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| Dienststelle
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Sperrschule (Kiel-Wik)
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| Die in Kiel-Wik gelegene Sperrschule war die zentrale Ausbildungsstätte für das gesamte Sperrwaffensystem der Kriegsmarine. Ihre Aufgabe bestand darin, See- und Waffenoffiziere zu Spezialisten auszubilden sowie das technische Unterpersonal (Waffenwarte, Sperrmechaniker, Sperrvorleute) für Wartung, Bereitstellung und Einsatz der Sperrwaffen an der Front vorzubereiten.
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| Aufgaben und Ausbildungsprofil
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| Ausbildungsziel: |
Vermittlung von Materialkunde, praktischer Bedienung und taktischen Erkenntnissen. Ziel war die Beherrschung der Waffe unter Berücksichtigung seemännischen Verständnisses. "Theorie ist notwendiges Mittel zum Zweck; Endziel bleibt: die praktische Beherrschung der Waffe."
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| Besonderheit „Minengarten“: |
Auf dem Gelände existierte ein großflächiger Übungshof mit entschärften Originalmodellen aller Minentypen. Hier lernten die Schüler die haptische Handhabung und das Schärfen der Zünder, bevor sie zum „schwimmenden Lehrsaal“ auf See (5 M-Boote, 6 Hilfsboote) wechselten.
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| Besonderheit „Zünder-Sensibilisierung“: |
Ein Kernstück war das Studium der Magnet-, Akustik- und Druckzünder. Die Schüler wurden darauf trainiert, die hochempfindlichen Mechanismen im Inneren der Minen auch bei Dunkelheit oder Kälte sicher zu justieren – eine direkte Vorbereitung auf die Arbeit im feuchten Torpedoraum eines U-Bootes.
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| Lehrbereiche der Sperrwaffe
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| Minenwesen: |
Handhabung von Ankertauminen sowie Spezialminen wie der TMB/TMC für den Ausstoß aus U-Boot-Torpedorohren.
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| U-Boot-Abwehr: |
Intensiver Drill an Wasserbomben (Wabo). Die Schüler lernten nicht nur das Werfen, sondern vor allem die Einstellung der Detonations-Tiefenzünder zur effektiven Bekämpfung getauchter Gegner.
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| Netzsperrwesen: |
Ausbildung in der Errichtung und Überwindung von U-Boot-Netzen und Hafenschutzsperren.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Offensive Missionen: |
U-Boot-Offiziere (oft II. W.O.) trugen als „Sperroffiziere“ die Verantwortung für die korrekte Schärfung und die exakten Abwurfkoordinaten bei verdeckten Minenoperationen.
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| Psychologisches Training: |
Das Hantieren mit hochempfindlichen Sprengmitteln in der Enge des Bootes erforderte eine unerschütterliche Ruhe, die an der Sperrschule durch strengen Sicherheitsdrill und Fehleranalysen (Simulation von Blindgängern) vermittelt wurde.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Inspektion des Sperrwaffensuchwesens. Beinhaltet Lehrgangspläne der Sperrschule Kiel-Wik und Dienstvorschriften für Sperrpersonal.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten der Kriegsmarine (Dokumentiert die Fachlaufbahn der Sperrspezialisten).
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Organisation des Sperrwaffenwesens).
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| Hartmann, Waldemar |
"Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zur Technik und Ausbildung).
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| Rössler, Eberhard |
"Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Minenausstoß-Technik).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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