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Hessen

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Schiffstyp Linienschiff Hessen
Die Hessen war ein Linienschiff der Braunschweig-Klasse. Nach ihrem Einsatz im Ersten Weltkrieg diente sie als tragende Säule der Reichsmarine. Nach ihrer aktiven Zeit als Flottenschiff wurde sie zu einem technologisch fortschrittlichen, funkgesteuerten Zielschiff umgebaut und leistete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wichtige Dienste bei der Ausbildung der Artillerieverbände.
Baudaten & Technische Daten
Bauwerft: Krupp Germaniawerft, Kiel.
Kiellegung: 15.04.1902.
Stapellauf: 18.09.1903.
Indienststellung: 19.05.1905.
Tonnage: 13.208 t (Standard) bis 14.493 t (Maximal).
Dimensionen: Länge: 127,20 m / Breite: 22,20 m / Tiefgang: 8,16 m.
Besatzung: 743 Mann (Stammbesatzung).
Maschinenanlage
Kessel: 14 × Marine-Dampfkessel.
Antrieb: 3 × 3-Zylinder-Verbundmaschinen.
Leistung: 16.809 PS.
Geschwindigkeit: 18,7 kn (ca. 35 km/h).
Bewaffnung (Ursprünglich 1905)
Hauptartillerie: 4 × 28 cm L/40 (in zwei Doppeltürmen).
Mittelartillerie: 14 × 17 cm L/40.
Leichte Artillerie: 18 × 8,8 cm L/35.
Torpedos: 6 x 45 cm Torpedorohre.
Bewaffnung & Ortung (Modernisierung ab 1930)
Artillerie: Reduzierung auf 12 × 17 cm L/40; 8,8 cm Geschütze auf 4 Stück reduziert (später durch Flugabwehrkanonen ersetzt).
Torpedos: Modernere Torpedoanlage mit 2 x 2 - 50 cm Torpedorohren.
Zielschiff-Umbau: Ab 1934 Entfernung der gesamten Bewaffnung; Einbau einer Turbinenanlage (20 kn) und Funksteuerung.
Einsatzgeschichte & Schulfahrten
Ausbildungsdienst: 1925–1934: Einsatz als Schulschiff für Seekadetten. Große Flottenreisen u. a. ins Mittelmeer (1926), zu den Kanaren und Kap Verden (1927) sowie nach Spanien (1929/1930).
Repräsentation: 1927: Erster offizieller Besuch eines deutschen Kriegsschiffes in Danzig nach dem Ersten Weltkrieg (zusammen mit T 190).
Zielschiff: Ab 01.04.1937 Einsatz als funkgesteuertes Zielschiff für die Kriegsmarine (gesteuert durch Fernlenkboote Blitz und Komet).
Verbleib: 1946 als Beute an die Sowjetunion (umbenannt in Tsel). Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre dort ausgemustert und verschrottet.
Spezifische Besonderheiten
Technischer Umbau: Der Umbau zum Zielschiff beinhaltete eine neue Bugpartie (Verlängerung um 10 m) und die Entfernung von zwei Schornsteinen sowie der Masten.
Fernsteuerung: Die Hessen konnte für scharfe Schießübungen völlig ohne Besatzung ferngelenkt manövrieren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 Akten der Schiffsbauabteilung (Unterlagen zum Umbau der Hessen zum Zielschiff).
BArch RM 20 Marinestation der Ostsee (Berichte über die Flottenreisen und Danzig-Besuche).
BArch RM 7 Seekriegsleitung (Meldungen über den Einsatz als Zielschiff und die Auslieferung 1946).
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 1).
Koop / Schmolke "Schiffsklassen und Schiffstypen der deutschen Marine: Linienschiffe".
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien".
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