen der weiträumigen Seekriegführung gerecht zu werden.
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| Auflösung und Erbe
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| Mit der Eingliederung als I. Gruppe in das Kampfgeschwader 100 im Dezember 1941 endete die Eigenständigkeit der Küstenfliegergruppe 606. Das erfahrene Personal wurde oft als Ausbilder an Marineschulen eingesetzt, um Wissen über die Meldeformeln bei Flugzeugsichtung und die Schiffsidentifikation an neue Jahrgänge der Personalreserve weiterzugeben.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Zusammenarbeit See-Luft: Die Kü.Fl.Gr. 606 war essenziell für die U-Boot-Rudel-Taktik. Ihre Beobachter meldeten Schiffssichtungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.), der daraufhin die U-Boot-Gruppen auf die Geleitzüge ansetzte.
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| Konvoibekämpfung: Die Gruppe führte koordinierte Angriffe mit U-Booten durch, indem sie Geleitzüge aus der Luft mit Bomben schwächte, während die U-Boote unter Wasser angriffen.
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| Personalhistorische Einordnung: In den Personalakten (BArch PERS 6) von Marineoffizieren, die als Beobachter ausgebildet waren, markiert die Kü.Fl.Gr. 606 oft eine Phase der aktiven Luftaufklärung zur Unterstützung der Atlantikschlacht vor 1942.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RL 2-III / 121 |
Akten des Generalquartiermeisters zur Aufstellung und Umgliederung der Küstenfliegergruppen
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| BArch RL 7 / 512 |
Kriegstagebücher und Einsatzberichte der Küstenfliegergruppe 606 im Westraum
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| BArch RM 7 / 2331 |
Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur operativen Zusammenarbeit zwischen Marine und Luftwaffe im Atlantik
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| Literaturverweise
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation der Marineluftwaffe)
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| Tessin, Georg: |
Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Fliegergruppen)
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| Dierich, Wolfgang: |
Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945 (Details zur Geschichte und Ausrüstung der Kü.Fl.Gr. 606)
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
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