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| Funktion
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Rudergänger
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| Ein Rudergänger war das Besatzungsmitglied, das für die unmittelbare Steuerung des Schiffes oder U-Bootes nach den Kommandos der Schiffsführung verantwortlich war. In der U-Boot-Waffe stellte diese Aufgabe höchste Anforderungen an Konzentration und Fingerspitzengefühl, da die vertikale und horizontale Stabilität des Bootes unter Wasser manuell durch die Bedienung der Tiefen- und Seitenruder gewährleistet werden musste. Ein fähiger Rudergänger war insbesondere bei der Schleichfahrt die Lebensversicherung gegen Ortung oder unkontrolliertes Durchsacken.
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| Definition und Aufgaben
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| Steuerung: |
Bedienung des Steuerrads oder der Steuerknüppel zur Einhaltung des befohlenen Kurses gegen Einflüsse von Wind, Strömung und Seegang.
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| Kurskontrolle: |
Permanente Überwachung der Kompassrosen (Mutter- oder Tochterkompass) und sofortige Korrektur kleinster Abweichungen ohne Übersteuern des Bootes.
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| Rückmeldung: |
Lautstarkes Quittieren jedes Steuerbefehls (z. B. „Hart Steuerbord!“) und Meldung des Vollzugs (z. B. „Ruder liegt hart Steuerbord!“) zur Bestätigung der Befehlskette.
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| Koordination: |
Engste Zusammenarbeit mit dem Trimmgast in der Zentrale, um bei Gewichtsveränderungen (z. B. Torpedoschuss) das Boot stabil auf Tiefe zu halten.
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| Besonderheiten in der U-Boot-Waffe
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| Überwasser: |
Auf der Brücke steuerte meist ein Steuermannsgast oder ein erfahrener Matrose das Boot mittels mechanischer oder elektrischer Ruderübertragung.
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| Unterwasser: |
Aufteilung auf zwei spezialisierte Stationen in der Zentrale: Der Seitenrudergänger (Kurs) und die Tiefenrudergänger (vordere und hintere Tiefenruder).
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| Schleichfahrt: |
Höchste Anforderung: Manuelles Halten der Tiefe bei minimaler Fahrt, um Kavitationsgeräusche der Ruderblätter und Pumpgeräusche der Trimmzellen zu vermeiden.
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| Typ XXI-Neuerung: |
Einführung kombinierter Einmann-Steuerstände; der Rudergänger kontrollierte hier Kurs und Tiefe simultan über Flugzeug-ähnliche Steuerknüppel.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: In den Befähigungszeugnissen findet sich oft der spezifische Vermerk „Eignung als Rudergänger“ oder „geprüfter Tiefenrudergänger“.
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| BArch RM 98 |
U-Boote der Kriegsmarine: In den Kriegstagebüchern (KTB) werden exzellente Rudergänger bei schwierigen Manövern oft namentlich lobend erwähnt.
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| BArch RHD 18 |
Druckschriften: Die Marine-Dienstvorschrift M.Dv. 32 (Bordordnung) regelt die Wachablösung und die Dienstpflichten des Rudergängers im Detail.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Dienst an den Rudern).
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| Köhl, Fritz |
"Vom Original zum Modell: Uboottyp VII C" (Detaillierte Pläne zur Stationierung der Rudergänger in der Zentrale).
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| Rössler, Eberhard |
"Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Technische Anforderungen an die Steuerung und Ruderanlage).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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