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Küsten-Fliegergruppe 706

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Verband Küstenfliegergruppe 706 (KFl.Gr. 706)
Die Küstenfliegergruppe 706 (KFl.Gr. 706) war ein spezialisierter Seefernaufklärer-Verband und fungierte als strategische „Augen der U-Boote“ im Nordmeer und Nordatlantik. Durch ihre weiträumigen Aufklärungsflüge über dem Eismeer bildete sie die essentielle Informationsbasis für die operative Ansetzung der Unterseeboote gegen die alliierten Geleitzugrouten.
Entstehung, Funktion und Standorte
Aufstellung: Formiert im Oktober 1937 in Dievenow (Pommern); bei Kriegsbeginn bestehend aus der 1. und 2. Staffel zur Seeaufklärung in der Ostsee.
Standorte: Stavanger-Sola und Tromsø (Norwegen) ab 1940; zeitweise Aalborg (Dänemark) zur Überwachung des Skagerraks sowie Brest (Frankreich) für Einsätze in der Biskaya.
Flugzeugtypen: Primäre Ausstattung mit dem Schwimmerflugzeug Heinkel He 115; später Umrüstung auf das dreimotorige Fernaufklärungs-Flugboot Blohm & Voss BV 138.
Funktion: Seefernaufklärung, strategische Wettererkundung in arktischen Gebieten sowie die aktive Bekämpfung von Seezielen und U-Boot-Sicherung.
Ende 1944: Auflösung im Juli 1944 bzw. Umgliederung in die Seeaufklärungsgruppe 126 (SAGr 126) im Zuge der Vereinheitlichung der Luftwaffenstruktur über See.
Spezifische Merkmale & Seeaufklärung
Schattenführung: Taktik des Fühlungshaltens an entdeckten Geleitzügen über lange Zeiträume zur kontinuierlichen Übermittlung von Kurs- und Geschwindigkeitsdaten.
Funk-Koordination: Direkte Signalübermittlung der Sichtungsmeldungen an die Bodenstationen zur taktischen Weiterleitung an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) Norwegen.
Arktis-Einsatz: Navigation unter schwierigsten meteorologischen Bedingungen im Nordmeer; Nutzung spezialisierter Bordfunker für den verschlüsselten Nachrichtenverkehr in großen Distanzen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Konvoi-Suche: Maßgebliche Beteiligung an der Ortung der Eismeer-Konvois (PQ-Geleitzüge), was den gezielten Ansatz der 11. und 13. U-Flottille ermöglichte.
Wetterdienst: Lieferung lebensnotwendiger Wetterdaten aus für Schiffe unzugänglichen Gebieten zur präzisen Operationsplanung weiträumiger U-Boot-Unternehmungen.
Personaltransfer: Rückkehr ehemaliger Marineoffiziere aus der Beobachterlaufbahn zur U-Boot-Waffe; diese verfügten über exzellente navigatorische Kenntnisse für den Kommandantendienst.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Verbände der Luftwaffe: Kriegstagebücher und Einsatzberichte der Küstenfliegergruppen (KFl.Gr. 706).
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die operative Zusammenarbeit zwischen Seeaufklärern und der U-Boot-Führung im Nordmeer.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Marineoffiziere im Dienst der Küstenfliegerverbände und deren Rückversetzung zur U-Boot-Waffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Luftwaffe über See und der Zusammenarbeit mit der Marine).
Dierich, Wolfgang "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Küstenfliegergruppen).
Nowarra, Heinz J. "Heinkel He 115" und "Blohm & Voss BV 138" (Details zur Technik und zum Einsatz bei der Seefernaufklärung).
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