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Personalreserve

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Datenblatt Personalreserve
In der Kriegsmarine bezeichnete die Personalreserve (oft auch als Stammreserve oder Verfügungsbereitschaft bezeichnet) den Pool an Soldaten und Offizieren, die ihre Ausbildung abgeschlossen hatten, aber noch keinem festen Bordkommando oder einer Dienststelle zugewiesen waren.
Funktion und Zweck der Personalreserve
Die Personalreserve diente als personeller Puffer, um Verluste auszugleichen oder die Besatzungen für Neubauten (wie den Typ XXI) kurzfristig zusammenzustellen.
Auffangbecken: Soldaten, die von einem zerstörten Schiff kamen oder deren Boot (beispielsweise ein Typ VII C) außer Dienst gestellt wurde, wurden zunächst in die Personalreserve ihrer jeweiligen Stammabteilung oder Flottille versetzt.
Wartezeit: Während der Zeit in der Reserve wurden die Männer für kurzfristige Kommandos, Wachdienste an Land oder als Vertretung bei Urlaubern eingesetzt.
Die Personalreserve in der Ausbildung
Für Offiziere und Spezialisten war die Personalreserve oft eine Zwischenstation zwischen zwei Lehrgängen:
Lehrgangsfolge: Ein Offizier konnte nach dem Nachrichtenlehrgang für einige Wochen in die Personalreserve versetzt werden, bis sein Platz im U-Wachoffizierslehrgang frei wurde.
Zuweisung zur Baubelehrung: Die Zusammenstellung einer neuen Besatzung erfolgte meist aus der Personalreserve der zuständigen Unterseeboots-Lehr-Division. Hier wurden die Männer gesammelt, bevor sie gemeinsam zur Werft reisten.
Verwaltung und Standorte
Die Personalreserve wurde von den Schiffsstammabteilungen oder den Stäben der Unterseeboots-Flottillen verwaltet.
Mobilität: Ein Soldat in der Personalreserve musste jederzeit damit rechnen, innerhalb von vierundzwanzig Stunden zu einem neuen Einsatzort abkommandiert zu werden.
Besonderheit U-Boot-Waffe: Aufgrund der hohen Verluste ab dem Jahr 1943 war die Personalreserve der U-Boot-Waffe ständig gefordert, um die Einsatzbereitschaft der verbleibenden Boote durch Zuweisung erfahrener Obermatrosen oder Wachoffiziere zu sichern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ersatz für Ausfälle: Da die Verlustraten in der U-Boot-Waffe ab 1943 massiv anstiegen, war eine funktionierende Personalreserve überlebenswichtig, um beschädigte Besatzungen wieder aufzufüllen oder erfahrene Offiziere als Ersatzkommandanten bereitzustellen.
Baubelehrung: Offiziere und Spezialisten wurden oft Monate vor der Fertigstellung ihres Bootes in die Personalreserve der jeweiligen U-Flottille versetzt, um dort die Baubelehrung und das Kennenlernen der neuen Technik zu absolvieren.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert die Versetzung zur Personalreserve (oft „z. V. der 1. U.L.D.“ oder „z. V. des A.d.U.“) eine Warte- oder Umbruchphase im Lebenslauf, etwa vor der Übernahme eines neuen Kommandos.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Personalbewirtschaftung und die Vorhaltung von Reserven in der Kriegsmarine
BArch RM 20 / 885 Unterlagen des 2. Admirals der Unterseeboote (2. A.d.U.) zur Verwaltung der U-Boot-Personalreserve
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Versetzung in den Status „zur Verfügung“
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Personalorganisation und Reservewesen)
Hessler, Günter: The U-Boat War in the Atlantic (Analyse der Personalplanung und der Auswirkungen von Verlusten auf die Reserve)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Ersatz- und Ausbildungsabteilungen als Reservestätten)
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