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Küsten-Mehrzweckstaffel 106

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Verband Küsten-Mehrzweckstaffel 106
Die Küsten-Mehrzweckstaffel 106 war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der für ein breites Spektrum maritimer Aufgaben konzipiert wurde. Für die U-Boot-Waffe fungierte sie primär als taktischer Begleiter und Aufklärer im Küstenvorfeld der Nordsee und der Biskaya. Durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, von der Geleitsicherung bis zur Nebelausbringung über Stützpunkten, bildete sie ein wichtiges Bindeglied zwischen der Luftverteidigung und den auslaufenden Frontbooten.
Historische Entwicklung und Einordnung
Aufstellung: Entstehung im März 1941 am Standort Norderney durch die gezielte Umbenennung und Umgliederung der 1. Staffel der Küstenfliegergruppe 106.
Umgliederung: Im Juni 1942 erneute Umstrukturierung; die Staffel bildete fortan den personellen und materiellen Kern der 8. Staffel des Kampfgeschwaders 26 (8./KG 26).
Spezialisierung: Nach der Eingliederung in das KG 26 (Löwengeschwader) lag der Fokus verstärkt auf dem Torpedoflug gegen alliierte Schiffsverbände im Nordatlantik.
Standorte: Operative Basen vor allem in Norderney, zeitweise Verlegung nach Brest (Frankreich) und Stavanger (Norwegen) zur Sicherung der dortigen U-Boot-Stützpunkte.
Aufgaben und Relevanz für die U-Boot-Waffe
Geleitsicherung: Aktiver Begleitschutz für auslaufende U-Boote der Frontflottillen aus Lorient oder Brest zur frühzeitigen Abwehr britischer Luftangriffe und U-Jagd-Gruppen.
Nahaufklärung: Identifizierung von Minenfeldern und feindlichen Sperrverbänden vor den Stützpunkten zur Gewährleistung sicherer „Zwangswege“ für die U-Boot-Waffe.
Stützpunktschutz: Durchführung von Kurierflügen und Nebelausbringung zum Schutz der Bunkeranlagen vor Ortung und gezielten Bombenabwürfen bei feindlichen Einflügen.
Seenotdienst: Gezielte Ortung und Einleitung der Rettung von U-Boot-Besatzungen, die im Küstenbereich durch Luftangriffe oder technische Unfälle ihr Boot verloren hatten.
Ausrüstung und Bewaffnung
Schwimmerflugzeuge: Primärer Einsatz der bewährten Heinkel He 115 als Mehrzweckmaschine sowie zeitweise Verwendung der Heinkel He 114 für Aufklärungszwecke.
Landflugzeuge: Im Zuge der technischen Modernisierung und Umgliederung erfolgte die Umstellung auf landgestützte zweimotorige Maschinen des Typs Junkers Ju 88.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Verbände der Luftwaffe: Enthält detaillierte Einsatzberichte, Verlustlisten und Kriegstagebücher der Küstenfliegerverbände der Gruppe 106.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentiert Marineoffiziere, die als Beobachter oder Verbindungsoffiziere zur Staffel 106 kommandiert waren.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Belegt die operativen Anforderungen des B.d.U. an die Luftunterstützung zur Sicherung der Biskaya-Transitwege.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Marine-Luftwaffe: Verbände und Zusammenarbeit).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Details zum technischen Zusammenwirken von Luftwaffe und U-Boot-Waffe).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Luftwaffenverbände im maritimen Einsatz).
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