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Landungsoffizier

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Dienststellung Landungsoffizier
Ein Landungsoffizier auf einem Trossschiff oder größeren Versorgungsschiff war ein spezialisierter Seeoffizier, der für die technische und organisatorische Durchführung von Be- und Entladevorgängen verantwortlich zeichnete. Im Kontext der U-Boot-Waffe fungierte er als zentraler logistischer Koordinator zwischen dem Versorger und den Frontbooten, insbesondere beim Materialumschlag auf hoher See oder in Häfen mit schwacher Infrastruktur. Seine Expertise sicherte den reibungslosen Transfer kritischer Güter unter oft widrigen nautischen Bedingungen.
Aufgaben und Funktionen
Umschlag: Leitung des seemännischen Personals bei der Übergabe schwerer Lasten (Torpedos, Ersatzteile, Proviant) vom Trossschiff auf längsseits liegende U-Boote oder Leichter.
Verbindung: Koordination der schiffseigenen Boote zur Materialverbringung an Land oder Aufnahme von Gütern in behelfsmäßigen Stützpunkten (z. B. norwegische Fjorde oder Indischer Ozean).
Stauplanung: Verantwortung für die Gewichtsverteilung und Ladungssicherung an Bord; Gewährleistung des schnellen Zugriffs auf kritische Güter wie Spezialöl oder Batteriezellen.
Meldewesen: Führung detaillierter Bestandslisten über ausgegebene Vorräte und Meldung der Restkapazitäten an die übergeordneten Quartiermeisterstäbe (z. B. Qu A U im O.K.M.).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Torpedotransfer: Die Expertise des Landungsoffiziers war entscheidend, um beim riskanten Übergeben von Torpedos auf hoher See mechanische Schäden an den empfindlichen Waffensystemen zu verhindern.
Fernstützpunkte: Maßgebliche Beteiligung am logistischen Aufbau fernab gelegener Basen (z. B. Penang/Malaysia) direkt aus dem Schiffsbauch von Versorgern wie der "Monsun" oder "Vierlanden".
Fachpersonal: Besetzung der Position oft durch erfahrene Offiziere der Verwaltungslaufbahn (V) oder ehemalige Handelsmarine-Offiziere mit fundiertem Wissen in Stauerei und Güterumschlag.
Instandhaltung: Überwachung der sachgerechten Lagerung von Ersatzteilen, um Korrosionsschäden durch salzhaltige Seeluft während langer Wartezeiten im Operationsgebiet zu vermeiden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7/1241 Versorgungsschiffe: Enthält spezifische Dienstanweisungen für das Ladungs- und Landungspersonal auf Trossschiffen der Kriegsmarine.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Offizieren mit der explizit ausgewiesenen Dienststellung als Landungsoffizier auf Versorgungs- und Trossschiffen.
BArch RHD 18 Druckschriften: Die Marinedienstvorschrift M.Dv. 200 (Bordordnung) definiert die Unterstellung des Landungspersonals unter den Ersten Offizier des Schiffes.
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 4: Hilfsschiffe und Versorger; technische Details zur Ladekapazität).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Kapitel: Nachschub und Versorgung der Flotte im Ausland).
M.Dv. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine (Laufbahnregelungen für Verwaltungsoffiziere).
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