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16. Vorpostenflottille

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Verband 16. Vorpostenflottille
Die 16. Vorpostenflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vorwiegend an der dänischen Westküste und in der Deutschen Bucht operierte. Als Teil der Küstensicherung schützte sie die Schifffahrtswege gegen alliierte Luftangriffe, Minenleger und Unterseeboote. Die Flottille stützte sich auf hochseetaugliche, umgerüstete Fischdampfer, die für ihre Robustheit und Seeausdauer bekannt waren.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Mobilmachung im Oktober 1939; Hauptoperationsgebiet vor der dänischen Küste und im Skagerrak.
Standorte: Zentraler Stützpunkt in Frederikshavn, später auch in Esbjerg (Jütland).
Unterstellung: Operativ dem Führer der Vorpostenboote Nord (später B.S.N.) unterstellt.
Ausrüstung: Umgebaute Fischerei-Großfahrzeuge (ca. 450–650 BRT), bewaffnet mit 3,7-cm- und 2-cm-Flak, Wasserbomben sowie frühen Funkmessbeobachtungsgeräten (FuMB).
Kriegsende: Mai 1945: Beteiligung an massiven Evakuierungen in der Ostsee. Nach der Kapitulation Überführung in den Deutschen Minenräumdienst zur Säuberung der Routen vor Jütland.
Aufgabenprofil & Spezifische Merkmale
Flugsicherung: Einsatz als Vorwarnposten zur Meldung einfliegender alliierter Bomberverbände in Richtung Norddeutschland.
Erztank-Schutz: Lückenlose Sicherung der strategisch wichtigen Erzdampfer auf ihrem Weg von Norwegen in die deutschen Nordseehäfen.
Technische Daten: Geschwindigkeit ca. 10–12 kn; Besatzungsstärke ca. 30 Mann. Ausrüstung mit S-Gerät (Sonar) zur aktiven U-Jagd im Küstenvorfeld.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Auslaufwege: Sicherung der Passage von Front-U-Booten aus Nordseehäfen oder Ostseewerften über das Skagerrak in den Nordatlantik; Vorhut gegen britische U-Boot-Lauerstellungen.
Ausbildungsschutz: Flak-Schutz für Boote der Unterseeboot-Lehrdivisionen während ihrer Überwasser-Übungsabschnitte in den nördlichen Gewässern des Kattegats.
Horchdienst: Lieferung wichtiger Daten über feindliche Bewegungen mittels installierter Horchgeräte an den B.d.U., was die taktische Routenplanung der U-Boote maßgeblich beeinflusste.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 / 19 Kriegstagebuch (KTB) der 16. Vorpostenflottille (Sicherungseinsätze vor Dänemark und Skagerrak).
BArch RM 61 / 11 Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Materielle Ausstattung und Personalbesetzung).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Strategische Bedeutung für U-Boot-Durchbruchswege).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Vorpostenflottillen im Nordraum).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, technische Daten der Fischdampfer).
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