Aktionen

Umschulung vom Waffen- zum Seeoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 20. Februar 2026, 17:00 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ausbildung Umschulung vom Waffen- zum Seeoffizier
Die Umschulung vom Waffen- zum Seeoffizier war ein spezifischer Laufbahnwechsel innerhalb der Kriegsmarine. Er ermöglichte hochspezialisierten Offizieren der Waffenlaufbahn (W), die primär im technischen Küsten- oder Artilleriedienst sowie in Arsenalen tätig waren, den Erwerb der notwendigen nautischen und taktischen Qualifikationen für den aktiven Borddienst und die Schiffsführung auf U-Booten.
Entstehung, Funktion und Laufbahnrecht
Entstehung: Einführung ab 1941/42 zur Deckung des massiv steigenden Bedarfs an technisch versierten U-Boot-Kommandanten und Wachoffiziernen für die Frontflottillen.
Funktion: Systematischer Erwerb der taktischen und nautischen Befähigung, die in der rein technisch ausgerichteten Ausbildung der Waffenlaufbahn (W) nicht enthalten war.
Inhalte: Nachholen essentieller Ausbildungsteile wie vertiefte Nautik, Manövertaktik, Signaldienst sowie die praktische Schiffsführung unter Gefechtsbedingungen.
Status: Beibehalt des Dienstgrades mit dem Zusatz „(W)“ während der Umschulungsphase; nach erfolgreichem Abschluss der Seeoffiziersprüfung erfolgte die Übernahme in die Rangliste der Seeoffiziere.
Ende 1944: Durchführung der Programme bis Ende 1944 zur Gewinnung von Spezialisten für die technologisch anspruchsvolle neue U-Boot-Generation (Typ XXI).
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Nautik-Drill: Intensive Schulung in der astronomischen und terrestrischen Navigation zur Sicherstellung einer präzisen Besteckführung während weiträumiger Operationen.
Taktik-Schulung: Vermittlung von Angriffsverfahren gegen gesicherte Geleitzüge und Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Einheiten im Rahmen der Wolfsrudeltaktik.
Prüfungswesen: Abschluss durch eine umfassende Seeoffiziers-Zusatzprüfung vor einer Prüfungskommission der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Technischer Vorteil: Ehemalige Waffenoffiziere verfügten als Kommandanten über eine überlegene Expertise bezüglich der mechanischen Schwachstellen von Torpedos und Flak-Geschützen.
Karrierepfad: Erkennbar an Biografien, die mit langjährigen Landkommandos in Arsenalen beginnen und erst 1942/43 in die aktive U-Boot-Ausbildung münden.
Baubelehrung: Bevorzugter Einsatz dieser Offiziere für Neukonstruktionen, da sie als ideale Schnittstelle zwischen komplexer Werfttechnik und Fronttaktik fungieren konnten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über den Laufbahnwechsel und die Umschulung von Fachoffizieren zum Seeoffizier.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation des Wechsels von der Waffenlaufbahn (W) zur Seeoffizierslaufbahn und die entsprechenden Prüfungszeugnisse.
BArch RM 3 / 1024 Akten des O.K.M. zur personellen Ergänzung des U-Boot-Offizierskorps durch technische Spezialisten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen sowie Laufbahnstrukturen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Kontext zur technischen Kompetenz der Kommandanten bei Neukonstruktionen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132