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Flakleiter-B-Lehrgang

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Ausbildung Flakleiter-B-Lehrgang (Besonderer Belehrungslehrgang)
Der Flakleiter-B-Lehrgang war die spezialisierte technische und taktische Qualifikation für Offiziere der Kriegsmarine zur Führung der leichten und mittleren Flugabwehrartillerie (Kaliber 2 cm bis 3,7 cm, teilweise 4 cm). Das „B“ kennzeichnete innerhalb der Marine-Systematik einen Besonderen Belehrungslehrgang für die leichte Flak, welche das Rückgrat der Nahbereichsverteidigung auf fast allen Schiffstypen sowie massiv auf U-Booten bildete.
Entstehung, Funktion und Standorte
Entstehung: Schaffung spezialisierter Lehrgänge aufgrund der rasanten Entwicklung der Luftstreitkräfte, um die Trefferquote gegen schnell fliegende Sturzkampf- und Tiefflieger nachhaltig zu erhöhen.
Funktion: Ausbildung zum fachkundigen Leiter einer Flak-Batterie oder Flak-Gruppe sowohl auf schwimmenden Einheiten als auch in ortsfesten Landstellungen.
Inhalte: Intensive Schulung in der Flugzeugerkennung (Freund-Feind-Kennung), Ballistik für bewegliche Luftziele sowie Handhabung von Entfernungsmessgeräten (z. B. Em 1m oder Em 0,7m).
Standorte: Zentrale Ausbildung an der Flakartillerieschule (F.A.S.) in Misdroy auf Wollin oder an der Schiffsartillerieschule (S.A.S.) in Sassnitz bzw. Swinemünde.
Ende 1945: Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs bis zur kriegsbedingten Einstellung des regulären Schulbetriebs im März 1945.
Spezifische Merkmale & Taktik
Feuerleitung: Vermittlung der Fähigkeit, Angriffe mehrerer Flugzeuge simultan zu erfassen, Bedrohungen zu priorisieren und das Abwehrfeuer effektiv zu konzentrieren.
Koordination: Schulung in der Führung der Geschützbedienungen unter hoher psychischer Belastung zur Erzielung einer maximalen Schussfolge und Präzision.
Visiertechnik: Einweisung in die Nutzung moderner Reflexvisiere und Vorhalterechner zur Kompensation der hohen Zielgeschwindigkeiten im modernen Luftkrieg.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Abwehrkampf: Ab 1943 entwickelte sich dieser Lehrgang zur essentiellen Qualifikation für den Durchbruch durch die Biskaya im Überwasserkampf gegen alliierte U-Jagd-Flieger.
Dienststellung: Auf U-Booten füllte primär der II. Wachoffizier (II WO) die Rolle des Flakleiters aus; er dirigierte bei Flak-Alarm das Feuer vom Wintergarten (Flak-Plattform) aus.
Lebensversicherung: Die methodische Feuerleitung zwang angreifende Piloten zum vorzeitigen Abdrehen oder zum Abwurf der Wasserbomben außerhalb des Zielbereichs.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung der Flak-Leiter für leichte und mittlere Artillerie.
BArch RM 3 / 1024 Akten des O.K.M. zur technischen Ausstattung der Flakschulen und Einführung neuer Visiereinrichtungen.
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen mit Nachweisen über die Qualifikation zum Flak-Leiter (B).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Flakausbildung und Gerätetechnik).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Verstärkung der Flak-Bewaffnung auf U-Booten).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Flak-Sicherung).
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